In seinem Werk „Marx‘ Gespenster“ entwickelt Jacques Derrida einen Diskurs des Gespenstischen, der eine mediale Figur des Dazwischen hervorbringt, „die eine Beziehung herstellt, ohne sich selbst fixieren zu lassen“. Das Projekt „Signifying Ghosts“ der Cocoon Dance Company nimmt Derridas Denkfigur als Ausgangspunkt für die interkulturelle Begegnung zwischen vier Choreografinnen und ihren Ensembles: Mit Kettly Noël aus Bamako, Nelisiwe Xaba aus Johannesburg, Vera Sander aus Köln und Rafaële Giovanola aus Bonn kooperieren vier außerordentliche Persönlichkeiten, die schon mit früheren Tanzprojekten für die Vermittlung zwischen Afrika und Europa stehen.

Zusammen mit dem Zentrum Donko Seko in Bamako und der Hochschule für Musik und Tanz in Köln schafft die CocoonDance Company einen experimentellen Begegnungsraum, in dem die Choreografinnen und ihre Performer parallel Projekte entwickeln, die jeweils ab einem vorangeschrittenen Stadium einer anderen Choreografin überantwortet werden. Der so entstehende hybride Zwischenraum schafft eine künstlerische Schwellenform, in der die kreative Zusammenarbeit stattfindet und die an kulturwissenschaftliche und postkolonialen Theorien des "Liminalen" (Victor Turner) oder des „Dritten Raums“ (Homi Bhabha) anschließt.

Die Stückentwicklung erfolgt in drei Phasen: Zunächst stellen die Partner ihre Stücke wechselseitig über Aufführungen, Lectures, und Workshops vor, so dass diese von den anderen angeeignet, überschrieben und transformiert werden können. In einer zweiten Phase werden aus den gemeinsam weiter entwickelten künstlerischen Strategien und dem Material vier neue Stücke für zwei Abende erarbeitet, welche in Abidjan, Bamako, Ségou und Johannesburg präsentiert werden. Danach touren die Produktionen in einer dritten Phase durch Bonn, Köln, Mühlheim, Chemnitz und Nürnberg. Zu den beteiligten Tänzern gehören auch junge afrikanische Tänzer sowie Studierende der Kölner Hochschule. An allen Orten sind Workshops mit Schülern und Studenten geplant.

Künstlerische Leitung: Rafaële Giovanola (DE)

Mit: András Déri (HU), Fa-Hsuan Chen (TW), Martina De Dominicis (IT) Rainald Endraß (DE), Álvaro Esteban (ES), Léonce Allui Konan (CI), Franco Mento (CH), Talal Nayer (SD), Werner Nigg (CH), Kettly Noël (ML), Sanga Ouattara (CI), Vera Sander (DE), Susanne Schneider (DE) Mechtild Tellmann (DE), Aly Touré (CI), Nelisiwe Xaba (ZA)

Termine

24.11.-2.12.2017 Donko Seko / Institut français Bamako (Mali) - Recherche, Ateliers + Showing
21.5.-19.6.2018 Tapetenfabrik Bonn / Zentrum für Zeitgenössischen Tanz, HfMT Köln, Köln/Bonn - Proben + Public Showing
22.6.-02.7.2018 Théâtre du Crochetan Monthey, Monthey (Schweiz) - Proben + Showing
1.11.-3.11.2018 Donko Seko + Institut français de Bamako Bamako (Mali): Premiere
November 2018 Johannesburg (Südafrika) - Aufführungen
12.6.-21.6.2019 Theater im Ballsaal Bonn / Zentrum für Zeitgenössischen Tanz, HfMT Köln, Köln/Bonn - Aufführungen
15.6.-19.6.2019 Théâtre du Crochetan Monthey, Monthey (Schweiz) - Aufführungen + Workshops
22.6.-30.6.2019 Städtisches Theater Chemnitz Chemnitz / Ringlokshuppen Mülheim, Mülheim a.d.R / Tafelhalle Nürnberg - Aufführungen
1.9.-30.9.2019 Institut français d’Abidjan und Goethe-Institut Johannesburg Abidjan (Elfenbeinküste) / Johannesburg (Südafrika) - Aufführungen + Workshops

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

Mehr zum Fonds TURN

Kon­takt

CocoonDance Company / Theater im Ballsaal

Kaiserstr. 105

53113 Bonn

www.cocoondance.de