Binding Bodies

Perspektiven auf gebundene Füße

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Projektbeschreibung

Die chinesische Praxis des Füßebindens, das künstliche Verkleinern des weiblichen Fußes auf eine Größe von etwa 10 Zentimetern, hat europäische Reisende seit dem 16. Jahrhundert schockiert und zugleich fasziniert. Diese Faszination manifestierte sich auch in den aus China importierten Exponaten, darunter auch Knochen und Abgüsse, die in wissenschaftliche und ethnographische Sammlungen Europas überführt wurden. Die Ausstellung „Binding Bodies“ nimmt dies als Ausgangspunkt und bearbeitet die heute verschwundene Kulturtechnik erstmals in Form einer Verflechtungsgeschichte, die deren vielschichtige Bedeutung an der Schnittstelle von Gender, Klasse und Kolonialismus zeigt. Im Gegensatz zum lange Zeit vorherrschenden kolonialen Blick werden sogenannte Lotusfüße hier nicht als Mittel der Unterdrückung gezeigt, sondern als komplexe Praxis mit einer Vielzahl an Deutungsmustern in Europa und Asien. Neue Ausblicke liefert etwa die Einordnung in den Kontext weiblicher Körpermodifikation, die in Korsett und Stöckelschuhen auch in Europa ihren Ausdruck fand.

Die kulturhistorische Ausstellung wird in enger Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern konzipiert und um drei internationale künstlerische Positionen ergänzt, u.a. durch Arbeiten der koreanisch-amerikanischen Künstlerin kate-hers RHEE und des chinesischen Künstlers Zhang Gong.

Die Ausstellung wird im Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) in Hamburg und im Tieranatomischen Theater (TA T) der Humboldt-Universität zu Berlin gezeigt und von Veranstaltungen begleitet. Die Ausstellungstexte und eine begleitende Publikation werden dreisprachig verfasst, um einem internationalen Publikum Zugang zu Inhalten und Positionen des Projekts zu ermöglichen.

Kuratorinnen: Jasmin Mersmann, Evke Rulffes, Felix Sattler
Projektträger: Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Humboldt-Universität zu Berlin
Partner: Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt (MARKK), Barbara Plankensteiner, Susanne Knödel, Gabriel Schimmeroth
Künstlerinnen: kate-hers RHEE, Zhang Gong
Wissenschaftlicher Beirat: HAN Congyao, Dorothy Ko, Carina Phillips, Thomas Schnalke, Susanne Wernsing, ZHU Yije

Termine

  • 1. September, 2022 bis 31. Juli, 2023: Ausstellung und Rahmenprogramm

    Tieranatomisches Theater, Berlin | MARKK, Hamburg | Kunsuniversität, Linz u. a.

Kontakt

Humboldt-Universität zu Berlin

Helmholtz-Zentum für Kulturtechnik
Unter den Linden 6
10099 Berlin


tieranatomisches-theater.de (externer Link, öffnet neues Fenster)
markk-hamburg.de (externer Link, öffnet neues Fenster)