Erstmals in Europa präsentierte die Kunsthalle Bielefeld 2016 das bildnerische Œuvre der britischen Künstlerin Anohni, die hierzulande vornehmlich als Musikerin unter dem Namen Antony Hegarty Bekanntheit erlangte. Anohni, die häufig an der Schnittstelle verschiedener Medien und Genres arbeitet, avancierte im New York der vergangenen Dekade zu einer wichtigen Identifikationsfigur für die transgender und transsexuelle Bewegung. Als Aktivistin engagiert sie sich für die Rechte von Minderheiten. Auch in ihren künstlerischen Arbeiten sind politische und gesellschaftliche Missstände zentrales Thema. Anohni vertritt in ihrem Engagement zum Teil radikale ethische Grundsätze, aus denen sie den Anspruch einer Kunst entwickelt, die politische Ziele nicht bloß illustriert, sondern sich auch für deren Verwirklichung einsetzt.
Diese Zweipoligkeit in Anohnis Leben – das künstlerische Schaffen hier, dort ihr politisches Engagement – spiegelte sich in der Konzeption der Schau „My Truth“ wider: Anohni kuratierte eine Ausstellung, die sich dem Werk von Peter Hujar, James Elaine und Kazuo Ono widmete. Mit der Fokussierung auf diese drei Künstler verwies sie auf die Wurzeln ihrer künstlerischen Tätigkeit wie auch auf die Berührungspunkte unterschiedlicher Kunstgattungen. Daneben waren Arbeiten von Anohni selbst zu sehen, mit denen sie ihr politisches Engagement artikuliert. Ein Symposium mit Tanzperformance und Konzert rundeten das Ausstellungsprojekt ab, für das weitere Stationen in Europa geplant sind.

Künstlerische Leitung: Friedrich Meschede
Künstler: Antony Hegarty (GB) u.a.

Kon­takt

Kunsthalle Bielefeld

Artur-Ladebeck-Straße 5

33602 Bielefeld

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