TRAFO

Modelle für Kultur im Wandel

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Evaluation der ersten Förderrunde

Um die Erfahrungen der ersten Programmphase für die zweite zu nutzen, hat die Kulturstiftung des Bundes die erste Förderrunde begleitend evaluieren lassen. Die Evaluation wurde im Auftrag der Kulturstiftung des Bundes durch das Beratungsunternehmen Syspons GmbH (externer Link, öffnet neues Fenster) zum Ende der ersten Förderphase erstellt, basierend auf Daten aus den Jahren 2016 bis 2019. Die Auswertung wurde im Mai 2021 abgeschlossen.

Die Kurzfassung der Evaluation steht hier als PDF zum Download bereit.
Auf Anfrage erhalten Interessierte die Langfassung des Berichts. Wenden Sie sich dazu per E-Mail an Ursula.Bongaerts(at)kulturstiftung-bund.de.

Einleitung

Die Kulturstiftung des Bundes hat bereits in vielen ihrer Programme Kulturinstitutionen in Deutschland angeregt, sich im Sinne einer Weiterentwicklung zu verändern. Bislang profitierten davon vor allem die Institutionen in größeren Städten. Mit dem Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ wendet sich die Kulturstiftung des Bundes erstmals gezielt an ländliche Regionen und kleinere Gemeinden, um dort Transformationsprozesse anzustoßen. Sie stellt für das Programm in den Jahren 2015 bis 2024 insgesamt Fördermittel in Höhe von 26,6 Mio. Euro bereit.

Faktenbox zum Programm

Programm
TRAFO
Förderzeitraum
2015–2024
Geförderte Regionen
10
Fördersumme
26,6 Mio. Euro

Hintergrund

Viele ländliche Regionen haben mit den Folgen des gesellschaftlichen Wandels zu kämpfen: Der Strukturwandel in Industrie und Wirtschaft verändert auch dort die Arbeitswelt, oftmals verlassen jüngere Menschen ihre Heimatregion und das Durchschnittsalter der Bewohner steigt. Während sich die Kulturinstitutionen in den Großstädten seit vielen Jahren mit den Veränderungen der Stadtgesellschaft beschäftigen, stehen die Einrichtungen in kleineren Städten und im ländlichen Raum erst seit geraumer Zeit vor grundsätzlichen Frage wie: Was können wir unseren Bürgern anbieten? Was brauchen die Menschen, die hier leben? Wie können wir auf die veränderten Gegebenheiten reagieren? Auch sind die Bedingungen für die Kulturproduktion abseits der Metropolen grundlegend anders. Die regionalen Kulturinstitutionen müssen sich an ein breiteres Publikum wenden und verfügen in der Regel über deutlich knappere Budgets.

Die Initiative

In Zusammenarbeit mit ausgewählten Modellregionen werden in enger Kooperation mit den beteiligten Partnern vor Ort Konzepte für eine Transformation bestehender Kultureinrichtungen entwickelt. Dabei geht es nicht allein darum, möglichst viele dieser Einrichtungen zu bewahren, sondern vielmehr nach ihrer veränderten Rolle zu fragen: Wen wollen wir erreichen? Wie soll ein attraktives Kulturangebot für die Stadt und die Region in Zukunft aussehen? Wie kann es anders organisiert werden? Gefördert werden Projekte und künstlerische Ansätze mit Pionierfunktion, die neue Wege kultureller Produktion aufzeigen.

In ganz Deutschland wurden für die erste Förderrunde (2015 bis 2021) zunächst vier Regionen ausgewählt, die exemplarisch für die vielfältigen Herausforderungen in strukturschwachen und ländlich geprägten Regionen stehen. Im Oderbruch, in der Saarpfalz, auf der Schwäbischen Alb und in Südniedersachsen sind regionale Transformationsprojekte entstanden, die gemeinsam mit der Bevölkerung die öffentlichen Kulturorte weiterentwickeln. Mit partizipativen und kooperativen Ansätzen geben sie Beispiele dafür, wie lokale und regionale Kultureinrichtungen zu zeitgemäßen, spannenden Lern- und Kulturorten werden.

Aufgrund des wachsenden Interesses an Zukunftsperspektiven für Kultur im ländlichen Raum hat die Kulturstiftung des Bundes 2017 das Programm für weitere Bundesländer in einem zweistufigen Verfahren geöffnet. In der Entwicklungsphasevon TRAFO 2 konnten die neun Flächen-Bundesländer, die bislang nicht am Programm beteiligt sind (Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen), jeweils zwei Regionen empfehlen, die vom demografischen Wandel betroffen sind, aber noch über öffentliche geförderte Kulturinstitutionen verfügen. Die Regionen entwickelten daraufhin mit Unterstützung des TRAFO-Programmbüros neue Ideen für eigene Transformationsvorhaben und erhielten hierfür eine Konzeptionsförderung in Höhe von bis zu 40.000 Euro. Bis zum Sommer 2019 konnten sie für die Umsetzung ihres Transformationsprojekts einen Antrag auf Förderung stellen.

Eine unabhängige Fachjury wählte im Herbst 2019 sieben Projekte für die Umsetzungsphase aus. In den Jahren 2019 bis 2024 werden Fördermittel in Höhe von bis zu 1,25 Mio. Euro an folgende Regionen vergeben: Vogelsbergkreis (Hessen), Uecker-Randow (Mecklenburg-Vorpommern), Kusel (Rheinland-Pfalz), Köthen (Sachsen-Anhalt), Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein) und Altenburger Land (Thüringen).

Fachjury

Im Herbst 2019 wählte eine unabhängige Fachjury aus den in TRAFO 2 entwickelten Transformationskonzepten der 18 Regionen sieben Regionen aus, die eine Förderung für die Umsetzung ihrer Transformationsvorhaben erhalten. Die Mitglieder der Jury sind:

  • Prof. Dr. phil. Stephan Beetz, Soziologie und Empirische Sozialforschung, Hochschule Mittweida
  • Prof. Lydia Grün, Musikvermittlung, Hochschule für Musik Detmold, Geschäftsführerin Netzwerk junge Ohren e.V.
  • Peter Landmann, Jurist, ehemaliger Abteilungsleiter Kultur in Nordrhein-Westfalen, Kulturberater
  • Thomas Reumann, Landrat des Landkreises Reutlingen
  • Kristina Volke, stellvertretende Kuratorin der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages und Publizistin

Geförderte Projekte

Impulse & Wissensvermittlung

Neben der Umsetzung von konkreten Projekten in den Modellregionen geht es im TRAFO-Programm wesentlich darum, die dort gemachten Erfahrungen weiterzugeben und eine weiterführende Debatte anzustoßen. Wie erfindet sich eine Institution neu? Wie gelingt die Bürgerorientierung? Wie können sich kommunale Angebote ergänzen, und welche Allianzen können gebildet werden zwischen Kultur, Politik und Verwaltung zugunsten attraktiver Kulturinstitutionen?

Empfehlungen zum Wandel in LEADER für die Projektförderung

LEADER gilt als eines der erfolgreichsten Förderinstrumente für die Regionalentwicklung in der EU. Bislang profitieren vor allem investive Maßnahmen von LEADER. TRAFO hat zusammen mit Partnern aus Kultur, Politik und der Regionalentwicklung ein Empfehlungspapier veröffentlicht, das aufzeigt, wie LEADER kulturelle und soziale Projekte besser fördern könnte.

Empfehlungen zur Kulturförderung in ländlichen Räumen

Die Diskussion, wie ländliche Räume zukünftig entwickelt werden und welche positive Wirkung die Kultur hierbei entfalten kann, findet derzeit auf verschiedenen Ebenen statt. Anlässlich dieser aktuellen Diskussionen möchten wir die Erfahrungen des Programms TRAFO und die Ergebnisse des TRAFO-Ideenkongresses in die laufenden Debatten einbringen.

Handreichung zum Pilotprojekt Regionalmanager*in Kultur

In einer Handreichung stellen das TRAFO-Programm und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg gemeinsam ihr Pilotprojekt "Regionalmanager*in Kultur" vor. Dieses entstand im Rahmen des Modellvorhabens Lernende Kulturregion Schwäbische Alb und soll Koordinationsstellen schaffen, die das regionale Kulturangebot durch strategische Beratung und Vernetzung weiterentwickeln und regionale Kulturkonferenzen veranstalten. Die sechs teilnehmenden Regionen werden mit ihren Regionalmanagerinnen Kultur und ihren Schwerpunkten in der Handreichung vorgestellt, die Praxiserfahrungen aus den Regionen bündelt und einen kompakten Leitfaden mit Übersichten, Tipps und Empfehlungen für Kommunen, Verbände und Förderer bietet.

Voll besetzter Saal

Ide­en­kon­gress zu Kul­tur, All­tag und Po­li­tik auf dem Land

Der bundesweite Kongress machte die wichtige Rolle der Kultur in der Debatte um ländliche Räume deutlicher. Er fand im September 2018 in Halle/Saale statt.

Vogelperspektive auf eine im Stuhlkreis sitzende Personengruppe

TRAFO-Akademie

Die Akademie wendet sich an die Institutionenleiterinnen, Verwaltungsmitarbeiter und Kulturverantwortlichen der Modellregionen, die voneinander lernen und für ihre Situation Anregungen übernehmen wollen.

Literarischer Essay

Im Magazin #31 der Kulturstiftung des Bundes beschreibt die Schriftstellerin und Ethnologin Sarah Khan ihre Reise durch das Oderbruch, eine der TRAFO-Modellregionen.

Weitere Infos zu TRAFO

TRAFO-Website

TRAFO hat eine eigene Website, die Aktuelles aus dem Programm berichtet und über die Modellregionen und Projekte informiert.

TRAFO auf einen Blick

Das Programm und die einzelnen Projekte werden kurz und prägnant im Flyer dargestellt, der hier heruntergeladen werden kann:

Termine

  • 11. Juni, 2021 : Digitale Konferenz: „Regionalmanager*in Kultur. Ansprechpartner*innen für die regionale Kulturarbeit“

    online

  • 19. September, 2018 bis 21. September, 2018: TRAFO-Ideenkongress

    Ideenkongress zu Kultur, Alltag und Politik auf dem Land

    Volkspark, Halle (Saale)

Kontakt

Antonia Lahmé

Leitung Förderung und ProgrammeKulturstiftung des BundesFranckeplatz 206110 Halle an der Saale
Tel: 49 (0)345 2997 117Fax: 49 (0)345 2997 300E-Mail an Antonia Lahmé