Wie funktioniert kunsthistorische Amnesie? Was sind die Impulse für so genannte Wiederentdeckungen? Was die Halbwertzeiten von Selektion und Kanonbildung? Welche gesellschaftlichen und kulturellen Phänomene sind Komplizen ganz konkreter Fälle von in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen und Künstlern und ihren Werken? Mit Hilfe von kunsthistorischen, soziologischen und auch kulturpolitischen Fragestellungen sollen derlei komplexe Mechanismen untersucht werden - wenigstens in einigen Aspekten der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart. Sowohl Polen wie auch das Gebiet der ehemaligen DDR teilen in vielerlei Hinsicht eine ähnliche Geschichte - zumindest für die Situation der bildenden Kunst während der letzten drei Dekaden. In beiden Ländern wurde die Entwicklung von Gegenwartskunst wie auch die damit verbundene Theoriebildung bis 1989 häufig von Ideologien beeinflusst und eingeschränkt, führte aber auch (fernab von kolportierten Klischees) zu interessanten Sonderwegen und kreativen Ausweichmanövern. Viele dieser künstlerischen Strategien und ihre Protagonisten sind heute zu Unrecht vergessen. Die gesellschaftlichen Veränderungen der späten 1980er Jahre hatten vielfach eine unmittelbare, starke Orientierung an dominierenden westlichen Tendenzen zur Folge.
"Mechanismen des Vergessens" untersuchte im Hinblick auf Rezeptions- und Vermittlungsmuster, wie sich - nicht nur im Umfeld der gravierenden Umbrüche - bis zum heutigen Tag Vergessen und Marginalisierung ereignen: Künstler aus beiden Ländern kamen hier ebenso zu Wort wie Soziologen und Kunstexperten. Ob konkrete Kunst oder realistische Figuration, ob spröde Konzeptkunst oder feministische Inhalte - die Diskussion bleibt in Gang, Neubewertungen und Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Beteiligte Institutionen
Motorenhalle Dresden - Projektzentrum für zeitgenössische Kunst, Dresden
Konzept der Konferenz
Susanne Altmann (Kunsthistorikerin und Publizistin, Dresden)
Veranstaltungsort
Motorenhalle Dresden - Projektzentrum für zeitgenössische Kunst, Dresden
Veranstaltungstermin
Dresden: 21.-23. April 2006

Kon­takt

Susanne Altmann

saltu@aol.com

Tel.: +49-351-8041-315

 

Isabel Raabe
Büro Kopernikus

Deutsch-Polnische Kulturprojekte

Blücherstraße 37 a

10961 Berlin

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