Mit dem Requiem für Auschwitz wurde an die Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma erinnert. Im Zentrum des Requiems für Auschwitz stand das Chor- und Orchesterwerk des niederländischen Sinto-Komponisten Roger ‚Moreno‘ Rathgeb. Die internationalen Roma und Sinti Philharmoniker Frankfurt unter Leitung von Riccardo M. Sahiti führten das Requiem nach der Premiere in Amsterdam am 3. Mai 2012 in mehreren europäischen Städten auf, in Bukarest, Prag, Budapest und Krakau. In Deutschland fand das Konzert in der Alten Oper in Frankfurt/Main am 28. November 2012 statt. Die Chöre und Solo-Sängerinnen und -sänger stammten aus den Ländern, in denen das Requiem zur Aufführung gelangte. In den Niederlanden war es der Amsterdamer Studentenchor, in Polen der Polnische Rundfunkchor, in Rumänien der Opernchor der Nationaloper Bukarest, in der Tschechischen Republik der Prager Philharmonische Chor, in Ungarn der Honvéd-Männerchor und in Deutschland der Chor des Frankfurter Opernhauses.

Mit der Einladung des niederländischen Sinto und Überlebenden der NS-Verfolgung Zoni Weisz als Redner zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Januar 2011 hat der Deutsche Bundestag ein Zeichen gesetzt: Die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma hat bisher in der deutschen Öffentlichkeit noch zu wenig Aufmerksamkeit erfahren.

Das Requiem für Auschwitz sollte zusammen mit einem Rahmenprogramm ein wirkungsvolles Zeichen gegen den „vergessenen Holocaust der Sinti und Roma“ (Zoni Weisz) setzen und zum anderen auf die bis heute fortwährende Diskriminierung der Sinti und Roma in zahlreichen europäischen Staaten hinweisen. Die Förderung der Kulturstiftung des Bundes in Höhe von 252.000 Euro sicherte hauptsächlich den musikalischen Teil des Projekts, insbesondere die Aufführung in Deutschland und anteilig die europäische Tournee. Weitere Mittel flossen aus dem Kulturprogramm der Europäischen Kommission sowie der International Task Force Holocaust (ITF).

Die organisatorische Verantwortung für das Projekt lag beim International Gipsy Festival Tilburg. Der künstlerische Leiter des Festival, Albert Siebelink, war – ebenso wie Zoni Weisz – Mitglied im Organisationskomitee des Projekts. Ergänzend zum musikalischen Programm organisierte das International Gipsy Festival Tilburg ein umfangreiches Rahmenprogramm, das mit Ausstellungen, Filmprogrammen, Jugend-Workshops und Konferenzen an den verschiedenen europäischen Orten der Orchestertournee auf die Geschichte des Genozids an den Sinti und Roma sowie auf aktuelle Tendenzen des Antiziganismusin Europa einging. Die Kosten für das Rahmenprogramm trugen unter anderem die Soros Foundation, die International Task Force Holocaust, der Europarat, der Prins Bernhard Cultuurfonds sowie das Kulturprogramm der Europäischen Kommission.

Kon­takt

International Gipsy Festival
Stichting Alfa

Telefoonstraat 14

5038 DM Tilburg

Niederlande

www.requiemforauschwitz.eu