Hamburger Initiative zur Aufarbeitung der kolonialen Geschichte (AT)

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Programmbeschreibung

Die Hafenstadt Hamburg war eine der einflussreichsten Kolonialmetropolen Europas, ihre Geschichte ist eng mit dem Unrechtssystem, den kolonialen Herrschafts- und Gewaltverhältnissen verbunden. Mit der „Initiative zur Aufarbeitung der kolonialen Geschichte“ (AT) möchte die Hansestadt sich in den Jahren 2022-2023 in einem großen Vorhaben den Herausforderungen in besonderer Weise stellen, diese Vergangenheit aufzuarbeiten und deren Spuren in die Gegenwart sichtbar zu machen. Auch die Zivilgesellschaft der Stadt, die Freie Szene und ausgewählte Kultureinrichtungen sind eingeladen, aktiv zu werden und sich zu beteiligen. Es entstehen insgesamt vier Teilprojekte, in denen die Kolonialgeschichte der Hansestadt bearbeitet wird. Projektträgerin ist die Stiftung Historische Museen in Hamburg. Die Kosten des Gesamtprogramms belaufen sich auf 1 Mio. Euro, von denen das Land Hamburg und die Kulturstiftung des Bundes paritätisch eine Summe von bis zu 500.000 Euro tragen.

Ideenwettbewerb Bismarck-Denkmal

Die Stiftung Historische Museen Hamburg lobt in diesem Vorhaben einen internationalen Ideenwettbewerb aus, der das größte Bismarck-Denkmal Europas im Hamburger Stadtteil St. Pauli in einen Ort mit klarem Bekenntnis zu Demokratie, Gleichbehandlung und Pluralität verwandelt. Mit der zeitgenössischen Kontextualisierung werden die Referenzen des historischen Bauwerks zu Kaiserzeit, Kolonialismus und Nationalsozialismus sichtbar gemacht. Gleichermaßen soll die künstlerische Intervention für Themen rassistischer Diskriminierung und sozialer Gerechtigkeit sensibilisieren. Das Projekt realisiert die Initialphase des Ideenwettbewerbs bis zur offiziellen Ernennung eines Siegerentwurfs, der im benachbarten Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellt wird.

Offener Ideenwettbewerb zur Kontextualisierung des Bismarck-Denkmals

Weitere Informationen und das Exposé zum Ideenwettbewerb "Bismarck neu denken" finden Sie in deutscher und englischer Sprache als PDF zum Download auf der Website der Stiftung Historische Museen Hamburg. 

Internationales Symposium „Memory in Motion“

Mit internationalen Diskursveranstaltungen wird die Hamburger Initiative die gesellschaftliche Debatte über koloniale Erinnerungskultur in den Städten befördern. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten und internationalen Vertreterinnen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur werden innovative Formen und neue Inhalte des Erinnerns und Gedenkens diskutiert. Darüber hinaus beteiligt das Projekt Menschen aus weiteren Städten und anderen Bundesländern, die sich in den letzten Jahren mit der Aufarbeitung des kolonialen Erbes beschäftigt haben.

Digitale Kartographierung der Hamburger Kolonialgeschichte

Digitale Instrumente werden immer wichtiger, um Sammlungsbestände und ihre Geschichte zu erschließen, Ergebnisse der Provenienzforschung transparent zu vermitteln und gleichzeitig auch international zugänglich zu machen. Die Initiative aus Hamburg wird zur interaktiven Weltkarte des Berliner Projektes DEKOLONIALE beitragen und diese um Hamburger Topographien, Geschichten und Widerstandsbiographien Schwarzer Menschen ergänzen.

Open-Air-Festival zur kolonialen Geschichte

Im September 2023 entsteht ein temporärer Festivalort, der vielfältige künstlerische Interventionen präsentiert und einem breiten Publikum die Auseinandersetzung mit Folgen des deutschen wie insbesondere auch des Hamburger Kolonialismus eröffnet. Für das Festival sind drei Schwerpunktbereiche ausgewählt: Kunst, Bildung/Vermittlung und Veranstaltungen. Das Festival wird von externen Kuratorinnen oder Kuratoren betreut, die Sorge dafür tragen, dass sowohl internationale, diasporische als auch mehrheitsgesellschaftliche Positionen und Perspektiven sichtbar werden.

Kontakt

Uta Schnell

ProgrammentwicklungKulturstiftung des BundesFranckeplatz 206110 Halle an der Saale
Tel: 49 (0)345 2997 118Fax: 49 (0)345 2997 333E-Mail an Uta Schnell