Mode ist ein Regelsystem ganz eigener Art und gilt als Schrittmacher des sozialen Wandels. Derzeit macht sich eine innovative Generation afrikanischer Modedesignerinnen und -designer – die Generation Now – auf den Weg, zeitgenössische „afrikanische“ Mode neu zu denken und Design-Hubs in ganz Afrika zu etablieren. Dabei geht es nicht allein um ästhetische Aspekte, sondern vielmehr um kulturelles und politisches Engagement mit einem dezidiert dekolonialen Selbstverständnis. Das Thema Haar ist dabei eng verbunden mit der Mode. Haare und mit ihnen „afrikanische“ Körper waren ein zentraler Schauplatz kolonialer Machtausübung, sie wurden diszipliniert, reglementiert und dem „weißen“ Schönheitsideal unterworfen. Die dadurch beinahe in Vergessenheit geratenen traditionellen afrikanischen Haarstile werden heute erneut verbreitet und zugänglich gemacht.

Mit „Connecting Afro Futures“ plant das Kunstgewerbemuseum ein Ausstellungs- und Forschungsprojekt in Berlin, Cotonou (Benin), Dakar (Senegal) und Kampala (Uganda). Zusammen mit Wakh’art Dakar, dem 32° East Ugandan Arts Trust und dem Goethe-Zentrum Kampala geht das Projekt eine Verbindung von afrikanischer Mode und Haarkunst als ästhetischer Metapolitik und Ausdruck einer selbstwussten afrikanischen Identität mit den medialen und materiellen Räumen eines europäischen Kunstgewerbemuseums ein. Ein internationales Team aus Kuratorinnen, Künstlern und Designerinnen soll in einem experimentellen Prozess neue gestalterische und kuratorische Strategien entwickeln, die das bestehende Diskursmonopol in Mode und Design aufbrechen. In einer ersten Projektphase werden die Akteure aus Cotonou, Dakar und Kampala und der Diaspora eingeladen, sich mit der Sammlung des Kunstgewerbemuseums auseinanderzusetzen und die vorherrschende Diskursperspektive durch den Blick von außen substantiell zu erweitern. In der zweiten Phase werden die entstandenen Neuproduktionen in Kampala und Dakar präsentiert und diskutiert, wobei weitere lokale Akteurinnen einbezogen werden. In der dritten Projektphase werden die Ergebnisse dieses dynamischen Austausches in Form von künstlerischen Interventionen, Pop-up-Ausstellungen, Modenschauen, Workshops und Round-Tables wieder zurück in das Kunstgewerbemuseum Berlin gespielt.

Künstlerische Leitung: Claudia Banz (DE)
Kuratorinnen: Claudia Banz (DE), Cornelia Lund (DE), Beatrace Angut Oola (DE/UG)
Mit: Lamula Anderson (Modedesignerin, London/UK; Kampala/ Uganda); Meschac Gaba (Künstler, Cotonou/Benin); Adama Paris (Modedesignerin, Dakar/Senegal); Gloria Wavamunno (Modedesignerin, Kampala/Uganda)

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

Mehr zum Fonds TURN

  • Termine

    24.08. –
    01.12.2019

    Ausstellung "Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design"

    Kunstgewerbemuseum | Berlin

Kon­takt

Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin
Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Von-der-Heydt-Str. 16-18
10785 Berlin
www.museumsportal-berlin.de/connecting-afro-futures