Die Oder hat bis vor kurzem eine periphere Existenz geführt: als Grenzfluss im äußersten Osten Deutschlands, als Grenzfluss im äußersten Westen Polens. Mit dem Beitritt Polens und Tschechiens zur Europäischen Union 2004 ist die Oderregion wieder zu einer Landschaft im Zentrum Europas geworden.
Die Geschichtsschreibung zur Oder ist aus bekannten Gründen diskontinuierlich, zerfällt gleichsam in zwei Teile: in einen vorwiegend deutschen (bis 1945) und einen vorwiegend polnischen (nach 1945). Es gilt, beide Sichtweisen zusammenzubringen und sie auf neuer, transnationaler Stufe weiterzuführen. Mit dem Projekt "Oder/Odra - Geschichte, Gegenwart und Zukunft eines europäischen Kulturraums" sollte dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht werden.

Den Auftakt des Projekts "Odra-Oder" bildete eine internationale Oder-Konferenz, die vom 27.-30. April 2006 in Frankfurt (Oder) und Slubice stattfand. Sie sollte einen wirksamen Impuls geben, um die Forschung zum Oder-Kulturraum aufs Neue zu entfalten und zwischen einem Fachpublikum und einer an der Gesamtentwicklung des Oderraums interessierten Öffentlichkeit vermitteln.

Die Konferenz wurde flankiert von der Ausstellung "Oder Panoranma I Panorama Odry. Bilder eines euroäischen Stromes", die Flussperspektiven aus den Städten entlang des Stromes zeigt. Die Ausstellung wurde von Büro Kopernikus gemeinsam mit der Europa-Universität Viadrina entwickelt und widmete sich wie die Konferenz der ganzen Oder, von der Quelle bis zur Mündung. Ziel der Ausstellung war die visuelle Rekonstruktion der Oderregion anhand existierender Fluss-Perspektiven. Dazu wurden bestehende Oderausstellungen aus den Orten entlang des Flusses ausgewertet und in einem integrierten Ausstellungskonzept zusammen geführt. Die übergeordnete Fragestellung lautete dabei, ob es die Oder als Ganzes gibt, gegeben hat oder geben wird.

Als Rahmenprogramm war darüber hinaus zwischen April und Juli 2006 ein Kulturprogramm mit Lesungen und Filmvorführungen zu beiden Seiten des Flusses vorgesehen. Die Stadt Frankfurt (Oder) sollte im Juli 2006 Gastgeber einer "Oder-Messe" werden, bei der sich touristische Projekte am Fluss sowie relevante NGO's präsentierten.

Beteiligte:
Prof. Dr. Karl Schlögel (Professur für Geschichte Osteuropas, Fakultät für Kulturwissenschaften, Europa-Universität Viadrina): Wissenschaftliche Leitung und Konzeption
Mateusz Hartwich: Wissenschaftliche Mitarbeit, Organisation
Dr. Beata Halicka: Wissenschaftliche Mitarbeit
Wioletta Musekamp: Projektkoordination
Stefanie Peter: Konzeptionelle Mitarbeit an der Ausstellung
Bettina Vismann & Floris Dreesman: Gestalterische Umsetzung der Ausstellung
Beteiligte Institution:
Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Termine und Veranstaltungsorte:
Konferenz: 27.-30. April 2006, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Ausstellung: 27. April - Juni 2006, Reithalle, Frankfurt (Oder)

Kon­takt

Annette Bauer

Europa-Universität Viadrina

bauer@euv-ffo.de

Tel.: +49-335-5534-4515

 

Mateusz Hartwich

m.hartwich@odra-oder.org

Tel.: +49-162-6940-994

 

Isabel Raabe
Büro Kopernikus

Deutsch-Polnische Kulturprojekte

Blücherstraße 37 a

10961 Berlin

raabe@buero-kopernikus.org

Tel.: +49-30-6167-5971

Fax +49-(0)30-6167 59-80