Im Jahr 2011 jährte sich der Bau der Berliner Mauer zum fünfzigsten Mal. Die Ausstellung zeigte erstmalig Ansichten der Mauer in ihrer frühen Bauphase aus Ostberliner Sicht. Sie bediente sich dazu einer Sammlung von Aufnahmen des innerstädtischen Mauerverlaufs, die 1965/66 vom Grenzkommando Berlin Mitte über die ganze Länge von 43,7 km angefertigt wurden. Die aus circa 1.500 meist menschenleeren Einzelbildern bestehende Dokumentation zeigte die Grenzanlagen, die damals teils noch aus Hausmauern, Drahtzäunen und Ruinen bestanden, mit den dahinter liegenden Westsektoren. Die Bilder, die in der DDR strengster Geheimhaltung unterlagen, wurden vom Fotografen Arwed Messmer zu 300 Panoramaansichten zusammengefügt und von Annett Gröschner mit Bildtiteln versehen: Die Schriftstellerin bezieht sich darin auf Geschehnisse vor Ort, die sie in Grenzregimentsakten gefunden hat.
Die Ausstellungskonzeption ermöglichte den Besuchern, die Mauer in ihrer ganzen Länge abzuschreiten und dabei ein so noch nicht gesehenes Berlin zu betrachten. Ergänzt um Geodaten und Straßennamen konnte ein Vergleich mit der aktuellen baulichen Situation unternommen werden. Ein Begleitprogramm in Kooperation mit dem Literaturforum im Brechthaus Berlin widmete sich Künstlern und Wissenschaftlern, die sich intensiv mit dem Mauerbau auseinandergesetzt haben, wie Uwe Johnson, Olaf Briese und Einar Schleef. Nach Berlin wird die Ausstellung in Frankreich in Aix-en-Provence in der Cité du Livre und Polen gezeigt.

Künstlerische Leitung: Annett Gröschner, Arwed Messmer
Gastkurator: Florian Ebner

Kon­takt

Messmer Gröschner GbR

Danziger Straße 22

10435 Berlin

www.aus-anderer-sicht.de