TURN2 Residencies: Open Call bis 5.4.2021!


Der internationale Open Call für junge Kurator:innen und Kulturschaffende läuft: Die "TURN2 Residencies - Kuratorische Rechercheaufenthalte in Berlin, Johannesburg, Lagos und Nairobi" ermöglichen Nachwuchskurator:innen ihre professionellen Netzwerke zu erweitern, Zugänge zur visuellen Kunstszene am jeweiligen Residenzstandort zu erhalten, eigene Formate zu entwickeln und in einen nachhaltigen kuratorischen Austausch zu treten. Die dreimonatigen Residencies in Berlin, Johannesburg, Lagos und Nairobi beginnen im September 2021.

Der Einsendeschluss für alle Residenzstandorte ist der 5. April 2021. Informationen zum Open Call sowie die Online-Antragsformulare sind auf der Seite des ZK/U Berlin abrufbar, das die TURN2 Residencies gemeinsam mit den Partnern G.A.S Foundation Lagos, Bag Factory Johannesburg und NCAI Nairobi ausrichtet. Weitere Infos zu den Residencies finden Sie unten auf dieser Webseite.

Mit ihrem Fonds TURN – Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern hat die Kulturstiftung des Bundes seit 2012 künstlerische Kooperationsprojekte mit dem afrikanischen Kontinent gefördert. In den vergangenen acht Jahren hat der Fonds TURN spartenübergreifend 101 internationale Kooperationsprojekte mit 12 Millionen Euro gefördert. Hierbei waren kulturelle Akteurinnen und Akteure aus über 30 Partnerländern auf dem afrikanischen Kontinent beteiligt. Nach acht Jahren TURN hat die Nachfrage nach Förderangeboten, die eine künstlerische Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Ländern und Deutschland intensivieren, nicht nachgelassen und wächst weiterhin besonders in den deutschen Kulturinstitutionen. Die Erfahrungen aus den bisherigen TURN-Projekten machen deutlich, dass Debatten – etwa zur Aufarbeitung kolonialer Herrschaft samt ihrer Folgen im 21. Jahrhundert oder zu Themen wie Migration, Klimagerechtigkeit oder globale Wirtschaftsordnungen – ohne umfassende Einbindung afrikanischer Positionen nicht zu führen sind.

Aufbauend auf jahrelangen Erfahrungen aus TURN sowie auf den Gesprächen mit internationalen Expertinnen und Experten wird die Kulturstiftung des Bundes mit dem Programm TURN2 Künstlerische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern auch in Zukunft darauf hinwirken, finanzielle und strukturelle Asymmetrien zwischen afrikanischen und deutschen Partnern zu reflektieren, einen ebenbürtigen Austausch in die Wege zu leiten und die Erfahrungen hieraus in öffentliche Debatten hineinzutragen. Das Programm TURN2 umfasst drei Förderinstrumente: einen Fonds, ein Residenzprogramm sowie transkontinentale Akademien.

TURN2 Fonds

Der Fonds gewährt auf Antrag Fördermittel für künstlerische und kulturelle Projekte, die im Rahmen von transnationalen Kooperationen mit Partnern aus afrikanischen Ländern zustande kommen und eine öffentliche Sichtbarkeit und Wirkung in Deutschland haben. Die Projekte müssen mindestens einen afrikanischen Partner haben, können aber noch weitere internationale Partner einschließen. Die Projekte sollen auch Veranstaltungen in den jeweiligen afrikanischen Partnerländern vorsehen. Der TURN2 Fonds wird bundesweit ausgeschrieben. Die Mindestfördersumme beträgt 50.000 Euro. Die Projekte müssen eine durch Eigen- und/oder Drittmittel gesicherte Finanzierung von 20% an den Gesamtkosten erbringen. Für den TURN2 Fonds sind zwei Antragsrunden mit einer Fördersumme von jeweils bis zu 1,5 Mio. Euro vorgesehen.

Die Fördergrundsätze des TURN2 Fonds, die Anlage mit Empfehlungen zur Förderung fairer Zusammenarbeit, den Online-Antrag und nützliche Muster finden Sie unten auf dieser Seite.

  • Die Jury des TURN2 Fonds tagt im Juni 2021. Zur Jury gehören folgende Mitglieder:

    Alya Sebti leitet seit 2016 die ifa Galerie Berlin (Institut für Auslandsbeziehungen), wo sie ein Forschungs- und Ausstellungsprogramm entwickelt, das koloniale Strukturen in zeitgenössischen Gesellschaften untersucht. Sie ist Teil des künstlerischen Teams der Manifesta 13, die 2020 in Marseille stattfindet. 2018 war sie Gastkuratorin der 13. Dak'Art, Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst, und 2014 war sie die künstlerische Leiterin der 5. Marrakesch Biennale. Sie hat mehrere Ausstellungen kuratiert, darunter: invisible im Musée de l'IFAN in Dakar, Carrefour/Treffpunkt in den ifa Galleries, Casablanca, Energie Noire als Teil von Mons 2015 - Europäische Kulturhauptstadt und Now Eat My Script in den KW Institute for Contemporary Art Berlin (2014). Sie hat über Kunst und den öffentlichen Raum, über Biennalen und transkulturelle Kunstpraktiken publiziert und gelehrt, u.a. im: Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Thessaloniki Biennale (GR); Universität von Addis Abeba, Äthiopien; KW Institute for Contemporary Art, Berlin; Internationale Akademie Salzburg (Österreich); New York University, Berlin; Le Cube Art Centre, Rabat.

    Jay Pather lebt in Kapstadt und ist Choreograf, Multimedia-Künstler, Kurator und Autor. Er ist Professor an der Universität von Kapstadt, wo er das Institute for Creative Arts leitet. Er ist Kurator für das Infecting the City Festival; das ICA Live Art Festival in Kapstadt, für das Afrovibes Festival in Amsterdam, Co-Kurator für Body, Image Movement in Madrid und Spier Light Art in Kapstadt. Er gehört zu den Experten für darstellende Künste, die an der Programmierung der Afrika 2020 Saison in Frankreich arbeiten. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Artikel in Changing Metropolis ll, Rogue Urbanism, Performing Cities, Where Strangers Meet, Routledge Companion to Art in the Public Realm, New territories: theatre, drama, and performance in post-apartheid South Africa und Transgressions - Live Art in South Africa, herausgegeben mit Catherine Boulle. Eine aktuelle Publikation ist Restless Infections - Public Art in South Africa. Pather hat das Live Art Network Africa initiiert, diente als Juror für den International Award for Public Art, als Vorstandsmitglied des National Arts Festival of South Africa und wurde kürzlich von der französischen Regierung zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt.

    Elisa Liepsch ist seit 2019 Leiterin der Performing Arts an der Beursschouwburg in Brüssel. Von 2014 bis 2019 war sie Dramaturgin am Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt am Main, wo sie u.a. die Projekte Afropean Mimicry & Mockery in Theatre, Performance & Visual Arts (2014-2016), Projeto Brasil (2016), Displacements. Andere Erzählungen von Flucht, Migration und Stadt (2018) und im*possible bodies (2018-2019) (ko-)kuratierte. 2010 bis 2013 war sie Dramaturgin und Leiterin des e-werks am Deutschen Nationaltheater Weimar, und arbeitete davor mit Frie Leysen an Theater der Welt 2010 im Ruhrgebiet. Elisa Liepsch ist Ko-Herausgeberin der Publikation „Allianzen. Kritische Praxis an weißen Institutionen“ (transcript, 2018). Immer wieder arbeitet sie in kollaborativen Konstellationen mit unterschiedlichen Partner*innen, in der sie gemeinsam versuchen eine Kunst der Vielen zu realisieren.

    Marcus Gora lebt in Harare, Simbabwe, und ist Mitbegründer und Direktor der First Floor Gallery, die zwei Galerieräume hat, einen in Harare und einen in Victoria Falls, Simbabwe. Er ist der Bandmanager der preisgekrönten simbabwischen Musikgruppe Mokoomba. Marcus ist Partner von Ngoma NeHosho, einer innovativen Kunstförderungsfirma, die das Jacaranda Music Festival in Harare leitet. Außerdem ist er Teil des Teams der Emerging African Galleries Association, die den jährlichen Emerging Painting Invitational Prize - EPI veranstaltet, der junge afrikanische Maler unterstützt. Schließlich ist Marcus Gora einer der Initiatoren des Soulidarity Fund, einem Fonds zur Unterstützung tourender afrikanischer Bands, die von den Unterbrechungen des Covid-19 betroffen sind.

    Philippe Pirotte ist Professor für Kunstgeschichte und Curatorial Studies an der Städelschule in Frankfurt am Main und außerordentlicher Kurator des UC Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive. Von 2014 bis März 2020 war er Rektor der Städelschule und Direktor der Ausstellungshalle Portikus. Von 2005 bis 2011 war Pirotte Direktor der Kunsthalle Bern und von 2003 bis 2013 Chefberater der Rijksakademie in Amsterdam. Kürzlich kuratierte Philippe Pirotte die Gruppenausstellung Arus Balik für das Centre for Contemporary Art in Singapur (2019) und war Mitglied des Kuratorenteams der Jakarta Biennale im Jahr 2017. Derzeit ist Pirotte Empfänger eines Andy Warhol-Foundation for Visual Arts Fellowship zur Erforschung des kulturellen und künstlerischen Austauschs, entstanden nach der Asien-Afrika-Konferenz von 1955 in Bandung, Indonesien.

     

TURN2 Residencies

Das Residenzprogramm ermöglicht einer Anzahl von voraussichtlich insgesamt dreißig ausgewählten Nachwuchskuratorinnen und -kuratoren aus Deutschland und afrikanischen Ländern Rechercheaufenthalte in Deutschland (Berlin) bzw. in Kenia (Nairobi), Südafrika (Johannesburg) oder Nigeria (Lagos). Es handelt sich um Recherche- und Arbeitsaufenthalte, die sich dem Aufbau von Arbeitsbeziehungen mit etablierten Kunst- und Kultureinrichtungen widmen.

Der für die organisatorische Gesamtleitung des Residenzprogramms und die Durchführung der Residenzen in Deutschland zuständige Partner ist das Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) in Berlin. Das ZK/U gewährleistet die Vernetzung von afrikanischen Kuratorinnen und Kuratoren mit etablierten deutschen Kunsteinrichtungen und eine intensive Betreuung der afrikanischen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die afrikanischen Residenzpartner sind die Bag Factory in Johannesburg, das Nairobi Contemporary Art Institute (NCAI) und die Guest Artists Space (G.A.S.) Foundation in Lagos. Das Residenzprogramms beginnt im September 2021. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt durch jeweilige Auswahlgremien, die sich aus externen Expertinnen und Experten sowie Vertretern der Partnerinstitutionen  zusammensetzen.
Ein zentraler Partner des ZK/U – insbesondere auch für den Austausch mit den afrikanischen Residenzpartnern – ist das Triangle Network in London, das seit Gründung im Jahr 1982 die professionelle Entwicklung und den weltweiten Austausch zwischen Künstlern und Organisationen der Bildenden Kunst unterstützt und ein etabliertes Netz von Mitgliedern in verschiedenen afrikanischen Ländern unterhält. Die Kooperation mit dem Triangle Network soll über das Residenzprogramm hinaus auch einen Beitrag leisten, interessierte deutsche Kunst- und Kultureinrichtungen in etablierte internationale Netzwerke einzubinden.

Residencies in Berlin

Junge Kuratorinnen und Kuratoren sowie Kulturschaffende mit kuratorischer Erfahrung aus afrikanischen Ländern sind eingeladen, einen Arbeits- und Rechercheaufenthalt von drei Monaten am Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) in Berlin zu absolvieren. Die Ausschreibung erfolgt in zwei Bewerbungsrunden durch einen internationalen Open Call. Die erste Antragsrunde läuft! Informationen zur Bewerbung finden Sie weiter unten auf dieser Seite. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten ein monatliches Stipendium von 1.500 Euro. Zusätzlich übernommen werden Reise- und Transportkosten sowie Unterkunft und Recherchekosten.

Residencies in Nairobi, Lagos und Johannesburg

Junge Kuratorinnen und Kuratoren aus Deutschland werden eingeladen, einen Arbeits- und Rechercheaufenthalt an einem der drei afrikanischen Mitgliedsorte des Triangle Network (Bag Factory in Johannesburg, Nairobi Contemporary Art Institute (NCAI), G.A.S. Foundation in Lagos) zu absolvieren. Die erste Antragsrunde läuft auch hier! Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten ein monatliches Stipendium von 1.500 Euro. Zusätzlich übernommen werden Reise- und Transportkosten sowie Unterkunft und Recherchekosten. Pro Partner werden bis zu sechs Stipendiatinnen und Stipendiaten für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten ausgewählt.

TURN2 Residencies in Berlin: Informationen zum Open Call und Online-Antragsformular. Einsendeschluss ist der 5. April 2021! Bewerben können sich Nachwuchskurator:innen und Kulturschaffende aus afrikanischen Ländern.

TURN2 Residencies in Johannesburg, Lagos und Nairobi: Informationen zum Open Call und Online-Antragsformular. Einsendeschluss ist der 5. April 2021! Bewerben können sich Nachwuchskurator:innen und Kulturschaffende aus Deutschland.

TURN2 Lab

Anknüpfend an die TURN-Meetings 2014 und 2016 sowie an das wachsende Interesse europäischer Kulturinstitutionen am interdisziplinären Austausch mit dem afrikanischen Kontinent finden unter dem Titel TURN2 Lab transkontinentale Akademieveranstaltungen zu neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika statt. Die Veranstaltungen wenden sich an afrikanische wie europäische Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik oder Ökonomie. Themenfelder können zum Beispiel internationale Kulturpolitik, ökologische Nachhaltigkeit, Kulturelle Bildung und Nachwuchsförderung, Mobilität, zeitgenössische Kunstproduktion oder auch internationale Förderprogramme sein.

Ein­sen­de­schlüs­se & On­line-An­trag TURN2 Fonds

Der Einsendeschluss für die erste Förderrunde war der 1. März 2021. Einsendeschluss für die zweite Förderrunde der 1. März 2022. Es gilt das Sendedatum des Online-Formulars. Die erste TURN2-Jurysitzung findet im Juni 2021 statt.

Die Kulturstiftung des Bundes stellt für das Programm TURN2 – Künstlerische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern, die Fortführung des Fonds TURN – Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern, bis zum Jahr 2024 insgesamt 4 Mio. Euro zur Verfügung.


Interaktive Webdoku TURN

Unsere Webdoku TURN porträtiert einige der über 100 seit 2012 im Fonds TURN geförderten Projekte und lässt beteiligte Künstlerinnen, Kuratoren, Regisseurinnen, Performer, Musiker und Expertinnen aus Deutschland und afrikanischen Ländern zu Wort kommen. Sie erzählen von der gemeinsamen künstlerischen Arbeit, von Ergebnissen, Chancen, Schwierigkeiten und Hoffnungen. In den Film integriert sind interaktive Buttons, die zu weiteren Clips, Websites, Fotos u.v.m. verlinken. Die Webdoku ist abrufbar unter: https://webdoku-turn.kulturstiftung-bund.de

Besonderer Dank geht an die beteiligten TURN-Projekte sowie an die Filmproduktion Basiliscus Film Berlin.

  • Termine

    17.02.2021

    Online-Antragsberatung im TURN2 Fonds (auf Deutsch)

    10 - 12 Uhr - Anmeldung unter turn2@kulturstiftung-bund.de

    MS Teams |

    05.02.2021

    Online-Antragsberatung im TURN2 Fonds (auf Englisch mit der Möglichkeit zu Fragen auf Französisch)

    10 - 12 Uhr - Anmeldung unter turn2@kulturstiftung-bund.de

    MS Teams |

    03.02.2021

    Online-Antragsberatung im TURN2 Fonds (auf Deutsch)

    10 - 12 Uhr - Anmeldung unter turn2@kulturstiftung-bund.de

    MS Teams |

Kontakt

Anne Fleckstein

TURN – Künstlerische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern Kulturstiftung des Bundes Franckeplatz 2 06110 Halle an der Saale
Tel: 49 (0)345 2997 130 Fax: 49 (0)345 2997 333 E-Mail