Die historische Wasserwirtschaft und ihre baulichen Anlagen in Augsburg gehören seit dem 15. Jahrhundert zu den bedeutenden Zeugnissen der Wassernutzung in Europa. Das System der Fließgewässertechnologie und Trinkwasserversorgung, das noch bis ins frühe 20. Jahrhundert genutzt wurde, ist heute für die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe nominiert.

Zur selben Zeit, als Augsburg Anfang 2018 den Antrag zur Aufnahme beim UNESCO-Weltkulturerbezentrum in Paris einreichte, wurde weltweit die Krise in der Wasserversorgung in der Kapregion Südafrikas diskutiert. Kapstadt galt als die erste Metropole weltweit, die von akutem Wassermangel bedroht war - ein Umstand, der nicht allein dem Klimawandeln, sondern auch einem Mangeln an weitsichtigem politischen Handeln zuzuschreiben war. Dank einer Politik der Wasserrestriktion, neuen Regenfällen und innovativen Sparmaßnahmen konnte der so genannte Tag Null, an dem die Trinkwasserversorgung eingestellt werden sollte, vorerst abgewendet werden. Jedoch wird dies laut Experten nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Wasserknappheit die Bevölkerung zu einem neuen Umgang mit den Wasserressourcen zwingt. Und für die kommenden 30 Jahre prognostizieren Klima- und Stadtforscher, dass auch andere Metropolen von Wassermangel bedroht sein werden. 

Unter dem Titel „World Heritage/Sharitage: Water“ führt das Theater Augsburg zusammen mit dem Ukwanda Puppets and Designs Art Collective und dem Baxter Theatre in Kapstadt (Südafrika) nun diese beiden Diskussionen zur Wasserversorgung zusammen. Ausgehend von der Welterbe-Bewerbung Augsburgs und der Wasserkrise in der südafrikanischen Kapregion werden Fragen nach dem Umgang mit natürlichen Ressourcen und deren Verteilung sowie die Reflexion der mythologischen und historischen Bedeutung von Wasser zum Thema gemacht. Ist es angesichts der südafrikanischen Wasserkrise zynisch, wenn man die Kanäle und Wasserwerke einer süddeutschen Stadt zum Welterbe anmeldet? Oder kann ein solcher Antrag die Aufmerksamkeit auf die überlebensnotwendige Ressource und einen verantwortungsvollen Umgang damit lenken?

Regie: Dorothea Schroeder (DE); Dramaturgie: Sabeth Braun (DE); Autor: Andreas Hillger (DE)

Mit: Siphokazi Mpofu (ZA), Sipho Ngxola (ZA), Luyanda Nogodlwana (ZA)

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

Internationale Termine

6.1.2020 -12.1.2020 - Baxter Theatre,  Kapstadt - Aufführungen

Kon­takt

Staatstheater Augsburg

Provinostraße 52
86153 Augsburg
www.staatstheater-augsburg.de