Die Kulturstiftung des Bundes hat bereits in vielen ihrer Programme die Kulturinstitutionen in Deutschland angeregt, sich im Sinne einer Weiterentwicklung zu verändern. Bislang profitierten davon vor allem die Institutionen in größeren Städten. Mit dem Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ wendet sich die Kulturstiftung des Bundes erstmals gezielt an ländliche Regionen und kleinere Gemeinden mit ihrem Kulturangebot, um dort Transformationsprozesse anzustoßen.

Die Initiative

In Zusammenarbeit mit ausgewählten Modellregionen werden in enger Kooperation mit den beteiligten Partnern vor Ort Konzepte für eine Transformation bestehender Kultureinrichtungen entwickelt. Dabei geht es nicht allein darum, möglichst viele dieser Einrichtungen zu bewahren, sondern vielmehr nach ihrer veränderten Rolle zu fragen: Wen wollen wir erreichen? Wie soll ein attraktives Kulturangebot für die Stadt und die Region in Zukunft aussehen? Wie kann es anders organisiert werden? Gefördert werden Projekte und künstlerische Ansätze mit Pionierfunktion, die neue Wege kultureller Produktion aufzeigen.

In ganz Deutschland wurden zunächst vier Regionen ausgewählt, die exemplarisch für die vielfältigen Herausforderungen in strukturschwachen und ländlich geprägten Regionen stehen. Modellhafte Projekte im Oderbruch, in Südniedersachsen (OsterodeSeesenWelterbe im Harz) in der Saarpfalz und auf der Schwäbischen Alb zeigen, welche Potenziale in der Veränderung liegen. Mit partizipativen und kooperativen Ansätzen geben sie Beispiele dafür, wie lokale und regionale Kultureinrichtungen zu zeitgemäßen, spannenden Lern- und Kulturorten werden.

Neben der Umsetzung von konkreten Projekten in den Modellregionen geht es im TRAFO-Programm wesentlich darum, die dort gemachten Erfahrungen weiterzugeben und eine weiterführende Debatte anzustoßen. Wie erfindet sich eine Institution neu? Wie gelingt die Bürgerorientierung? Wie können sich kommunale Angebote ergänzen, und welche Allianzen können gebildet werden zwischen Kultur, Politik und Verwaltung zugunsten attraktiver Kulturinstitutionen?

In der ersten Förderrunde bis 2020 stellt die Kulturstiftung des Bundes für TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel insgesamt 13,5 Mio. Euro bereit. Für die Erweiterung von TRAFO um bis zu fünf neue Regionen wird das Programm um bis zu 9,3 Mio. Euro aufgestockt.

TRAFO 2

Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Modellprogramm TRAFO auf weitere Regionen auszudehnen.

  • TRAFO-Akademie

    Um die Erfahrungen aus den Modellregionen bundesweit zu vermitteln, gibt es die TRAFO-Akademie. Sie wendet sich an die Institutionenleiter, Verwaltungsmitarbeiter und Kulturverantwortlichen in den jeweiligen Regionen, die voneinander lernen und für ihre Situation Anregungen übernehmen wollen.

  • Hintergrund

    Viele ländliche Regionen haben mit folgenreichen Veränderungen zu kämpfen: Der Strukturwandel in Industrie und Wirtschaft lässt Arbeitsplätze wegbrechen, in kleineren Städten und im ländlichen Raum gibt es immer weniger Bewohner mit einem immer höheren Durchschnittsalter. Die Steuereinnahmen sinken. Kultureinrichtungen wie Theater, Bibliotheken, Museen stehen bei Sparzwängen häufig zuerst zur Disposition, weil sie zu den freiwilligen Aufgaben der Gemeinden gehören. Ihr Wert für das Zusammenleben in den Regionen wird oft als nachrangig betrachtet, obwohl gerade sie zur Stabilisierung von Identität und Gemeinschaftsbildung wesentlich beitragen können.

    Während sich die Kulturinstitutionen in den Großstädten seit einigen Jahren mit den Veränderungen der Stadtgesellschaft beschäftigen, stehen die Einrichtungen in kleineren Städten und im ländlichen Raum vor der grundsätzlichen Frage: Was können wir unseren Bürgern überhaupt noch anbieten? Und was brauchen die Menschen, die hier leben? Auch sind die Bedingungen für die Kulturproduktion abseits der Metropolen grundlegend anders. Die regionalen Kulturinstitutionen müssen sich an ein breiteres Publikum wenden und verfügen in der Regel über deutlich knappere Budgets.

  • Fotoprojekt "Landschaftsbilder"

    2015 haben Studierende des Fachbereichs Design der Fachhochschule Potsdam für den Projektkurs Fotografie von Prof. Wiebke Loeper fünf sehr unterschiedliche Regionen im ländlichen Raum fotografisch erkundet und porträtiert. Ihre Fotografien bebildern das TRAFO-Programm auf unserer Website.

    Die Studierenden bereisten neben den vier TRAFO-Modellregionen Oderbruch, Saarpfalz-Kreis, Schwäbische Alb und Südniedersachsen auch die Region um Idar-Oberstein, die sich an der Entwicklungsphase des Programms beteiligte hatte.

    Mehr Informationen zum Projekt sowie die Zusammenstellung der entstandenen Fotografien finden sich auf der TRAFO-Website.

Ide­en­kon­gress

Im September 2018 fand der Ideenkongress zu Kultur, Alltag und Politik auf dem Land statt, um die Rolle der Kultur in der Debatte um ländliche Räume stärker erkennbar werden zu lassen.

In­ter­view mit Hor­ten­sia Völ­ckers

Die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes sprach mit den "Kulturpolitischen Mitteilungen" über das TRAFO-Programm.

PDF zum Download

TRA­FO-Web­site

TRAFO hat eine eigene Website, die Aktuelles aus dem Programm berichtet und über die Projekte und Modellregionen informiert.

www.trafo-programm.de

  • Termine

    19.09. –
    21.09.2018

    TRAFO-Ideenkongress

    Ideenkongress zu Kultur, Alltag und Politik auf dem Land

    Volkspark | Halle (Saale)

    23.04.2018

    Kulturpolitischer Nachmittag

    Oderbruch Museum | Altranft

    23.04. –
    25.04.2018

    3. TRAFO-Akademie

    Oderbruch Museum | Altranft

    18.09. –
    20.09.2017

    2. TRAFO-Akademie

    Münsingen | Schwäbische Alb

    18.01. –
    20.01.2017

    1. TRAFO-Akademie

    Clausthal-Zellerfeld

Kon­takt

Kristin Bäßler
Programmbüro "TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel"

Prinzessinnenstraße 1

10969 Berlin

Tel.: +49 (0)30 60 98 86 052

E-Mail

 

Antonia Lahmé
Kulturstiftung des Bundes

Franckeplatz 2
06110 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0)345 2997 117
Fax.: +49 (0)345 2997 333
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