Was kann die Wahrnehmung von Sound zur Reflexion von Geschichte beitragen? Wie kann man mittels Klang die Perspektiven auf die Geschichte erweitern und verschieben? Der an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg lehrende Künstler und Musiker Jan St. Werner lud den US-amerikanischen Soundkulturexperten Louis Chude-Sokei ein, als Kurator das ehemalige Nürnberger Reichsparteitagsgelände zum Gegenstand eines akustischen Experiments zu machen. Sokei wiederum wählte außereuropäische und kollektive Positionen, wie die Komponistin und Soundkünstlerin Yara Mekawei, das nigerianisch-amerikanische Künstlerpaar Mendi und Keith Obadike, den britischen Autor Kodwo Eshun, das von Christina Werner geleitete und Olafur Eliasson gegründete Institut für Raumexperimente sowie die an die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg angeschlossene Künstlergruppe Dynamische Akustische Forschung (DAF), das historisch und ikonisch so stark vorbelastete Gelände in jeweils einwöchigen Aufenthalten vor Ort akustisch zu erkunden und künstlerisch zu reflektieren.

Auf dem elf Quadratkilometer großen Gelände, auf dem die NSDAP zwischen 1933 und 1938 ihre Reichsparteitage inszenierte, leistet seit 2001 das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wichtige Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Indes finden hier bisweilen auch Großveranstaltungen statt, die den historischen Kontext des Geländes oft bewusst außer Acht lassen. Das Residenzprogramm setzt hier an und will über Wahrnehmungsperformances, Klanginstallationen und Textarbeiten der Öffentlichkeit neue künstlerische Perspektiven auf diesen Ort eröffnen. Der Diskurs zum Umgang mit der NS-Vergangenheit in Nürnberg soll durch die Arbeiten der eingeladenen international renommierten Künstlerinnen und Künstler neue Impulse und Perspektiven erhalten. Zusätzlich begleitet eine eigene Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Neuen Museum Nürnberg den direkten Austausch mit Zuschauerinnen und Hörerinnen.

Künstlerische Leitung und Kurator: Louis Chude-Sokei
Künstlerinnen: Kodwo Eshun, Mendi & Keith Obadike, Emeka Ogboh, DAF (Dynamische Akustische Forschung), Olafur Eliasson,, Christina Werner, Institut für Raumexperimente

In Kooperation mit: Dokumentationszentrum Nürnberg, Neues Museum Nürnberg, Bewerbungsbüro Nürnberg N2025, Kunsthalle Nürnberg

Weitere Termine

22.10.2020, 18:00 Uhr – Online-Gesprächsrunde "Geschichte hören: Sound, Raum und Erinnerung" mit Louis Chude-Sokei und Emeka Ogboh, veranstaltet vom Goethe-Institut Boston. Zur Anmeldung 

  • Termine

    19.10. –
    23.10.2020

    VERSCHOBEN: Öffentliche Veranstaltung

    Neues Museum | Nürnberg

Kon­takt

Toma Werner GbR

www.mouseonmars.com