Die Ausstellung in Berlin unternahm den Versuch einer ersten umfassenden Gesamtschau des Werkes von Christoph Schlingensief. Mit seiner Radikalität, seiner obsessiven Verausgabung und ständigen Heraus- bzw. Überforderung aller Beteiligten nahm Schlingensief eine Sonderstellung im aktuellen Kunstgeschehen ein. Sein künstlerischer Weg führte vom Film über Theater, Performances, Aktionen, Installationen und Oper bis zum Bau eines Festspielhauses in Afrika. Mit den im Theater entwickelten aktionistischen Formen unter Einbeziehung des Publikums ging Schlingensief ab 1997 direkt auf die Straße; er gründete eine Partei (Chance 2000, 1998) und eine Kirche (Church of Fear, 2003) – und setzte sich damit über jegliche künstlerischen Formen, Grenzen und Institutionen hinweg.
Die Ausstellung folgte den künstlerischen Stationen Schlingensiefs. Die präsentierten Filme, Inszenierungen, Aktionen und Performances sind immer auch Zeugnis ihrer Entstehungszeit und gesellschaftlichen Zusammenhänge; sie kreisen um Themen wie Medieninszenierung, Gegenwartspolitik, deutsche Geschichte, Faschismus, Kirche und Familie. Dem sozialhistorischen und politischen Kontext der Arbeiten und ihrer gesellschaftlichen Brisanz wurde daher in der Werkschau besondere Aufmerksamkeit zuteil.

Kuratoren: Klaus Biesenbach, Anna-Catharina Gebbers und Susanne Pfeffer
Künstlerische Beratung: Aino Laberenz / Nachlass Schlingensief

Das Gruß­wort der Kul­tur­stif­tung

zur Ausstellung können Sie hier nachlesen:

Grußwort (PDF Download)

Kon­takt

KW Institute for Contemporary Art

Auguststraße 69

10117 Berlin

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