Bipolar, ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, förderte Kooperationsprojekte zwischen deutschen und ungarischen Partnern. Nach einer Ausschreibung waren 144 Bewerbungen eingegangen. Eine deutsch-ungarische Fachjury wählte 32 deutsch-ungarische Kooperationsprojekte aus den Bereichen Musik, Theater, Kunst, Literatur, Kulturgeschichte und Kunstvermittlung für eine Förderung aus. Rund 300 Künstler realisierten über 100 Veranstaltungen, gut ein Dutzend Publikationen dokumentieren die Qualität der verwirklichten Vorhaben. Die Ergebnisse der Einzelprojekte waren 2006/2007 in zehn deutschen Städten (u.a. Berlin, Dresden, München, Hamburg, Köln, Stuttgart) sowie in sechzehn ungarischen Städten (u.a. Budapest, Szeged, Kecskemét, Kaposvár, Gyõr, Pécs, Szombathely) zu erleben. Künstler, Kuratoren, Wissenschaftler, Pädagogen und Kulturvermittler aus beiden Ländern konnten durch die Initiative von Bipolar ein einzigartiges Netzwerk knüpfen, das über die Projektdauer hinaus Bestand haben wird. Die Kulturstiftung des Bundes stellte für die deutsch-ungarischen Kulturprojekte insgesamt 3 Mio. Euro über einen Zeitraum von drei Jahren (2005-2007) zur Verfügung.

Herausragende Beispiele deutsch-ungarischer Kulturprojekte waren die historische Medienkunst-Ausstellung "Kempelen - Man in the Machine" in der Budapester Kunsthalle und im ZKM | Karlsruhe, eine Neuproduktion des enfant terrible der ungarischen Theaterszene Viktor Bodó im Berliner HAU, die Beschäftigung mit ausgewählten Werken des Dramatikers Heiner Müller, der in Ungarn bislang weitgehend unbekannt war, und die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Choreografen Pál Frenák mit dem Komponisten Helmut Oehring in München. Einen Schwerpunkt von Bipolar bildete neben Musikproduktionen zur Visualisierung von Klang und theaterpädagogischen Angeboten für Jugendliche auch die Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung. So wurden die ersten "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig in Osteuropa im Rahmen von Bipolar in Budapest verlegt.
Den feierlichen Abschluss von Bipolar bildeten die Welturaufführungen dreier junger Komponisten im Rahmen einer Hommage an den ungarischen Komponisten György Ligeti (1923-2006) in der Berliner Akademie der Künste im November 2007.

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Dr. Lutz Nitsche
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