Das Museum für bildende Künste Leipzig initiierte einen künstlerischen Dialog zwischen den Positionen der türkischen Künstlerin Ayşe Erkmen und der palästinensisch-britischen Künstlerin Mona Hatoum. Die Ausstellung war das erste gemeinsame Projekt dieser beiden international bekannten Künstlerinnen. Leitmotiv der Ausstellung war das Displacement, bei dem das Bekannte plötzlich fremd wird durch eine Verlagerung, eine Verschiebung oder auch Ent-Ortung. Beide Künstlerinnen begreifen Ort und historischen Kontext als Teil ihrer künstlerischen Reflexion. Auf je eigene Art setzen sie sich mit Fragen von Identität, Selbstbestimmung und Kontrolle, von Macht und Dominanz auseinander.
Erkmen lässt sich mit jeder Arbeit neu auf die Besonderheiten eines Ortes ein. Sie entwickelt ihre Installationen in Auseinandersetzung mit dem historischen, politischen und institutionellen Rahmen, in dem sie entstehen. Häufig arbeitet sie mit einer Strategie des Displacements von bestehenden Kunstwerken in einen neuen Kontext.
In den Werken Mona Hatoums spielen Fragen der kulturellen Identität, des Körpers und des Geschlechts eine wichtige Rolle. Sie wendet dabei Techniken des Displacements im Sinne einer Verfremdung an, die Verunsicherung hervorruft. Verführung und Sinnlichkeit etwa können zu Gefahrenquellen und Bedrohungsszenarien werden, Räume und Objekte werden neu definiert, Gegenstände des Alltags erfahren eine künstlerische Umdeutung.
Für die Ausstellung in Leipzig haben Hatoum und Erkmen neue künstlerische Interventionen entwickeln, welche das Motiv des Displacements auf je eigene Weise reflektierten. Zur Ausstellung erschien ein Katalog und es fand ein breites Vermittlungsprogramm statt, das gemeinsam mit Studierenden neue interkulturelle Ansätze erprobte. 

Künstlerische Leitung: Frédéric Bußmann
Künstlerinnen: Mona Hatoum (GB), Ayşe Erkmen (TR)

  • Termine

    18.11.2017 –
    18.02.2018

    Ausstellung

    Museum der bildenden Künste | Leipzig

Kon­takt

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