Künstlerische Auseinandersetzungen mit Migration und Mobilität im Osten und Süden des afrikanischen Kontinents waren Gegenstand der Ausstellung "Kabbo ka Muwala", die in Harare, in Kampala und in Bremen zu sehen war. Die teilnehmenden Künstler/innen verhandelten in Fotoarbeiten, Filmen, Videos, Skulpturen und Performances das Thema jenseits der klischeehaften Darstellung von Abwanderung in den globalen Norden. Dabei wurde vor allen Dingen das südliche und östliche Afrika als bedeutende Migrationsräume mit Südafrika als stärkstem Anziehungspunkt in den Blick genommen.

Der Titel der Schau ist der ugandischen Hauptsprache Luganda entnommen und lässt sich als "Korb des Mädchens" übersetzen. Der Begriff wird in ganz Ostafrika verstanden und verweist auf die Tradition, dass die Braut ihre Aussteuer in einem Korb transportiert und diesen auch benutzt, wenn sie ihre Herkunftsfamilie besucht oder zu dieser zurückkehrt. In einem metaphorischen Sinne verweist der Korb auf Erwartungen und Hoffnungen, materiellen Erfolg, aber auch auf Enttäuschungen und Fehlschläge, die mit Migrationsprozessen verbunden sind. Eine weitere Dimension der künstlerischen Arbeiten waren Geschlechterdimensionen: so sollte die verbreitete Vorstellung, Migration sei vorrangig männlich bestimmt, hinterfragt werden.

Die Ausstellungsinhalte variierten von Ort zu Ort, da Bezüge zum jeweiligen regionalen Kontext hergestellt wurden, u.a. in Kooperation mit Aktivist/innen und Nachwuchskünstler/innen, Bürgerinitiativen, Universitäten und Schulen.

Das Konzept der Ausstellung bzw. des Begleitprogramms entwickelten die afrikanischen und deutschen Partner gemeinsam. Dabei sollten die unterschiedlichen Sichtweisen – kuratorisch, künstlerisch und wissenschaftlich – dazu beitragen, die Vielschichtigkeit des Phänomens Migration aufzuzeigen. Begleitend zur Ausstellung erschien ein illustrierter Katalog.

Ein Projekt der Oldenburger Carl von Ossietzky Universität in Zusammenarbeit mit der National Gallery of Zimbabwe, der Makerere Art Gallery und der Städtischen Galerie Bremen.

Künstlerische Leitung: Raphael Chikukwa (Zimbabwe), Katrin Peters-Klaphake (Germany/Uganda), Ingmar Lähnemann (Germany)
Kuratorische Assistenz: Anna Kućma (Poland/Uganda), Alejandro Perdomo Daniels (Germany)
Projektkoordination: Dr. Lydia Potts, Dr. Katharina Hoffmann (Germany)

Künstler/innen: Berry Bickle (Zimbabwe), Jodi Bieber (South Africa), The Border Farm Project (Zimbabwe/South Africa), Rehema Chachage (Tanzania), Mimi Cherono Ng’ok (Kenya), Kudzanai Chiurai (Zimbabwe), Anawana Haloba (Zambia/Norway), Kiluanji Kia Henda (Angola), Wanja Kimani (Kenya/Ethiopia/United Kingdom), Miriam Syowia Kiambi (Kenya), Gerald Machona (Zimbabwe/South Africa), Immy Mali (Uganda), Nástio Mosquito (Angola), Victor Mutelekesha (Zambia/Norway), MwangwiHutter (Germany/Kenya), NakivArt/Anke Fischer (Uganda/Germany), Emma Wolukau-Wanmbwa (Uganda/United Kingdom), Xenson (Uganda), Helen Zeru (Ethiopia), Rut Karin Zettergren (Sweden)

 

Weitere Termine

Harare, Zimbabwe: National Gallery of Zimbabwe: Opening date: February 4, 2016; Closing date: in April, 2016

Kampala, Uganda: Makerere Art Gallery/Institute of Heritage Conservation and Restoration: Opening date: April 14, 2016; Closing date: in July, 2016

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

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Kon­takt

Städtische Galerie Bremen

Buntentorsteinweg 112

28201 Bremen

www.kabbokamuwala.org

www.staedtischegalerie-bremen.de