Als Creative Industry bezeichnet man einen in den europäischen Metropolen dominanter werdenden Trend der kreativen Arbeit und der selbstorganisierten Produktion von Gütern in den Bereichen Mode, Design und Kommunikation (Internet). Kennzeichen dieser kreativen Arbeit ist, dass sie sich fast immer der offenen Vermarktung entzieht oder sich als ungeeignet für den Massenkonsum erweist. Glaubte die Kunst der neunziger Jahre in der Figur des Unternehmers noch ein neues Künstlerprofil zu finden, so setzt sich heute die Erkenntnis durch, dass Unternehmergeist durch keine Figur besser verkörpert werden kann als durch die des Künstlers. Damit Arbeit als "künstlerisch" überhaupt wahrgenommen wird, braucht sie ein Publikum. Insofern folgt auch die Creative Industry einem allgemeinen Trend der Theatralisierung von Arbeit: die eigene Tätigkeit wird "ausgestellt".
Das Ausstellungs- und Symposiumsprojekt möchte zu einer Analyse und Darstellung gelangen, die sich dem Feld der Creative Industry wissenschaftlich und zugleich visuell-ästhetisch annähert. Vor der Ausstellung ist eine internationale Tagung geplant, auf der mit Beiträgen aus Theorie und Praxis auf Fragen und Probleme der neuen Arbeitsverhältnisse reagiert werden soll. Das Projekt lebt von einem aktiven Einbezug von Kulturschaffenden aus der Creative-Industry-Szene.

2.04.04 - 13.06.04

Kunstverein München

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