CAESAR

Von William Shakespeare. Nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel. Bearbeitet von Elisabeth Plessen

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Projektbeschreibung

Im Rahmen des Lausitz Festivals erkundet eine gekürzte Neuinterpretation von Shakespeares „Julius Cäsar“ politische und kulturelle Umbrüche und setzt sie in Beziehung zur Gesellschaft und Geschichte der Lausitz. Shakespeares Tragödie wird oft als Parabel für aufeinanderprallende Systeme gelesen, versinnbildlicht in der Republik des ermordeten Cäsars und dem Kaiserreich des ihm nachfolgenden Octavian. Anhand der Kollision divergierender Wertesysteme untersucht das Stück eine komplizierte politische Gemengelage und ihre kulturellen Ursachen. Es erprobt eine zeitgenössische Poetik des Umbruchs. Eines Umbruchs, wie ihn auch die Bevölkerung der Lausitz immer wieder erlebt hat: zuletzt insbesondere durch die Wende und ihre drastischen Folgen, darunter Abwanderung, Verarmung und Vereinsamung. Besonders hart traf es die Stadt Weißwasser, die in den 90er Jahren auf nahezu die Hälfte ihrer ursprünglichen Bevölkerung schrumpfte. Der politische Umbruch trug dabei einen noch größeren in sich – er ist, so zeigt es auch Shakespeares Stück, im Grunde Ausdruck einer tieferen kulturellen Verschiebung. In der Lausitz hinterließ diese Transformation aber nicht nur Narben, sondern eröffnete auch neue Möglichkeiten: Unfreiwillig ist die Region zur Expertin für Strukturwandel geworden, von der sich überregional lernen lässt.

Für die Reinterpretation des Shakespeare-Stoffs ist eine Kooperation mit dem Theater Luxemburg geplant, in der Laiendarsteller aus Weißwasser mit professionellen Schauspielerinnen und Theatermachern zusammenarbeiten. Bei der Aufführung in einer stillgelegten Leuchtmittelfabrik verbinden sich Lichtinstallationen mit sphärischen Klangwelten.


Künstlerische Leitung: Daniel Kühnel
Regie: Stefan Pucher
Fassung und dramaturgische Mitarbeit: Malte Ubenauf
Bühnenbild: Nina Peller
Kostümbild: Annabelle Witt
Musik: Christopher Uhe
Beteiligte: Yorck Dippe, Sandra Gerling, Sachiko Hara, Josef Ostendorf, Bettina Stucky, Samuel Weiss

In Koproduktion mit dem Deutschen SchauSpielHaus Hamburg sowie in Kooperation mit dem Théâtre National du Luxembourg und dem Standort Telux - Gelände Weiswasser

Theateraufführungen in Luxemburg: Théâtre National du Luxembourg, Spielzeit 2022/2023

Termine

  • 3. September, 2022 : Theateraufführung

    Deutsches SchauSpielHaus, Hamburg

  • 25. August, 2022 bis 28. August, 2022: Theateraufführungen

    Danner-Halle, TELUX-Gelände, Weißwasser

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