Von Mai 2016 an hat sich Deutschland ein Jahr lang mit einer Vielzahl von künstlerischen Projekten in Mexiko präsentiert und Mexiko umgekehrt in Deutschland. In diesem Rahmen fand das Festival „Endstation Sehnsucht. Theater in Mexiko“ an den Münchner Kammerspielen statt und setzte seinen Schwerpunkt im Bereich der Darstellenden Künste. Die Kammerspiele luden aktuelle mexikanische Produktionen des Freien Theaters ein, darunter zahlreiche europäische Erstaufführungen. Neben Gastspielen etablierter Gruppen wie Lagartijas Tiradas al Sol oder Antonia Salinas lag das Augenmerk auf jungen Regisseuren und Performerinnen wie Alberto Villareal und Laura Uribe oder Mariana Villegas und Lukas Avendano. Das Festival hat sich mit Mexiko einer Region zugewandt, die geprägt ist durch das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd und in der die Themen Flucht und Migration eine zentrale Rolle spielen. Im Mittelpunkt des Festivals stand eine Inszenierung des mexikanischen Regisseurs Ángel Hernández, die sich des Themas Flucht und Migration im europäischen Kontext annahm. In Mexiko stehen seine Arbeiten für eine neue Form des politischen Theaters: Er versucht, Räume und Schauplätze, die sich in der Hand des organisierten Verbrechens befanden, beschädigt oder sogar zerstört wurden, mit den Mitteln und für die Zwecke der Kunst zurückzugewinnen und zu revitalisieren. Mit seiner Intervention im Rahmen von „Endstation Sehnsucht. Theater in Mexiko“ setzte er seine langjährige künstlerische Arbeit mit Arbeitsmigrant/innen in Güterzügen fort und stellte damit auch die Frage nach der Vergleichbarkeit der Situation an den Grenzen Europas und denen der Vereinigten Staaten.

Kurator/innen: Christoph Gurk, Ilona Goyenche, Matthias Lilienthal, Anne Schulz
Künstler/innen: Ángel Hernández Arreola (MX), Lagartijas Tiradas al Sol (MX), Gabino Rodriguez (MX), Marianna Villegas (MX), Pollyester u.a.

Kon­takt

Münchner Kammerspiele

Falckenbergstr. 2

80539 München

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