Ergebnisse der 2. Förderrunde

 

Für die Umsetzung ihrer Konzeptideen erhalten folgende Regionen eine Förderung in Höhe von bis zu 1,25 Mio. Euro:

Vogelsbergkreis | Hessen
Uecker-Randow | Mecklenburg-Vorpommern
Mestlin | Mecklenburg-Vorpommern
Kusel | Rheinland-Pfalz
Köthen | Sachsen-Anhalt
Rendsburg-Eckernförde | Schleswig-Holstein
Altenburger Land | Thüringen

Die Kulturstiftung des Bundes hat bereits in vielen ihrer Programme Kulturinstitutionen in Deutschland angeregt, sich im Sinne einer Weiterentwicklung zu verändern. Bislang profitierten davon vor allem die Institutionen in größeren Städten. Mit dem Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ wendet sich die Kulturstiftung des Bundes erstmals gezielt an ländliche Regionen und kleinere Gemeinden, um dort Transformationsprozesse anzustoßen. Sie stellt für das Programm in den Jahren 2015 bis 2024 insgesamt Fördermittel in Höhe von 26,6 Mio. Euro bereit.

  • Viele ländliche Regionen haben mit folgenreichen Veränderungen zu kämpfen: Der Strukturwandel in Industrie und Wirtschaft lässt Arbeitsplätze wegbrechen, in kleineren Städten und im ländlichen Raum gibt es immer weniger Bewohner mit einem immer höheren Durchschnittsalter. Die Steuereinnahmen sinken. Kultureinrichtungen wie Theater, Bibliotheken und Museen stehen bei Sparzwängen häufig zuerst zur Disposition, weil sie zu den freiwilligen Aufgaben der Gemeinden gehören. Ihr Wert für das Zusammenleben in den Regionen wird oft als nachrangig betrachtet, obwohl gerade sie zur Stabilisierung von Identität und Gemeinschaftsbildung wesentlich beitragen können.

    Während sich die Kulturinstitutionen in den Großstädten seit einigen Jahren mit den Veränderungen der Stadtgesellschaft beschäftigen, stehen die Einrichtungen in kleineren Städten und im ländlichen Raum vor der grundsätzlichen Frage: Was können wir unseren Bürgern überhaupt noch anbieten? Und was brauchen die Menschen, die hier leben? Auch sind die Bedingungen für die Kulturproduktion abseits der Metropolen grundlegend anders. Die regionalen Kulturinstitutionen müssen sich an ein breiteres Publikum wenden und verfügen in der Regel über deutlich knappere Budgets.

Die Initiative

In Zusammenarbeit mit ausgewählten Modellregionen werden in enger Kooperation mit den beteiligten Partnern vor Ort Konzepte für eine Transformation bestehender Kultureinrichtungen entwickelt. Dabei geht es nicht allein darum, möglichst viele dieser Einrichtungen zu bewahren, sondern vielmehr nach ihrer veränderten Rolle zu fragen: Wen wollen wir erreichen? Wie soll ein attraktives Kulturangebot für die Stadt und die Region in Zukunft aussehen? Wie kann es anders organisiert werden? Gefördert werden Projekte und künstlerische Ansätze mit Pionierfunktion, die neue Wege kultureller Produktion aufzeigen.

In ganz Deutschland wurden für die erste Förderrunde (2015 bis 2020) zunächst vier Regionen ausgewählt, die exemplarisch für die vielfältigen Herausforderungen in strukturschwachen und ländlich geprägten Regionen stehen. Im Oderbruch, in der Saarpfalz, auf der Schwäbischen Alb und in Südniedersachsen sind regionale Transformationsprojekte entstanden, die gemeinsam mit der Bevölkerung die öffentlichen Kulturorte weiterentwickeln. Mit partizipativen und kooperativen Ansätzen geben sie Beispiele dafür, wie lokale und regionale Kultureinrichtungen zu zeitgemäßen, spannenden Lern- und Kulturorten werden.

TRAFO 2

Aufgrund des wachsenden Interesses an Zukunftsperspektiven für Kultur im ländlichen Raum hat die Kulturstiftung des Bundes 2017 das Programm für weitere Bundesländer in einem zweistufigen Verfahren geöffnet. In der Entwicklungsphase von TRAFO 2 konnten die neun Flächen-Bundesländer, die bislang nicht am Programm beteiligt sind (Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen), jeweils zwei Regionen empfehlen, die vom demografischen Wandel betroffen sind, aber noch über öffentliche geförderte Kulturinstitutionen verfügen. Die Regionen entwickelten daraufhin mit Unterstützung des TRAFO-Programmbüros neue Ideen für eigene Transformationsvorhaben und erhielten hierfür eine Konzeptionsförderung in Höhe von bis zu 40.000 Euro. Bis zum Sommer 2019 konnten sie für die Umsetzung ihres Transformationsprojekts einen Antrag auf Förderung stellen.

Eine unabhängige Fachjury wählte im Herbst 2019 sieben Projekte für die Umsetzungsphase aus. In den Jahren 2020 bis 2023 werden Fördermittel in Höhe von bis zu 1,25 Mio. Euro an folgende Regionen vergeben: Vogelsbergkreis (Hessen), Uecker-Randow (Mecklenburg-Vorpommern), Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern), Kusel (Rheinland-Pfalz), Köthen (Sachsen-Anhalt), Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein) und Altenburger Land (Thüringen).

  • Im Herbst 2019 wählte eine unabhängige Fachjury aus den in TRAFO 2 entwickelten Transformationskonzepten der 18 Regionen sieben Regionen aus, die eine Förderung für die Umsetzung ihrer Transformationsvorhaben erhalten. Die Mitglieder der Jury sind:

    Prof. Lydia Grün, Musikvermittlung, Hochschule für Musik Detmold

    Kristina Volke, stellvertretende Kuratorin der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages

    Prof. Dr. phil. Stephan Beetz, Soziologie und Empirische Sozialforschung, Hochschule Mittweida

    Thomas Reumann, Landrat des Landkreises Reutlingen

    Peter Landmann, Jurist, ehemaliger Abteilungsleiter Kultur in Nordrhein-Westfalen, Kulturberater

Geförderte Projekte

Impulse & Wissensvermittlung

Neben der Umsetzung von konkreten Projekten in den Modellregionen geht es im TRAFO-Programm wesentlich darum, die dort gemachten Erfahrungen weiterzugeben und eine weiterführende Debatte anzustoßen. Wie erfindet sich eine Institution neu? Wie gelingt die Bürgerorientierung? Wie können sich kommunale Angebote ergänzen, und welche Allianzen können gebildet werden zwischen Kultur, Politik und Verwaltung zugunsten attraktiver Kulturinstitutionen?

Emp­feh­lun­gen des Pro­gramms zur Kul­tur­för­de­rung in länd­li­chen Räu­men

Die Diskussion, wie ländliche Räume zukünftig entwickelt werden – und welche positive Wirkung die Kultur hierbei entfalten kann, findet derzeit auf verschiedenen Ebenen statt: im Deutschen Bundestag ebenso wie in der „Kommission zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse“ der Bundesregierung oder bei Dialogprozessen in mehreren Bundesländern. Anlässlich dieser aktuellen Diskussionen möchten wir die Erfahrungen des Programms TRAFO und die Ergebnisse des TRAFO-Ideenkongresses in die laufenden Debatten einbringen.

Ide­en­kon­gress zu Kul­tur, All­tag und Po­li­tik auf dem Land

Der bundesweite Kongress ließ die Rolle der Kultur in der Debatte um ländliche Räume stärker erkennbar werden. Er fand im September 2018 in Halle/Saale statt.

TRA­FO-Aka­de­mie

Die TRAFO-Akademie wendet sich an die Institutionenleiter, Verwaltungsmitarbeiter und Kulturverantwortlichen der geförderten Regionen, die voneinander lernen und für ihre Situation Anregungen übernehmen wollen.

  • Termine

    19.09. –
    21.09.2018

    TRAFO-Ideenkongress

    Ideenkongress zu Kultur, Alltag und Politik auf dem Land

    Volkspark | Halle (Saale)

TRA­FO-Web­site

TRAFO hat eine eigene Website, die Aktuelles aus dem Programm berichtet und über die Modellregionen und Projekte informiert.

www.trafo-programm.de

Kontakt

Antonia Lahmé

Wissenschaftliche MitarbeiterinKulturstiftung des BundesFranckeplatz 206110 Halle (Saale)
Tel: 49 (0)345 2997 117Fax: 49 (0)345 2997 333E-Mail