1968 entwarf der amerikanische Architekt Philip Johnson mit der Kunsthalle Bielefeld den ersten Museumsneubau im Nachkriegsdeutschland. Als wichtiges Gestaltungsmerkmal setzte er zahlreiche, allseits freistehende Wände ein und bewirkte damit, dass die Raumfolge im Inneren des Tageslichtmuseums von unterschiedlichen Wandkonstellationen geprägt ist. Mit seiner Ausstellung „Auf Zeit. Wandbilder Bildwände“ rückte ihr Leiter Friedrich Meschede nun die Modernität des Architekturdenkmals mittels zeitgenössischer Malerei neu ins Bewusstsein:
Kunsthistorische Postionen von Sol LeWitt und der britischen Künstlerin Bridget Riley bildeten den Ausgangspunkt für einen historischen Überblick der Wandmalerei der letzen 50 Jahre. Daneben waren internationale Künstlerinnen und Künstler eingeladen, temporäre Arbeiten zu konzipieren, die mit den gegebenen Räumlichkeiten wie auch mit ausgewählten Gemälden der Sammlung der Kunsthalle in Dialog treten. Ihre Wandmalereientwürfe wurden dann direkt vor Ort auf die Gebäudemauern aufgebracht und nach Ablauf der Ausstellung wieder überstrichen.
Alle Arbeiten wurden in einer Begleitpublikation dokumentiert, die im Verbund mit umfangreichen museumspädagogischen Aktivitäten eine historische Übersicht der Wandmalerei vermittelt und deren politischen Charakter – insbesondere im öffentlichen Raum – thematisiert.

Künstlerische Leitung: Friedrich Meschede
Künstler/innen: Sol LeWitt (US), Bridget Riley (GB), Lawrence Weiner (US), Michael Craig-Martin (IRL), Arturo Herrera (YV), Richard Wright (GB), Kara Walker (US), Kboco (BR), Josh Smith (US), Kilian Rüthemann (CH)

Kon­takt

Kunsthalle Bielefeld

Artur-Ladenbeck-Straße 5

33602 Bielefeld

www.kunsthalle-bielefeld.de