Zitat
Die Tanztriennale in Hamburg zeigt, welche ästhetische und gesellschaftliche Kraft Tanz freisetzen kann. Sie ist schon jetzt Impulsgeberin für die Tanzszene.
Podium Mutige Schritte, 17.6.2026, Kampnagel Hamburg
Die Tanztriennale
Die Tanztriennale 2026 machte aktuelle Tendenzen des zeitgenössischen Tanzes sichtbar, sprach ein neues breites und diverses Publikum an und ermöglichte den Fachaustausch innerhalb der Sparte. Sie brachte die verschiedenen Tanzszenen und Ästhetiken zusammen – von Urban Dance über zeitgenössische Ästhetiken bis zum klassischen Ballett. Die Auftaktausgabe der Tanztriennale fand vom 14.–21. Juni 2026 in der Freien und Hansestadt Hamburg statt. Der Austragungsort wurde durch eine bundesweite Ausschreibung der Kulturstiftung des Bundes ermittelt. Im März 2025 gründete sich der Tanztriennale Hamburg e.V.
Alle Informationen zur Tanztriennale finden Sie unter tanztriennale.de (externer Link, öffnet neues Fenster).
Die Tanztriennale – der neue Kulturelle Leuchtturm für die Sparte Tanz – ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.
Hintergrund
Der „Tanzkongress“, den die Kulturstiftung des Bundes von 2006 bis 2022 an sechs verschiedenen Orten (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Hannover, Dresden und Mainz) ausgerichtet hat, war internationales Spartentreffen, publikumswirksames Festival und interdisziplinäre Forschungsstätte zugleich. Nach dem Wechsel der künstlerischen Leitung 2023 hat die Kulturstiftung des Bundes Gespräche mit Vertreterinnen der Tanzszene geführt, um ein Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Aus diesen Gesprächen ist die Tanztriennale als neuer Kultureller Leuchtturm für die Sparte Tanz entstanden.
Formate
Moving Meetings
Seit Juni 2025 bringen die Moving Meetings (externer Link, öffnet neues Fenster) monatlich professionelle Tanzschaffende aller Genres, Tanzkulturen und Hintergründe zusammen. Sie bieten Raum, gemeinsam zu reflektieren, ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu teilen und neugierig auf unterschiedliche Praktiken, Überzeugungen und Geschichten zu sein. Mit diesem Treffen möchte die Tanztriennale den Dialog über relevante Themen vorantreiben und Austausch dort schaffen, wo Tanzgemeinschaften oft durch Unterschiede getrennt werden – mit dem Ziel, Offenheit und gegenseitige Entdeckungen zu fördern. In englischer Sprache. Eintritt frei.
All Moves
All Moves
All Moves (externer Link, öffnet neues Fenster) lud alle Tanzinteressierten mit und ohne tänzerische Vorerfahrung ein, neue Formen der Bewegung zu entdecken und verschiedene Tanzästhetiken und Styles auszuprobieren. Jede Ausgabe überraschte die Teilnehmenden: Neuer Ort. Neues Genre. Neue künstlerische Leitung. Es ging darum, sich ohne Vorbehalt und spontan auf Bewegung einzulassen. Jede*r konnte mitmachen. “All Moves” fand seit Oktober 2025 einmal monatlich bis zur Tanztriennale statt.
Counter Balance – Residencies for Research and Creation
Mit Counter Balance (externer Link, öffnet neues Fenster) hat die Tanztriennale ein Residenzformat ins Leben gerufen, das jenseits des gewohnten Tanzkanons Raum für künstlerisches Experimentieren schafft. Künstler*innen aus verschiedenen Stilrichtungen des Tanzes waren eingeladen, sich als Tandem für Residenzen in den Bereichen „Research“ und „Short Creation“ zu bewerben. Aus rund 600 Bewerbungen hat die Jury vier Tandems ausgewählt:
Tandems Research
Fabienne „Foxy“ Klüver (Deutschland) & Sizwe Sihle „Sizwe031“ Mzimela (Südafrika/Deutschland)
Sizwe Sihle „Sizwe031“ Mzimela ist DJ und Kulturschaffender aus Durban, Südafrika. Seine Arbeit wurzelt in der tiefen Verbindung zwischen Musik, Tanz und dem Leben in der Gemeinschaft. Fabienne „Foxy“ Klüver, geboren in Hamburg, ist Tänzerin und Amapiano-DJ. Ihre Praxis ist von einer westlichen Ausbildung und den dazugehörigen institutionellen Strukturen geprägt. Ihre Counter-Balance-Residenz beschäftigt sich damit, wie gelebtes Erbe auf verwestlichte Kontexte trifft, wie Insider-Erfahrung auf Outsider-Verantwortung stößt. Gemeinsam gründeten Sizwe und Foxy „Junkpark“, ein Amapiano-Event und eine Community in Deutschland. Ihre Residenz wird sich nicht nur der Freude und Lebendigkeit von Amapiano widmen, sondern auch den Spannungen, die in der Übersetzung entstehen. Es geht um Fragen der Authentizität, des kulturellen Besitzes und der Politik der Repräsentation.
Aoife McAtamney & Lucy O’Donnell (Irland)
Diese Residenz bringt die irische Choreografin und Musikerin Aoife McAtamney und die leitende Bibliothekarin der Lexicon Library Dublin, Lucy O’Donnell, zusammen. Beide erforschen Gesang, Tanz und Choreographie in Beziehung zu Literatur, zu Bibliotheken und deren Leserschaft. Beide werden ihr interdisziplinäres Forschungs- und Performance-Projekt „Authors“ um eine neue Umgebung außerhalb Irlands erweitern. Die Counter-Balance-Residenz ermöglicht es ihnen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede im sozialen und menschlichen Gefüge von Tanz, Literatur und den Menschen, die diese Felder prägen, zu entdecken. Sie entwickeln einen kreativen Vorschlag, wie eine deutsche Ausgabe von „Authors“ aussehen könnte.
Tandems Short Creation
Reiko Ohta (Japan/Dänemark) & Joseph Simon (Frankreich/Niederlande)
Reiko Ohta absolvierte eine klassische Ballettausbildung in Japan. Joseph Simon ist B-Boy, seine Wurzeln liegen in der HipHop-Kultur. Beide verbindet das gemeinsame Interesse und die Vision, einen unkonventionellen Ansatz für das Ballett zu entwickeln: Auf experimentelle Weise wollen sie Elemente aus HipHop, House Dance und Ballett dekonstruieren, um die für diese Styles typischen sozialen Verhaltensweisen, Haltungen und Ästhetiken herauszufordern und spielerisch zu hinterfragen. Sie erforschen, wie Ballett mit Street- und Clubstyles koexistieren und verschmelzen kann. Die Offenheit zum Austausch zwischen Subkulturen soll gefeiert, die Individualität, Gemeinschaft, Selbstermächtigung und Befreiung wertgeschätzt werden.
Lau Sin Yi (Hong Kong/Spanien) & germain (Frankreich)
Lau Sin-Yi und germain bringen in ihrer Counter-Balance-Residenz Krump, Waacking und Flamenco zusammen. Die Tanzpraktiken sind jeweils aus Gemeinschaften entstanden, die Widerstand in Kunst verwandelt haben. Durch die Verbindung ihrer unterschiedlichen tänzerischen Hintergründe wollen Lau Sin Yi und germain einen Raum schaffen, in dem ihre gemeinsamen Werte – Widerstand, emotionale Authentizität und erzählerischer Ausdruck – durch eine neue verkörperte Sprache erforscht werden können. Dieses Tandem ist nicht nur ein Akt künstlerischer Neugier, sondern auch einer der Solidarität: Was kann unsere Bewegung über die persönlichen und politischen Kräfte offenbaren, die uns geprägt haben? Welche neuen Ausdrucksformen können entstehen, wenn wir uns in einem Raum der Verletzlichkeit und der Kraft begegnen?
Die mehrwöchigen Residenzen fanden zwischen Februar und Juni 2026 an Partnerorten in ganz Deutschland statt: HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste (Dresden), Hessisches Staatsballett (Darmstadt/Wiesbaden), LOFFT – DAS THEATER (Leipzig), Perform(D)ance (Stralsund), Studio Pro Arte – Tanzhaus und Kulturzentrum (Freiburg) und tanzhaus nrw (Düsseldorf).
Die Jury: Pedro Barreiro (Künstlerischer Leiter, O Espaço do Tempo, Montemor-O-Novo), Iván Pérez (Künstlerischer Leiter, Dance Theatre Heidelberg), Monique Smith-McDowell (Choreographin, Performerin und Audiodeskriptorin, Hamburg), Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang (Künstlerische Co-Leiterinnen, Tanztriennale Hamburg).
Die in „Short Creations“ entstandenen Arbeiten werden im Rahmen der Tanztriennale als je 30-minütige Choreografien gezeigt. Die Ergebnisse der „Research“-Residenzen werden ebenfalls während der Tanztriennale präsentiert.
Künstlerische Leitung
Die Tanztriennale – der neue Kulturelle Leuchtturm für die Sparte Tanz – ging mit einer Doppelspitze in die erste Ausgabe 2026. Als Künstlerische Leitung hatte die internationale Findungskommission in ihrer Sitzung am 14. September 2024 die Dramaturgin Monica Gillette und die Tanz-Kuratorin Gwen Hsin-Yi Chang ausgewählt. Gillette und Chang gaben der Tanztriennale ein Profil für die gesamte Tanz-Community, vom klassischen Ballett über zeitgenössische Ästhetiken bis zum Urban Dance und anderen Stilen. Dafür entwickelten sie ein Programm aus internationalen Tanzproduktionen renommierter Compagnien, künstlerischen Projekten für Profis und Laien sowie Formaten, in denen sich die vielfältigen Tanzszenen und Communities vernetzen konnten.
Biografie Monica Gillette
Monica Gillette arbeitet derzeit als Dramaturgin für das Tanzhaus Zürich und forscht im Auftrag des European Dance Development Network (EDN). Sie absolvierte eine klassische Ballettausbildung in den USA und sammelte vielfältige Erfahrungen im zeitgenössischen Tanz in Europa, zuletzt im Ensemble des Theater Freiburg. Neben ihrer Tätigkeit als Dramaturgin hat sie sich anschließend auf internationale Projekte spezialisiert, die Tanz mit sozialem Engagement und kulturellem Austausch verbinden. Zuletzt war sie an mehreren europäischen Tanz-Projekten beteiligt, etwa „Migrant Bodies/Moving Borders“, „Empowering Dance“ oder „Dancing Museums – The Democracy of Beings“.
Biografie Gwen Hsin-Yi Chang
Gwen Hsin-Yi Chang hat sich auf spartenübergreifendes künstlerisches Arbeiten spezialisiert und bringt als Kuratorin Erfahrungen aus mehreren Projekten im Bereich Tanz mit. Sie war Gastkuratorin des Tanzkongresses 2022 in Mainz und leitete die Abteilung für internationale Partnerschaften am National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), Taiwan Dance und Weiwuying Circus. In Luxemburg initiierte sie AxE Arts Europa, ein Netzwerk für künstlerischen Austausch in den Darstellenden Künsten. Chang ist Partnerin in der europäischen Tanz-Plattform Aerowaves und Mitglied im Steuerungsgremium des Circus Asia Network.
Statement der Findungskommission
Auf die Künstlerische Leitung konnten sich sowohl Teams als auch Einzelpersonen bewerben. Aus allen Bewerbungen hat sich die internationale Findungskommission einstimmig für die Berufung von Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang ausgesprochen:
„Monica Gillette und Gwen Hsin-Yi Chang überzeugten mit ihrer breiten internationalen Erfahrung und ihrem tiefen Verständnis für unterschiedliche Tanzstile, sei es Ballett, Funk, Hip Hop, Club Styles oder zeitgenössischer Tanz. Ihr Konzept verspricht, den Tanz in all seinem Potenzial sichtbar zu machen und die Stärken der erfahrenen Hamburger Institutionen mit globalen Perspektiven und neuen Impulsen aus der freien Tanzszene zu verbinden. Durch aktive Community-Arbeit, auch vor und nach der Tanztriennale, öffnen sie das Format und schaffen damit die Grundlage für ein dynamisches, relevantes Programm, das die vielgestaltige Tanzszene in Deutschland – von Amateur*innen bis zu Profis aus der ganzen Welt – wie auch das Publikum einbezieht. So entsteht ein solidarischer Raum, in dem sich eine neue Dynamik für die gesamte Szene entfaltet und aus dem die Tanztriennale, ein neuer kultureller Leuchtturm für Tanz in Deutschland und international, wachsen kann.“
Mitglieder der Findungskommission: Joy Alpuerto Ritter (Choreografin, Berlin), Bruno Bouché (Künstlerischer Leiter Ballet de l’Opéra national du Rhin, Mulhouse/Frankreich), Serge Aimé Coulibaly (Künstlerischer Leiter Faso Danse Theatre, Brüssel/Belgien und Bobo-Dioulasso/Burkina Faso), Ingrida Gerbutavičiūtė (Intendantin tanzhaus nrw, Düsseldorf), Wanda Puvogel (Tanzdirektorin und Dramaturgin Luzerner Theater/Schweiz)
Beratung der Findungskommission: Michael Freundt (Geschäftsführer Dachverband Tanz Deutschland), Markus Pitz (Amtsleiter Kultur in der Behörde für Kultur und Medien, Hamburg), Katarzyna Wielga-Skolimowska (Künstlerische Direktorin Kulturstiftung des Bundes)
Austragungsort
Als Austragungsort für die Tanztriennale wählte der Stiftungsrat im Juli 2024 die Freie und Hansestadt Hamburg aus. In einem hervorragenden Bewerberfeld setzte sich in der öffentlichen Ausschreibung Hamburg mit partizipativen Ideen für die Stadtgesellschaft, anerkannten Tanzinstitutionen und internationaler Strahlkraft durch. Besonders überzeugte der Ansatz, das hohe Traditionsbewusstsein auf innovative Weise mit dem Engagement ganz neuer Tanzakteure und -kollektive zu verbinden. Mit der Tanztriennale nutzt Hamburg sein großes Potenzial, um genreübergreifend neue Wege für die Zukunft des Tanzes zu erkunden. Der dezentrale Ansatz stärkt die Freie Tanzszene über die Grenzen des Bundeslandes hinaus. Eine Verstetigung am Austragungsort über 2026 hinaus wird angestrebt. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die erste Ausgabe 2026 mit bis zu 950.000 Euro, die Stadt Hamburg stellt weitere 600.000 Euro in Aussicht.
Mit ihrer gemeinsamen Bewerbung mit dem Hamburg Ballett und der Ballettschule des Hamburg Ballett, dem internationalen Produktionshaus Kampnagel unter der Intendanz von Amelie Deuflhard und K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg unter der künstlerischen Leitung von Kerstin Evert erweitert die Stadt Hamburg die ästhetischen Grenzen des Tanzes: Hip-Hop- und Black-Dance-Communities werden ebenso Teil der Tanztriennale wie Museen, zeitgenössische Ausstellungsorte oder Einrichtungen der Wissenschaft. Die Tanztriennale wird breit in der Hamburger Tanzszene verankert sein, erprobt neue Ausbildungsstrukturen und setzt Akzente für einen anderen Umgang mit Diversität und Inklusion. Zudem stellt sie einen Zusammenhang her zwischen künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung auf den Feldern von Medizin und Gesundheit.
Die Entscheidung über den Austragungsort der Tanztriennale traf der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes am 11. Juli 2024. Alle Stiftungsratsmitglieder mit enger Beziehung zu jeweils einer der Bewerberstädte verzichteten vollständig auf ihre Teilnahme am Auswahlverfahren.
Förderhinweis
Die Tanztriennale ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Sie wird veranstaltet vom Tanztriennale Hamburg e.V. und gefördert als Kultureller Leuchtturm durch die Kulturstiftung des Bundes und die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien Hamburg. Der Tanztriennale Hamburg e.V. ist ein Zusammenschluss von Hamburg Ballett/Hamburgische Staatsoper GmbH, Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH und K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg.
Termine
Aktuell keine bevorstehenden Termine
Vergangene Termine
14. Juni, 2026 bis 21. Juni, 2026: Tanztriennale 2026
verschiedene Orte, Hamburg
19. Januar, 2024 : Digitale Informationsveranstaltung in deutscher Sprache
10:00 – 11:00 Uhr
18. Januar, 2024 : Digitale Informationsveranstaltung in englischer Sprache
14:30 – 15:30 Uhr
Kontakt
Team Tanztriennale
Geschäftsführung
Friederike Jäcksch
friederike(at)tanztriennale.de (öffnet neues Fenster)
Kommunikation & Marketing
Yvonne von Duehren
yvonne(at)tanztriennale.de (öffnet neues Fenster)
Presse
Anja Michalke
presse(at)tanztriennale.de
Karin Kirchhoff / Kulturstiftung des Bundes
Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 2
06110 Halle an der Saale
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E-Mail































