Das Programm Kultur Digital (Arbeitstitel) will Kultureinrichtungen motivieren und sie darin unterstützen, die digitalen Möglichkeiten und Herausforderungen der Gegenwart selbstbestimmt und gemeinwohlorientiert mitzugestalten und ihnen kreativ, aber auch kritisch zu begegnen. Wie können Museen und Theater, Konzert- und Literaturhäuser auf die technologischen Innovationen reagieren? Welche Formen der Vermittlung, der Produktion und der Kommunikation mit ihren Besucherinnen und Besuchern bringen die Einrichtungen voran? Bisher haben in Deutschland erst wenige Kultureinrichtungen begonnen, digitale Konzepte und Angebote zu erarbeiten und ihre Institutionen in dieser Richtung weiterzuentwickeln. Oft fehlen im künstlerischen Betrieb noch die Kompetenzen und das fachliche Know-how, um die meist hochdynamischen digitalen Techniken und Angebote zu beurteilen oder zu nutzen. Kultur digital verfolgt grundsätzlich einen Open-Access und Open-Source Ansatz. Das Programm besteht aus drei Modulen:

Fonds Digital (Arbeitstitel)
Fonds für den digitalen Wandel in Kultureinrichtungen

Das zentrale Vorhaben soll die Einrichtung des antragsoffenen "Fonds Digital" (Arbeitstitel) sein. Der Fonds bietet Kulturinstitutionen die Möglichkeit, auf Grundlage bereits erprobter Maßnahmen – wie Online Sammlungen oder dem Einsatz von Social Media – richtungsweisende digitale Strategien und Konzepte umzusetzen sowie begonnene Veränderungsprozesse auszubauen. Gefördert wird die Entwicklung und Umsetzung digitaler Vorhaben in den Bereichen digitales Kuratieren, digitale künstlerische Produktion, digitale Vermittlung und Kommunikation. Die Häuser arbeiten im projektbezogenen Verbund von mindestens zwei Kultureinrichtungen sowie mit Expertinnen und Experten für Digitales zusammen, um sich neue Kompetenzen anzueignen, Wissen und Inhalte auszutauschen und in offenen Netzwerken zu veröffentlichen. Für einen solchen Verbund können für die Dauer von vier Jahren bis zu 880.000 Euro bei der Kulturstiftung des Bundes beantragt werden. Bei Verbünden mit mehr als zwei Kulturinstitutionen erhöht sich die o.g. maximale Fördersumme, die der Verbund beantragen kann, um jeweils 160.000 Euro pro weiterer Kulturinstitution. Für den Fonds Digital stehen 15,8 Millionen Euro zur Verfügung.

För­der­grund­sät­ze und Ein­sen­de­schluss


Hier können Sie die Fördergrundsätze für den "Fonds Digital" (Arbeitstitel) downloaden. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2019. Es ist keine weitere Antragsrunde geplant. Das Online-Antragsformular wird im Winter 2018 auf dieser Seite bereitgestellt.

Fördergrundsätze Fonds Digital

Muster Kosten- und Finanzierungsplan Fonds Digital

Die Anlage Empfehlungen zur Lizenzierung der Fördergrundsätze finden Sie in Kürze auf dieser Seite.  

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  • Jury

    Zur Jury des "Fonds Digital" gehören:


    Prof. Dr. Ellen Euler, seit Juli 2017 Professorin für Open Access/Open Data an der FH Potsdam. Sie studierte Rechtswissenschaften und spezialisierte sich auf Fragen des Informationsrechts. Ihre Promotion widmete sie dem Thema: »Das kulturelle Gedächtnis im Zeitalter digitaler und vernetzter Medien und sein Recht". Ellen Euler begleitete als Leiterin der Geschäftsstelle und als stellvertretende Geschäftsführerin den Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek.

    Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, bis 2017 Direktor des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin, dort verantwortlich für die Konzeption und Entwicklung des Projekts „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“. Markus Hilgert ist Honorarprofessor an den Universitäten Heidelberg, Marburg und Berlin.

    Sabine Himmelsbach, seit März 2012 Leiterin des Haus der elektronischen Künste Basel (HeK). Von 1999 bis 2005 war Himmelsbach Leiterin der Ausstellungsabteilung des Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe und dort als Kuratorin verantwortlich für zahlreiche Ausstellungen und Begleitprogramme zu medienkunstspezifischen Themen. Von 2005 bis 2011 leitete Sabine Himmelsbach das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in Oldenburg.

    Tobias Rempe, Mitbegründer und seit 2008 Geschäftsführer des Kammerorchesters Ensemble Resonanz in Hamburg, hier u.a. verantwortlich für den Aufführungsraum „resonanzraum“. Aktuell arbeitet Tobias Rempe an der Entwicklung des „digitalen resonanzraums“, in dem die Konzerte des Ensemble Resonanz in vielfältigen Formaten digital präsentiert und die künstlerischen Möglichkeiten eines digitalen Raums mit eigens für diesen Ort geschaffener Kunst ausgelotet werden.

    Kay Voges, seit 2010 Intendant des Schauspiel Dortmund und arbeitet seit 1998 als Regisseur für Schauspiel und Oper. Am Schauspiel Dortmund inszenierte er u.a. „Die Borderline Prozession“, die 2017 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Für seine Regiearbeiten wurde Kay Voges mehrfach ausgezeichnet. So gewann „Einige Nachrichten an das All“ beim NRW-Theatertreffen 2013 den Hauptpreis als „Beste Inszenierung“.

Als Informations- und Beratungsangebot veranstaltet die Kulturstiftung Informationstouren im Bundesgebiet. Um die geförderten Institutionen und Verbünde darüber hinaus fachlich zu begleiten, den gemeinsamen Austausch zu befördern und auch Beispielvorhaben aus dem internationalen Raum einzubeziehen, sind ein regelmäßiges Digital Lab sowie einmalig ein bundesweiter Ideenkongress geplant – mit Workshops, Fach-Kolloquien, internationalen Exkursionen und Fortbildungen für das Personal in Kultureinrichtungen.

Kultur-Hackathon Coding da Vinci

Um weniger erfahrenen Institutionen Einblicke in die Möglichkeiten digitaler Technologien zu bieten, soll der Kultur-Hackathon Coding da Vinci bis zu achtmal programmbegleitend und an bundesweit wechselnden Standorten ausgerichtet werden. Der Kultur-Hackathon Coding da Vinci ist ein Veranstaltungsformat, das Kultureinrichtungen aller Sparten mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Programmierung, Entwicklung, Design oder Computerspiel zusammenbringt und sich dafür einsetzt, das Angebot offener und frei zugänglicher Kulturdaten auszubauen. Die Kulturstiftung kooperiert hierfür mit den Gründerinstitutionen des Kultur-Hackathons, dem Wikimedia Deutschland e.V., der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation und dem Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS). Für dieses Modul stehen in den Jahren 2019 bis 2022 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Institutionen, die an der Ausrichtung eines Kultur-Hackathons interessiert sind, können sich an das Coding da Vinci-Team unter codingdavinci@zib.de wenden.

Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert als gemeinsames Projekt der Deutschen Digitalen Bibliothek, des Forschungs- und Kompetenzzentrums Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland.

Akademie für Digitalität und Theater

Als drittes Vorhaben im Rahmen des Programms werden in den Jahren 2019 bis 2021 insgesamt 54 Künstlerstipendien für Theaterschaffende an der in Gründung befindlichen Akademie für Digitalität und Theater, einer gemeinsamen Initiative des Theater Dortmund, des Landes NRW und der Stadt Dortmund gefördert. Mit der Akademie, die in Kooperation mit dem Deutschen Bühnenverein, der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft, der Folkwang Universität der Künste und der Fachhochschule Dortmund aufgebaut wird, entsteht für die Theater in Deutschland erstmals ein Ort der digitalen künstlerischen Forschung und der Aus- und Weiterbildung des künstlerischen wie auch technischen Personals. Die künstlerischen Forschungsstipendien an der Akademie werden mit 1 Million Euro gefördert.

Die Kulturstiftung des Bundes stellt für das Programm Kultur Digital im Zeitraum 2018 bis 2024 insgesamt 18 Millionen Euro zur Verfügung.

Kontakt

Uta Schnell

Wissenschaftliche MitarbeiterinKulturstiftung des BundesFranckeplatz 206110 Halle (Saale)
Tel: 49 (0)345 2997 118Fax: 49 (0)345 2997 333E-Mail