Schon immer dienten Wasserwege dem Transport und dem Austausch von Menschen, Waren und Ideen. Mit der Ausweitung des internationalen Handels, der Einführung neuer Rohstoffe und nicht zuletzt wegen der europäische Suche nach dem Exotischen im 19. Jahrhundert wurde Meere und Wasserwege zum zentralen Nervensystem der kapitalistischen Weltwirtschaft und die Hafenstadt Hamburg zum „Tor zur Welt“ für Deutschland und weite Teile Europas.

Das Projekt „Streamlines“ (deutsch:  Stromlinien) der Hamburger Deichtorhallen unter der Leitung der Kuratorin Koyo Kouoh machte die Ozeane zum zentralen metaphorischen Ausgangspunkt für eine internationale Gruppenausstellung, die sich mit den kulturellen Auswirkungen der globalen Waren- und Handelsströme von Süden nach Norden beschäftigte.

Alfredo Jaar: "One Million Points of Light", 2005 Lightbox with color transparency 18” x 24” x 5” / 45.72 x 60.96 x 12.70 cm Courtesy Goodman Gallery, Johannesburg / Cape Town, Galerie Thomas Schulte, Berlin, and the artist, New York

Ausgehend von Pierre Papons „Le sixième continent - Géopolitique des océans“ (1996) und seiner metaphorischen als auch geopolitischen Deutung der Meere als sechsten Kontinent und als Orte grenzenloser Verflüssigung, die für Annäherung und Austausch stehen, präsentierten 15 internationale Künstler/innen Positionen zum Thema, darunter auch eigens für die Ausstellung entwickelte Werke. Die thematische Gliederung folgte dabei den Kapiteln Konsum, Konfrontation, Handlung/Aktion, Rekonfiguration, Teilnahme, Kontemplation und Narration. Um zudem öffentliche Debatten rund um die Entwicklung des Hafens in Hamburg aufzugreifen, legte die Schau einen besonderen Fokus auf Performances und ortsspezifische Arbeiten. Film- und Vortragsreihen vertieften das Ausstellungsthema.

Künstlerische Leitung: Koyo Kouoh (SN)
Kuratorische Assistenz: Eva Barois De Caevel (FR)
Beteilige Künstler/innen: Kader Attia, Mark Boulos, Peter Buggenhout, Ken Bugul, Godfried Donkor, Theo Eshetu, Joana Hadjithomas, Alfredo Jaar, Khalil Joreige, Bouchra Khalili, Abdoulaye Konaté, Otobong Nkanga, Arin Rungjang, Thomas Rentmeister, Ulrike Ottinger, Wendelien van Oldenborgh

 

Deichtorhallen Hamburg, Eröffnung 3. Dezember 2015, 19 Uhr

 

Artist Talks im Auditorium im Haus der Photographie / Deichtorhallen Hamburg

2.12.2015, 19 Uhr: Alfredo Jaar - "It is difficult"

4.12.2015, 17 Uhr: Godfried Donkor - Joana Hadjithomas & Khalil Joreige

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

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