Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg möchte ab 2014 zentrale Exponate ihrer international bedeutenden Naturkundesammlung in einer permanenten Schau präsentieren. Ihr Ausstellungskonzept ist neu in der europäischen Museumslandschaft: Erstmals erläutert es das Phänomen biologischer Evolution mittels optischer und haptischer, olfaktorischer und akustischer Medien.
Einen Vorgeschmack auf den innovativen Charakter zukünftiger Konzepte – der fruchtbaren Liaison von Kunst und Biologie – gab bereits 2012 die temporäre Sonderschau Cicadas unter der wissenschaftlichen Leitung von Frank Steinheimer. Ihr vorrangiges Ziel war es, die Zufälligkeit und Unvorhersehbarkeit von evolutiven Prozessen zu veranschaulichen: Eine Klanginstallation bildete in einem Raum, der von dem Bühnenbildner Oliver Proske künstlerisch gestaltet wurde, eine Kolonie von Singzikaden nach. Die Tiere wurden durch 60 elektromechanische Objekte imitiert, die Zikadenlaute generieren und auf vergleichbare Weise miteinander kommunizieren können. Auch auf die Besucher reagieren sie in unterschiedlicher Weise, indem sie sich in ihrem Verhalten evolutiv anpassen und entwickeln können.
Das Ergebnis war ein ‚lebendes‘ System von unvorhersagbaren klanglichen Interaktionen, das sich nach Regeln richtete, die sich auf Zikaden-Kommunikationsmuster und zugleich Musikkompositionen des argentinischen Klangkünstlers und Komponisten Edgardo Rudnitzky beziehen.

Künstler: Edgardo Rudnitzky (RA), Szenografie: Oliver Proske, Wissenschaftliche Leitung: Frank Steinheimer
 

Kon­takt

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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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