Der senegalesische Perkussionist und Komponist Doudou N’Diaye Rose (1930 - 2015) gilt weltweit als einer der bekanntesten afrikanischen Musiker des 20. Jahrhunderts. Er ist eine Legende des Sabar, einem traditionellen Schlaginstrument der Wolof, und brachte mit seiner Virtuosität und seinen komplexen Kompositionen die traditionelle senegalesische Musik einem großen internationalen Publikum nahe. Mit seinen Kompositionen und Cross-Over-Produktionen, u.a. mit Miles Davis, Dizzy Gillespie und den Rolling Stones, erweiterte Rose die musikalischen und technischen Möglichkeiten des perkussionistischen Spektrums. Ihm werden die Komposition von 500 neuen Rhythmen zugeschrieben, für die er u.a. auch neue Trommelarten erfand. Mit den von ihm angeführten Drummers of West Africa, die sich ausschließlich aus Familienmitgliedern zusammensetzen, begründete er eine Dynastie von Trommlern, die sein musikalisches Erbe weiterträgt und zahlreiche populäre Musikströmungen in Westafrika maßgeblich beeinflusst hat.

Mit dem kulturellen Erbe von Doudou N’Diaye Rose befasst sich das Projekt „Transcriptions“ von 4.4c in Berlin zusammen mit der Subabiennale in Dakar (Senegal). In Kooperation mit der Familie von Doudou N’Diaye Rose soll sein bis dato unnotiertes Werk nicht nur transkribiert und archiviert werden, sondern vielmehr den anhaltenden Einfluss dieser Tradition mit zeitgenössischen Praktiken der elektronischen Musik verbinden. Dabei wird auch die Frage nach einer Diversifizierung der Ursprünge der zeitgenössischen elektronischen Musik aufgeworfen: Während diese in der Regel in der westlichen Entwicklung der Musique Concrète, des amerikanischen Minimalismus oder der Rave-Kultur der 1990er gesehen werden, legt das Projekt „Transcriptions“ die rhythmische und metrische Nähe zu der westafrikanischen traditionellen Musik offen.

Diese Verbindungen in den metrischen Prinzipien von westlicher elektronischer Musik und westafrikanischen Rhythmustraditionen soll in der musikalischen Begegnung der Familie N’Diaye Rose mit zeitgenössischen Musikerinnen der Elektroszene weiter erforscht werden. Auf Grundlage des dokumentierten Materials von Doudou N’Diaye Rose werden zeitgenössische und traditionelle Künstler neue genreübergreifende Kompositionen schaffen, die auf Tonträger produziert und auf dem Berlin Atonal Festival und in Dakar live präsentiert werden. 

Künstlerische Leitung: Colin Hacklander (US)
Musikalische Leitung: Birame N'Diaye Rose (SN)
Kuratorische Leitung: Farahnaz Hatam (IR)
Projektleitung: Laurens van Oswald (DE)
Mit: Birame N'Diaye Rose (SN), weitere MusikerInnen (tba)

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

  • Termine

    19.07. –
    24.07.2020

    Konzert im Rahmen des Berlin Atonal Festivals

    Kraftwerk Berlin | Berlin

Internationale Termine

28.05.2020 - 30.05.2020   Konzert im Rahmen der Subabiennale, Dakar

Kon­takt

4.4c GmbH

Frankfurter Allee 14
10247 Berlin

www.berlin-atonal.com