Im Mai 1940 floh Nelly Sachs (Berlin 1891-1970 Stockholm) mit einem der letzten Flüge aus Berlin nach Stockholm. Vor ihr lagen dreißig Jahre Exil, die sie zeitweise in psychiatrischen Kliniken verbrachte, aber auch die späte Anerkennung als Schriftstellerin, unter anderem durch die Verleihung des Literaturnobelpreises 1966.
In Stockholm lebte Nelly Sachs, anfänglich zusammen mit ihrer Mutter, im Süden der Stadt. Sie aß, schlief, arbeitete in der Küche, von ihr auch "Kajüte" genannt. Die Ausstellung "Flucht und Vertreibung" macht die "Kajüte" mit Blick auf die Gewässer Stockholms zum gestalterischen Mittelpunkt, von dem aus sich das Leben und Werk der Nelly Sachs anhand von unveröffentlichtem Material (Fotos, Manuskripte, Ton- und Bildaufnahmen, Krankenakte) in immer weiteren Kreisen erschließen lässt. Die Radikalität ihres Werkes wurde ebenso sichtbar wie der sozialhistorische Kontext, in dem es entstand. Kollegen wie Paul Celan, Gunnar Ekelöf, Hans Magnus Enzensberger, Selma Lagerlöf oder Freundinnen wie Gudrun Dähnert fanden in der Ausstellung Platz neben allerlei mythischen Figuren, die für Nelly Sachs' Denk-, Bilder- und Gefühlswelt wichtig waren.

Zum Start der Ausstellung ist im Suhrkamp Verlag eine kommentierte Werksausgabe in vier Bänden und eine Ausstellungsmonographie in deutscher und schwedischer Sprache erschienen.

Die Ausstellung wurde initiiert, kuratiert und gestaltet von Aris Fioretos und gewerk design. In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin, dem Jüdischen Theater Stockholm, der Königlichen Bibliothek Stockholm, der Schwedischen Botschaft und dem Suhrkamp Verlag.

Künstlerische Leitung / Kurator: Aris Fioretos
Projektleitung / Szenografie: Jens Imig
Mitwirkende: Birgit Schlegel, Klaus Fermor, Natascha Roshani

Pe­ter Lu­thers­son schreibt über Nel­ly Sachs

In unserem Magazin ruft der schwedische Autor und Verleger Peter Luthersson Szenen aus dem Leben von Nelly Sachs in Erinnerung, ihre Freundschaften zu Autoren wie Selma Lagerlöf und Paul Celan.

Zum Artikel über Nelly Sachs

Re­de der Künst­le­ri­schen Di­rek­to­rin Hor­ten­sia Völ­ckers

Zur Eröffnung der Ausstellung "Flucht und Verwandlung - Nelly Sachs, Schriftstellerin Berlin/Stockholm" im Jüdischen Museum Berlin am 24. März 2010

Rede zur Eröffnung der Nelly Sachs - Ausstellung

Kon­takt

Projektbüro Nelly Sachs

gewerk GmbH

Bundesallee 87

12161 Berlin