"Missing Identity" hinterfragt das Bestreben, eine einheitliche nationale Identität festzuschreiben, und propagiert den Schutz von Differenz. Das Projekt zielt darauf, das präsent zu machen, was in der gesellschaftlichen Wirklichkeit fehlt, und eine künstlerische Wirklichkeit dessen zu schaffen, was im Kosovo als abwesend erfahren wird: kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfältigkeit. "Missing Identity" zeigt angesichts einer prekären Zukunft Perspektiven auf. In Umkehrung des albanischen Sprichwortes "Was fehlt, tut auch nicht weh" streitet das Projekt für eine alternative Öffentlichkeit und eine offene Gesellschaft im Kosovo.
Im Mittelpunkt des Projekts "Missing Identity" steht eine alternative Kunstakademie, die am Contemporary Art Institute Exit in Pristina angesiedelt ist. Hier werden Seminare und Workshops zu Themen der zeitgenössischen Kultur und bildenden Kunst abgehalten, an denen Studierende kostenlos teilnehmen können. Durch die regelmäßige Einladung internationaler Künstler, Kuratoren und Theoretiker wird der internationale Austausch gepflegt. Im Dialog mit Daniel Birnbaum und Dirk Fleischmann von der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule sowie Nikola Dietrich, Kuratorin im Portikus am Leinwandhaus, Frankfurt am Main, wurde Ende 2004 das Studentenaustauschprojekt "Academy Remix" initiiert.
In Peja, einer Stadt nahe der albanischen Grenze, hat "Missing Identity" eine Galerie für zeitgenössische Kunst eröffnet, die einzige ihrer Art im Kosovo. Präsentiert werden Einzel- und Gruppenausstellungen international renommierter Künstler. Regelmäßig werden außerdem Gastkuratoren für die Betreuung von weiteren Ausstellungen und zu Vorträgen sowie Workshops eingeladen. Seit 2003 hat die Galerie Exit unter anderem Arbeiten der Künstler Maja Bajevic und Emanuel Licha (unter dem Titel Honeymoon in Kosovo), Sener Özmen, Stefano Romano, Anri Sala, Gentian Shkurti und Danica Dakic gezeigt. Die Kuratorinnengruppe WHW aus Zagreb war ebenso mit einer Ausstellung vertreten (Exhibition on Nature and Society) wie Inke Arns und Claudia Wahjudi aus Berlin mit ihrer Ausstellung Where am I (and who are all these people)?. In Kooperation mit der österreichischen Galerie <rotor> <rotor>(Margarethe Markovec, Anton Lederer) entstand Hot Testing. Edi Muka, Kurator aus Tirana, stellte Arbeiten zum Thema "Kriegsmaschinerie" vor.
Unter der redaktionellen Leitung des Philosophen und Publizisten Shkëlzen Maliqi und in Zusammenarbeit mit dem Künstler Dren Maliqi sowie Studierenden wird jeden Monat die 16-seitige Zeitung Arta publiziert, die unter anderem als Kunstbeilage der Wochenzeitung Java beiliegt. Arta informiert in albanischer und englischer Sprache über neue Entwicklungen in der bildenden Kunst, rezensiert internationale Ausstellungen und thematisiert aktuelle Diskurse.

Formate
Kostenlose Seminare für Studenten, Workshops, internationales Künstlerprogramm, Ausstellungen, Publikationen

Projektleitung
Sokol Beqiri

Leitung der Kunstprojekte
Erzen Shkololli

Leitung der Bildungsprojekte
Mehmet Behluli

Team
Shkëlzen Maliqi, Valbona Shujaku, Dren Maliqi

Beirat
Ilir Bajri (Komponist, Pristina), Wolfgang Klotz (Direktor der Central and Eastern European Online Library, Frankfurt am Main), Astrit Salihu (Philosophin, Pristina), Jeta Xhara (Dramaturgin, Pristina), Linda Gusia (Soziologin, Pristina)

Publikationen
Kunstzeitschrift Arta, erscheint monatlich als Beilage der unabhängigen Wochenzeitung Java, Pristina