Im Mittelpunkt von Freispiel 2016 stand das Violinkonzert „Still“ der zeitgenössischen britischen Komponistin Rebecca Saunders. Für die Aufführung entwickelten Rebecca Saunders, die Geigerin Carolin Widmann, Tänzer/innen von Sasha Waltz & Guests und die Musiker/innen der Jungen Deutschen Philharmonie eine gemeinsame Performance. Saunders komponierte hierfür neue Passagen, die innerhalb der bestehenden Komposition Freiräume für die Interaktion der Künstler schufen: Solisten des Orchesters wurden zu Tänzern, die Tänzer wiederum nahmen Bewegungen der Musiker auf und interpretierten sie.
Ungewöhnliche Zugänge zur Musik ermöglichte auch die Präsentation der beiden weiteren Stücke, beispielsweise durch eine Umkehrung der Hörperspektive, für die das Publikum auf der Bühne Platz nahm. Gespielt wurde zunächst die „Lulu-Suite“ des österreichischen Komponisten Alban Berg, die 1934 entstanden ist. Die Suite führte das Publikum an die Tonsprache Bergs heran, die Einflüsse von Schönbergs Atonalität, der Zwölftontechnik, aber auch der Spätromantik vereint. Abgerundet wurde das Konzert mit dem Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner.
Das Format „Freispiel“ – konzipiert von den Musiker/innen der Jungen Deutschen Philharmonie – ist eine Carte blanche für die Entwicklung unkonventioneller Ideen und Erprobung experimenteller Aufführungspraktiken. Freispiel 2016 hat das Kunstfest Weimar 2016 eröffnet und wurde später im Radialsystem V in Berlin aufgeführt.

Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling (FR)
Komponistin: Rebecca Saunders (GB)
Solistinnen: Carolin Widmann, Ana Durlovski (MK)
Szenische Einrichtung: Jochen Sandig
Compagnie / Ensemble / Orchester: Sasha Waltz & Guests, Junge Deutsche Philharmonie

Kon­takt

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