Nachbarschaft ist wohl eine der unmittelbarsten Beziehungen, die Menschen und Staaten miteinander verbinden können. An geografischen Fakten ist schließlich nicht zu rütteln, und so macht eine gemeinsame Grenze die Beschäftigung miteinander unausweichlich. Sogar wenn diese darin bestehen sollte, den anderen bewusst zu ignorieren - Nachbarn sind sich nahe und können das nicht ernsthaft bestreiten.

Das gilt auch für Deutschland und Polen, die nicht nur beide an der Oder liegen, sondern auch eine Geschichte haben, die aus dem Umgang miteinander in der Gegenwart nicht auszublenden ist. Nicht zu leugnen sind die Vorbehalte, nicht zu leugnen aber auch das Interesse am Nachbarn, auch wenn nicht beides auf beiden Seiten der Grenze gleich verteilt sein mag. Die einen betonen, wie großartig sich das Verhältnis der beiden Länder zu Beginn des neuen Jahrtausends entwickelt, andere betrachten es sorgenvoll als problematisch. Beide Sichtweisen sind dabei wohl zu pauschal, um den täglichen Umgang zu begreifen, den Deutsche und Polen miteinander bereits pflegen.

Deutsche und polnische Künstler/innen und Kulturschaffende fanden in den Metropolen und in der Provinz zueinander. Sei es, weil sie sich für dieselben Themen, sei es, weil sie sich für einander interessierten. In ihrer Arbeit entstanden dabei Resultate und Erkenntnisse, bisweilen aber auch Befremdungen und Irritationen. Immer war dies ein offener Prozess, den Büro Kopernikus im deutsch-polnischen Jahr 2005/2006 anstoßen und begleiten, nicht aber dirigieren wollte.

Es ging in dieser Arbeit also um das Verursachen von Initialzündungen. Und darum, Leute zusammen zu bringen, die sich vorher vielleicht noch gar nicht kannten. Die Themen und Fragestellungen, mit denen sich die beteiligten Kulturschaffenden und Künstler auseinandersetzten, sind in dem Sinne zeitgenössisch, als dass sie sich neben einer Reflektion der Vergangenheit, immer auch an einem Blick in die Zukunft versuchten - das Utopische hatte in mehreren Projekten einen zentralen Ort.

www.buero-kopernikus.org

BüroKopernikanische Wende Texte, Projekte und Materialien zum deutsch-polnischen Kulturaustausch 2004-2006

Die Netzseite BüroKopernikanische Wende strukturiert die diversen Projekte, Materialien und Texte in Themenblöcken und liegt in deutscher, polnischer und englischer Sprache vor. Neben Informationen zu den 22 Projekten, die Büro Kopernikus realisierte, weiterführendem Textmaterial, einer Künstlerdatenbank und vielem mehr, sind im Magazinteil der Online-Publikation eigens in Auftrag gegeben Texte zu Themenschwerpunkten von Büro Kopernikus zu finden.
 

Künstlerische Leitung: Stefanie Peter
Organisatorische Leitung: Bärbel Schürrle
Projektkoordination: Isabel Raabe
Projektträger: relations - Verein zur Förderung des Kulturaustausches
im Westen und Osten Europas, Berlin

Geförderte Projekte

20 Ergebnisse

Kon­takt

Dr. Lutz Nitsche
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Kulturstiftung des Bundes

0345/2997-116

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