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Junge Kulturregion Chemnitz

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Auf einen Blick

Mit dem Programm „enter – Junge Kulturregion Chemnitz“ fördert die Kulturstiftung des Bundes künstlerische Ideen und Projekte, die von jungen Menschen in Chemnitz und Region in den Jahren 2025 bis 2029 entwickelt und umgesetzt werden. Kunstprojekte und der Wanderspace in der Region sowie die Zukunftsprojekte in Chemnitz bieten Räume, in denen junge Leute selbstorganisiert und mit Unterstützung von Künstler*innen und Zukunftskurator*innen kreativ werden können. Das Programm wird von der Kulturstiftung des Bundes mit knapp 7 Mio. Euro gefördert und erprobt, wie kulturelle Aktivitäten den sozialen Zusammenhalt stärken und den Dialog zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen fördern können.

Aktuelle Termine und News zu den Projekten in Stadt und Region gibt es auf der Website von “enter”: 

2025 waren das deutsche Chemnitz und das slowenische Nova Gorica „Europäische Kulturhauptstadt“. Mit dem mehrjährigen Programm „enter – Junge Kulturregion Chemnitz“ erweitert die Kulturstiftung des Bundes das Kulturstadtprogramm der Stadt Chemnitz um künstlerische Projekte von und mit jungen Menschen und führt die Impulse des Kulturhauptstadtjahres bis 2029 weiter. „enter“ ist damit Teil der Legacy der Kulturhauptstadt Chemnitz und trägt dazu bei, ihre Wirkung über das Jahr 2025 hinaus fortzuführen.

Hintergrund

Chemnitz ist mit den Herausforderungen gesellschaftlicher Überalterung konfrontiert. Die Stadt leidet unter dem Fortzug junger Menschen ebenso wie unter einer zunehmenden politischen Polarisierung. Das Europäische Kulturhauptstadtjahr bietet für Chemnitz in dieser Lage eine große Chance, umfassende Strategien für die kulturelle Zukunft von Stadt und Region zu entwickeln. Mit dem Programm “enter” speziell für junge Menschen will die Kulturstiftung das Festprogramm sowohl künstlerisch-konzeptionell ergänzen wie auch zeitlich erweitern: Die „Junge Kulturregion Chemnitz“ begann daher bereits im Jahr 2024 mit vorbereitenden Konferenzen (Summer Schools), die eine Brücke zu Jugendkulturen in Belgien und der Ukraine schlagen. “enter” wird bis zum Jahr 2029 fortgesetzt mit künstlerischen partizipativen Projekten, die neben der Stadt auch das Umland von Chemnitz einbeziehen.

enter Wanderspace & Kunstprojekte in der Region

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Eröffnung des ersten “enter Wanderspace” in Aue Bad-Schlema Ende Oktober 2025. Foto: Sabine Boger
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Eröffnung des ersten “enter Wanderspace” in Aue Bad-Schlema Ende Oktober 2025. Foto: Sabine Boger

In enger Anbindung an die Ausrichtung der Chemnitzer Kulturhauptstadt im Sinne einer Kulturregion ergänzt „enter – Junge Kulturregion Chemnitz“ das Kulturhauptstadtprogramm um Kunstprojekte im Umland von Chemnitz. Dort ist das auf ländliche Regionen in Sachsen spezialisierte mobile Partizipationsprojekt FABMOBIL e.V. verankert. Auf diese erprobte Struktur baut das Team von “enter" in der Region auf und entwickelte u. a. den Wanderspace, der in den Jahren 2025–2027 durch die Region zieht und an bis zu sechs Orten einige Monaten Station macht. Der Wanderspace bietet jungen Menschen Raum und Zeit, ihre eigenen künstlerischen Vorstellungen zu entwickeln und umzusetzen. Die mobile Architektur aus umgebauten Seecontainern macht es möglich, dieses Angebot an unterschiedlichen Orten in der Region zu verankern.

Die erste Station im Herbst 2025 war Aue-Bad Schlema, seit April 2026 ist der Wanderspace in Burgstädt und im September 2026 zieht er weiter nach Lichtenstein. Für die jeweiligen Standorte entwickeln junge Menschen gemeinsam mit lokalen Partnern ganz eigene Projekte, Workshops, Veranstaltungen und künstlerische Formate.

Der Wanderspace schafft damit nicht nur einen temporären Ort für junge Kunst und Kultur, sondern bringt neue Impulse in die Region und unterstützt junge Menschen dabei, ihre kulturellen Aktivitäten selbst zu gestalten. Für einen weiteren Standort ab 2027 können sich Gruppen und Kommunen aus der Region bewerben.

enter Zukunftsprojekte – Kunst- und Kulturprojekte in Chemnitz

In Chemnitz entstehen im Rahmen von enter zahlreiche neue Projekte und Orte, an denen junge Menschen Kunst und Kultur selbst gestalten. Gemeinsam mit den Zukunftskurator*innen entwickeln sie eigene Ideen und Formate – in Kooperation mit Kultureinrichtungen, Initiativen, Vereinen, Schulen und weiteren Partnern. Diese vielfältigen Aktivitäten bilden die (De)Zentrale: ein dezentrales Netzwerk für junge Kunst und Kultur in Chemnitz.

Gemeinsam mit jungen Menschen entwickeln die drei Zukunftskurator*innen zwischen 2025 und 2029 bis zu fünfzehn partizipative künstlerische Zukunftsprojekte, die ihren Ideen, Fragen und Visionen Ausdruck verleihen. Dabei werden auch neue Orte für junge Kunst und Kultur geschaffen und bestehende Kulturorte der Stadt einbezogen.

Neben der Kooperation mit Kulturorten der Stadt werden dabei auch Schulen und zivilgesellschaftliche Organisationen eingebunden. In Fragen der Vermittlung und Ko-Kreation arbeiten die Zukunftskurator*innen eng mit partizipationserprobten Künstlerkollektivenim ganzen Bundesgebiet sowie mit Social-Design-Studierendenverschiedener Hochschulen.

Entscheidungen über die Auswahl und Ausgestaltung einzelner Kunstprojekte treffen die beteiligten jungen Chemnitzerinnen und Chemnitzer zusammen mit den Zukunftskuratorinnen und in Moderation des Spinnerei e.V., der sich seit 2014 einen Namen als Initiator soziokultureller und künstlerischer Prozesse gemacht hat und von seiner lebendigen Nähe zur Chemnitzer Kunst- und Jugendszene sowie zu migrantischen Communities profitieren kann.

Summer Schools für junge Menschen

Internationale Begegnungen sind ein wichtiger Bestandteil von „enter“. In den Summer Schools kommen junge Menschen aus Chemnitz und der Region mit jungen Menschen aus anderen europäischen Städten zusammen, lernen unterschiedliche Kulturszenen kennen und entwickeln gemeinsam künstlerische Ideen. Die Begegnungen eröffnen neue Perspektiven, schaffen Kontakte und machen europäische Zusammenarbeit unmittelbar erfahrbar.

2024 ging es zunächst nach Gent, der Europäischen Jugendhauptstadt, 2025 nach Nova Gorica, der Europäischen Kulturhauptstadt. Die dritte Summer School fand vom 26. Juli bis 2. August 2026 in Oulu, der Europäischen Kulturhauptstadt 2026, statt. Über 40 junge Menschen aus Deutschland, Slowenien, Polen, Belgien, der Ukraine, Finnland, Lettland und Tschechien kamen dort zusammen, um in interdisziplinären Workshops gemeinsam zu arbeiten und neue künstlerische Perspektiven zu entwickeln. Unter dem Motto „On Thin Ice – Reclaiming Humour in a Changing Cultural Climate“ beschäftigten sie sich mit Humor als künstlerischem Ausdrucksmittel, als Möglichkeit der Begegnung und als Form, gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren.

enter-Akademie

Die enter-Akademie verbindet praxisorientierte Weiterbildung mit Community-Building und internationaler Vernetzung. Als eigenständiger Baustein des Programms richtet sich die Akademie an junge Kreativ- und Kulturschaffende und schafft zusätzliche Möglichkeiten für Qualifizierung, Vernetzung und die Entwicklung eigener künstlerischer und kultureller Vorhaben.

In modularen Formaten werden unter anderem Kompetenzen in Kulturmanagement, Kreativtechniken und Marketing vermittelt. Zugleich geht es darum, junge Kulturschaffende in ihrer Selbstständigkeit zu stärken und ihnen Zugang zu bundesweiten und europäischen Netzwerken zu eröffnen.

Mit der Akademie, die von der DROSOS STIFTUNG gefördert wird, erweitert enter seinen Ansatz um ein Modell, das über die Förderung einzelner Projekte hinaus auf die langfristige Entwicklung junger Kulturschaffender zielt. Die Erfahrungen aus Chemnitz sollen dabei auch Impulse für andere Regionen und Kulturinstitutionen geben.

Konferenz zur Ästhetik des Partizipativen

Voraussichtlich 2027 findet eine bundesweite Konferenz zur Ästhetik und Wirkung partizipativer künstlerischer Projekte statt. In Zusammenarbeit mit den beteiligten jungen Chemnitzerinnen und Chemnitzern und Künstlerinnen sowie mit internationalen Experten aus Kunsthochschulen, Wissenschaft, Politik und Verwaltung soll – anknüpfend an den UN-Weltbericht „Kultur: Urbane Zukunft“ – der Frage nachgegangen werden, wie kulturelle Aktivitäten den sozialen Zusammenhalt stärken und den Dialog zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen fördern können. Vor dem Hintergrund der spezifischen Transformationsherausforderungen, vor denen zahlreichen Städte in Deutschland stehen, sollen die Erfahrungen aus Chemnitz und den Aktivitäten der „Jungen Kulturregion“ bundesweit vermittelt und diskutiert werden.

Kontakt

Teresa Darian

ProgrammentwicklungKulturstiftung des BundesFranckeplatz 206110 Halle an der Saale
Tel: 49 (0)345 2997 162