Auf einen Blick
Kulturinstitutionen in deutschen Großstädten stehen vor einer Vielzahl komplexer, kulturpolitischer Zukunftsaufgaben, die durch sich derzeit überlagernde Krisen entstehen. Das bundesweite Programm „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ (vormals: Modelle für Kulturinstitutionen von morgen) lädt Kultureinrichtungen und Kommunen ein, trotz dieser Herausforderungen einen Raum für grundlegende Innovationen zu schaffen und sich dem Impuls zu widersetzen, auf Bekanntes und Vertrautes zurückzugreifen. Mit dem Programm stellt die Kulturstiftung des Bundes die Mittel zur Verfügung, um Überlegungen zu neuen Modellen zu ermöglichen: etwa für interkommunale Kooperationen oder experimentelle Nutzungskonzepte für Kulturorte. Das Programm beruht auf der Annahme, dass Kulturinstitutionen in zehn Jahren nur dann eine breite gesellschaftliche Unterstützung genießen werden, wenn sie noch stärker als Gemeingut wahrgenommen werden.
Programmablauf
In der Orientierungsphase in den Jahren 2024 bis 2027 fördert die Kulturstiftung des Bundes zunächst die Entwicklung von bis zu fünfzig institutionellen Zukunftsvorhaben in deutschen Großstädten mit je 50.000 Euro. Zudem umfasst diese Phase Beratungs- und Vernetzungsangebote; Recherche- und Inspirationsreisen zu modellhaften europäischen Kulturorten erweitern den Blick international. Dafür steht ein Gesamtbudget in Höhe von bis zu 4,6 Millionen Euro zur Verfügung.
Im Mai 2025 hat die unabhängige Fachjury des Programms 50 Kulturinstitutionen aus ganz Deutschland zur Förderung ausgewählt. Eine Liste der geförderten Institutionen finden Sie hier sowie auf der Programmwebsite (externer Link, öffnet neues Fenster).
Von 2027 bis 2031 schließt dann die Realisierungsphase des Programms an. Dann wird mit bis zu 10 Mio. Euro die Umsetzung von maximal 20 Zukunftskonzepten gefördert. Die Realisierungsphase umfasst neben der Förderung auch bundesweite öffentliche Veranstaltungen und einen europäischen Kongress 2029.
Gefördert werden können dabei auch Einrichtungen und Verbünde, die bisher noch nicht Teil des Programms waren. Die Ausschreibung der neuen Phase beginnt im Herbst 2026. Weitere Details finden Sie unter www.uebermorgen-programm.de (externer Link, öffnet neues Fenster).
Fakten Box
- Programm
- Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen
- Laufzeit
- 2024 - 2031
- Gefördert werden
- Entwicklung von 50 Zukunftsvorhaben
Umsetzung von 20 Zukunftsvorhaben - Fördersumme
- 14,6 Mio. Euro
Hintergrund
Die deutsche Kulturlandschaft wird insbesondere durch ihre Institutionen wie Museen, Theater, Bibliotheken und Konzerthäuser gestaltet, die maßgeblich von Kommunen und Ländern finanziert werden. Die Kulturstiftung des Bundes fördert in diesem Umfeld nicht nur künstlerische Spitzenprojekte, sondern setzt immer wieder auch Impulse für strukturelle Innovationen. Umfassende Recherchegespräche zeigen, wie schwer es derzeit selbst Institutionen mit langjähriger Erfahrung fällt, die aktuellen Herausforderungen zu priorisieren und Innovationsansätze – auch über die Grenzen der Bundesländer hinweg – zu sehen.
Im Detail: Die Orientierungsphase
Das Programm „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ fordert Institutionen oder Einrichtungsverbünde aus Großstädten auf, sich zeitweise aus dem Tagesgeschäft zu lösen und Visionen beispielsweise für experimentelle Nutzungskonzepte für Kulturorte oder neue interkommunale Kooperationen zu entwickeln. Sie können mit den Fördermitteln der Kulturstiftung des Bundes externe Expertise heranziehen oder ihr Personal entlasten, damit Freiräume für radikal neue Ideen entstehen.
Die kommunale Politik und Verwaltung – wie Stadträte, Beigeordnete, Amtsleiterinnen – werden aktiv in die Zukunftsprozesse einbezogen, um diese mit anderen städtischen Entwicklungen verbinden zu können. Zwei Veranstaltungsformate geben im Rahmen des Programms weitere Gelegenheiten für Inspiration und Austausch: Zukunftsforen als Akademie-Reihe des Programms und Inspirationsreisen in europäische Nachbarländer.
Zukunftsforen
Die Zukunftsforen bieten den Geförderten fachlichen Input und Austauschformate rund um Themen wie Publikumsentwicklung, transkulturellen Austausch, Partizipation oder Gemeinwohlansätze oder auch zu Trägerstrukturen, Tarifsystemen oder Fachkräftemangel. Die sechs Zukunftsforen finden zwischen September 2025 und Dezember 2026 in wechselnden deutschen Städten statt; auf dem letzten Forum werden die 50 Zukunftsvorhaben der geförderten Institutionen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Alle aktuellen Termine und Themen der Zukunftsforen finden Sie auf uebermorgen-programm.de (externer Link, öffnet neues Fenster).
Inspirationsreisen
Gemeinsam mit der lokalen Kulturpolitik können Projektträger an Inspirationsreisen zu modellhaften Kulturorten in europäischen Nachbarländern teilnehmen, wo sie mit den Macherinnen vor Ort ins Gespräch kommen. Es sind je zwei Reisen nach Gent, Gdansk, Manchester, Marseille und Aarhus geplant. Termine und weitere Details zu den Reisezielen finden Sie auf uebermorgen-programm.de (externer Link, öffnet neues Fenster).
Die geförderten Institutionen
Nachfolgend finden Sie alle 50 im Programm “Übermorgen” geförderten Kulturinstitutionen in alphabetischer Reihenfolge. Eine filterbare Liste sowie weiterführende Informationen finden Sie unter www.uebermorgen-programm.de (externer Link, öffnet neues Fenster).
A – D
Alle Geförderten von A bis D
- Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld: “Der Bielefelder Weg: Transformation für Übermorgen – Kultur neu vernetzen”
- Deutsche Oper am Rhein Theatergemeinschaft Düsseldorf Duisburg gGmbH: “Ein neuer Dreiklang für das Opernhaus der Zukunft in Düsseldorf: Oper, Musikschule und Musikbibliothek”
- Deutsches Hygiene-Museum Dresden: “Öffnungszeit. Das DHMD in Transformation”
E – H
Alle Geförderten von E bis H
- Ensemble Resonanz gGmbH, Hamburg: “community!music – Ensemble Resonanz öffnet Türen”
- Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte: “freiSTIL – Kokreative Arbeit in Geschichtsmuseen”
- FUNDUS THEATER gGmbH, Hamburg: “Kompetenzzentrum für Kinderpartizipation und intergenerationellen Dialog”
- Historisches Museum Frankfurt: “Commoning the Museum. Stadtmuseen für eine sozial gerechte Gesellschaft”
I – L
Alle Geförderten von I bis L
- Konzerthaus Berlin: “Konzerthaus@Berlin”
- Konzerthaus Dortmund: “Kompetenzzentrum Community Music”
- KULTURBÄCKEREI e.V., Mainz: “Möglichkeitsräume: Soziokulturelles Zentrum Mainz”
- KulturQuartier Schauspielhaus Erfurt: “Das KulturQuartier von MORGEN – Gemeinsam gestalten! Ressourcen nutzen, Räume schaffen, Netzwerke stärken!”
- Kulturzentrum dasHaus, Kulturbüro Ludwigshafen: “Die schönste hässlichste Stadt der Welt”
- Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.: “Vom Schlachthof zum KULTurCAMPus”
- Kunstgewerbemuseum – Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD): “KGM: Kein Gewöhnliches Museum, Kreativ Gestaltung Machen, Krisen Gemeinsam Meistern, …”
- Kunstsammlungen Chemnitz: “Frei(heits)raum Utopie: neue kulturelle Räume für morgen”
- Leipziger Städtische Bibliotheken: “Die Leipziger Städtischen Bibliotheken als Zukunftsort und Knotenpunkt am neu gestalteten Wilhelm-Leuschner-Platz”
M – Q
Alle Geförderten von M bis Q
- Münchner Stadtmuseum: “No strings attached – Neue Perspektiven für ein Museum der performativen Räume und kollaborativen Beziehungen”
- Museum der bildenden Künste Leipzig: “Was fehlt: Beziehungen als Zukunftswerkzeug des Museums”
- Nationaltheater Mannheim: “Die Rückkehr als Aufbruch und Neuanfang. Das Prinzip Stadttheater neu denken”
- Neuköllner Oper, Berlin: “Oper für Neukölln”
- Niedersächsische Staatstheater Hannover GmbH: “Co-Sharing – Modelle in Kulturinstitutionen”
- Oldenburgisches Staatstheater: “Theater an der Wunderline – Theater für ein junges Publikum in der nördlichen Grenzregion der Niederlande und Deutschlands”
- Puppentheater Magdeburg: “Zukunft p. - Forschung und Tradition im KI Zeitalter. Ein projekt des Puppentheaters Magdeburg”
R – Z
Alle Geförderten von R bis Z
- Sophiensaele GmbH, Berlin: “Sophiensaele – Ein Produktionshaus der freien darstellenden Künste als Modell für die Zukunft”
- Soziokulturelles Zentrum Bahnhof Langendreer e.V., Bochum: “All Inklusiv – Bahnhof Langendreer”
- Stadt Halle (Saale), Fachbereich Kultur: “KUBUS. Kulturelle Bildung für uns.”
- Stadt Kaiserslautern, Referat Kultur: “'Healing Culture' – Kunst und Kultur auf Rezept”
- Stadt Kassel, Kulturamt: “RAT von ÜBERMORGEN”
- Stadt Kiel, Amt für Kultur und Weiterbildung: “Die kulturelle Postzentrale – Ort des gesellschaftlichen Austauschs”
- Stadt Leipzig, Dezernat Kultur: “Leipziger Theaterwerkstätten der Zukunft. Ein Produktionszentrum für Kreislaufwirtschaft”
- Stadt München, Kulturreferat: “Übermorgen in der Dezentralen?! Kultur im Stadtraum”
- Stadtbibliothek der Hanse- und Universitätsstadt Rostock: “Leuchtturm 42 – Wegweiser nach Übermorgen”
- Stadtbibliothek Karlsruhe: “Aufbruch Bibliothek: Gemeinsam Räume für die Zukunft schaffen”
- Stadtbibliothek Köln: “Wir setzen den Fuß in die Luft!”
- Stadtbibliothek Mannheim: “Zukunftsort Bibliothek – Ideen, Austausch, Transformation”
- Stadtbibliothek Pankow, Berlin: “Bündnisse, Banden, Brückenbauer”
- Stadtbibliothek Stuttgart: “StoryLab – Raum für literarisch-technische Fusion”
- Stadtbücherei Frankfurt am Main: “Treffpunkt Zukunft – Die Rolle von Stadtteilbibliotheken in einer sich wandelnden Stadt”
- Stadttheater Fürth: “STADT LAND PLUS”
- Stiftung Haus der Kunst München, Gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH: “Where the future happens”
- Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum: “Neue Synagoge – Neue Wege”
- Symphoniker Hamburg: “Vom Klangkörper zur Kulturinstitution”
- Tanz Station – Barmer Bahnhof / merighi | mercy – Pascal Merighi + Thusnelda Mercy GbR, Wuppertal: “Dare to Trust / Hosts of the Future – oder die Kunst der Gastgeberschaft”
- Tanzfabrik Berlin e.V.: “Uferstudios 2208”
- Temporary Gallery, Zentrum für Zeitgenössische Kunst in Köln, Verein zur Förderung des Kunststandortes Köln e.V.: “Kunstvereine neu denken. Kunstverein Bielefeld, Kunstverein Siegen und die Temporary Gallery auf dem Weg zum neuen institutionellen Modell”
- Theater Bonn: “teilen.verbinden.wachsen.bonn”
- Theater Bremen GmbH: “Be involved – Dein Theater der Zukunft”
- Theater Oberhausen: “Satellit Gute Hoffnung”
- Theater Thikwa, Berlin: “FairÄnderung Thikwa”
- Volkstheater Rostock gGmbH: “KlangBrücke (ins Übermorgen)”
Die Realisierungsphase
In der Realisierungsphase des Programms werden ab 2027 bis zu 20 Projekte gefördert. Ziel dieser zweiten Förderphase ist es, dass Kulturinstitutionen gemeinsam mit Kulturpolitik und Verwaltung mutige Zukunftsmodelle umsetzen. Ab Herbst 2026 können Anträge gestellt werden.
Die Fördergrundsätze werden im Herbst 2026 veröffentlicht; bereits jetzt finden Sie an dieser Stelle einige wesentliche Grundpfeiler der Förderung:
Förderhöhe: 300.000 bis 600.000 Euro pro Projekt
Die Förderung läuft von 2027 bis 2030 und dient ausdrücklich der Finanzierung eines nachhaltigen, mutigen Transformationsprozesses. Antragstellende müssen glaubwürdig darlegen, wie die neuen Strukturen nach Ende der Förderung ohne zusätzliche Mittel seitens der Träger fortgeführt werden können.
Wissenstransfer als zentrales Programmelement
Jede geförderte Institution übernimmt Verantwortung als Modellprojekt und wirkt als Patin für mindestens zwei weitere Kulturinstitutionen. Ergänzt wird dies durch bundesweite Austauschformate und einen europäischen Fachkongress sowie durch die Zusammenarbeit mit spartenspezifischen Verbänden und dem Deutschen Städtetag.
Politische Rückendeckung und Kofinanzierung erforderlich
Voraussetzung für eine Förderung ist die aktive Unterstützung des Vorhabens durch Politik und Verwaltung, belegt durch entsprechende Beschlüsse und öffentliche Stellungnahmen. Für die erforderliche Kofinanzierung von 20 Prozent der beantragten Fördermittel können Eigen- oder Drittmittel (zum Beispiel durch andere Stiftungen oder die Bundesländer) eingebracht werden, um so auch Kommunen in Haushaltsicherung eine Beantragung zu ermöglichen.
Zeitplan der Realisierungsphase
Die verbindlichen Förderkriterien werden im Herbst 2026 veröffentlicht. Der Antragsschluss für die Realisierungsphase ist am 12. Februar 2027 um 12:00 Uhr. Der Projektstart ist für Juli 2027 vorgesehen, die Förderphase endet im Dezember 2030.
>> Weitere Details finden Sie stets aktuell unter uebermorgen-programm.de (externer Link, öffnet neues Fenster).
Fördergrundsätze und Antragsberatung
Abbinder
“Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen” ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Sie wird in Kooperation mit Bureau Ritter als Programmbüro durchgeführt.
Termine
Aktuell keine bevorstehenden Termine
Vergangene Termine
5. März, 2025 : Antragsberatung
15 – 16 Uhr. Beteiligte aus Kulturstiftung des Bundes und Programmbüro stellen das neue Programm vor. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zoom, us02web.zoom.us/j/83490942974, online
14. Februar, 2025 : Antragsberatung
11 – 12 Uhr. Beteiligte aus Kulturstiftung des Bundes und Programmbüro stellen das neue Programm vor. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zoom, us02web.zoom.us/j/83490942974, online
16. Januar, 2025 : Antragsberatung
11 – 12 Uhr. Beteiligte aus Kulturstiftung des Bundes und Programmbüro stellen das neue Programm vor. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zoom, us02web.zoom.us/j/83490942974, online
10. Dezember, 2024 : Antragsberatung
13 − 14 Uhr. Beteiligte aus Kulturstiftung des Bundes und Programmbüro stellen das neue Programm vor. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zoom, us02web.zoom.us/j/83490942974, online
5. Dezember, 2024 : Antragsberatung
15 – 16 Uhr. Beteiligte aus Kulturstiftung des Bundes und Programmbüro stellen das neue Programm vor. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zoom, us02web.zoom.us/j/83490942974, online