Köln möchte sich langfristig als Zentrum der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Künsten aus afrikanischen Ländern etablieren. Diesem Ziel versuchte das Theater im Bauturm/Freies Schauspiel Köln in Kooperation mit zahlreichen Projektpartnern durch die mittlerweile dritte Auflage des Festivals „africologne“ nahezukommen. Die Veranstaltung ist 2015 deutlich gewachsen, was sowohl die Anzahl der Mitwirkenden als auch die der Spielstätten betraf. Zu den sechs bereits bespielten Orten kamen etwa das Schauspielhaus Köln sowie das alternative Kunst- und Kulturzentrum Odonien hinzu. Herzstück des Festivals war das Stück „Coltan-Fieber – Die Zukunft der Rohstoffe“ – eine Koproduktion zwischen dem Goethe-Institut Kigali in Ruanda und dem kongolesischen Theaterkollektiv Tarmac des Auteurs aus Kinshasa.

Das Werk setzte sich mit den Folgen des Abbaus von Coltan auseinander, einem äußerst wertvollen Rohstoff für die Herstellung hochtechnisierter Produkte und in mehreren afrikanischen Ländern Auslöser und Triebfeder für soziale Missstände und Korruption, für Krieg und den verantwortungslosen Umgang mit der Natur. Unter der Regie von Jan-Christoph Gockel wurde das Stück des Autors Aristide Tarnagda während des burkinischen Theaterfestivals „Récréâtrales“, dem auf dem afrikanischen Kontinent wohl bedeutendsten seiner Art, im Oktober 2014 uraufgeführt und wurde 2015 in Köln gezeigt. Daneben präsentierte das Festival eine Vielzahl an Gastproduktionen. Ein Fokus lag dabei auf der Einführung von in Europa noch wenig bekannten Künstlern, wie dem Choreografen Serge Aimé Coulibaly aus Burkina Faso oder einem Choreografenduo, bestehend aus dem Ivorer Massidi Adiatou und der Haitianerin Jenny Mezile. Das breite Spektrum an Aufführungen wurde durch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Workshops, Symposien, Diskussionen und szenischen Lesungen ergänzt. Auf diese Weise versuchten die Veranstalter die Auseinandersetzung mit interkulturellen Themen in den Bereichen Theater, Tanz, Film, Bildender Kunst und Literatur als auch die Vernetzung von Künstlern aus afrikanischen Ländern und aus Deutschland zu fördern. Zusammen mit der Stadt Köln soll langfristig eine Kulturpartnerschaft zwischen der Rheinmetropole und der Hauptstadt Burkina Fasos, Ouagadougou, aufgebaut und das Festival „africologne“ als ständig stattfindendes biennales Kunst- und Kulturfestival mit einer regionalen Finanzierung eingerichtet werden.

Künstlerische Leitung: Gerhardt Haag
Projektleitung/Kuratorin: Kerstin Ortmeier
Produktionsleitung: Lisa Kihm-Dolmaire
Künstler/innen: Massidi Adiatou (CI), Panaibra Gabriel Canda (MZ), Serge Aimé Coulibaly (BF), Jan-Christoph Gockel, Nicolas Guyot (FR), Laurenz Leky, Harvey Massamba (CD), Jenny Mezile (HT), Yves Ndagano (CD), Michael Pietsch, Tarmac des Auteurs (CD), Aristide Tarnagda (BF), Tim Winsey (BF).

Weitere Termine:

Festival Récréâtrales (Künstlerische Leitung: Etienne Minoungou), Burkina Faso: 25.10. – 2.11.2014;
Uraufführung „Coltan-Fieber“: 31.10.2014

Afri­ka - In­ter­na­tio­na­ler The­men­schwer­punkt

Im Rahmen ihres Afrika-Schwerpunktes widmet sich die Kulturstiftung den Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern und fördert den Austausch und die Kooperation zwischen deutschen und afrikanischen Künstler/innen und Institutionen.

Mehr zum Themenschwerpunkt Afrika

Kon­takt

Theater im Bauturm
Freies Schauspiel Köln

Aachener Str. 24-26

50674 Köln

www.theater-im-bauturm.de