Seit den 1970er Jahren gilt der im französischen Exil lebende Med Hondo als einer der einflussreichsten experimentellen Filmemacher des afrikanischen Kontinents, er hat mit seinem Schaffen zahlreiche internationale Filmemacher beeinflusst. Med Hondo wurde 1936 in Mauretanien geboren, zog als Jugendlicher nach Marokko und anschließend nach Frankreich und lebt seit mehr als 50 Jahren in der Diaspora. Sein Schaffen als Schauspieler und Filmemacher beschäftigt sich entsprechend mit Mobilität und verarbeitet Themen wie Sklaverei und migrantische Arbeit, koloniale Besetzungen und ihre Geschichtsschreibung, Bewegungen und Sounds des Black Atlantic sowie Widerstandsbewegungen gegen Unterdrückung und ,racial geography“. Die intensive Auseinandersetzung mit transnationalen und postkolonialen Narrativen der Mobilität, der Identität und der Raumbezüge in seinem Leben und Werk steht für einen Universalismus ,von unten’ und ist für viele seiner Kolleg/innen bis heute richtungsweisend.

Anlässlich seines 80. Geburtstags widmet das Arsenal Berlin Med Hondo unter dem Titel „Cours, cours, camarade, le vieux monde est derrière toi!“ (dt.: Lauf, Kamerad, lauf, die Alte Welt ist hinter dir her!) nun ein internationales und interdisziplinäres Festival, das sein Werk zugänglich machen soll. In Kooperation mit The Bioscope in Johannesburg, der Universität Bayreuth, dem Goethe-Institut Jaunde und Othni–Laboratoire de Théâtre de Yaoundé, dem Cinéma Gorée in Dakar, Archive Books in Berlin, Éditions Jimsaan in Dakar und der Cinémathèque algérienne in Algier werden Film-Screenings, eine Ausstellung internationaler Künstler/innen, Workshops und eine Publikation entstehen, um in den Dialog mit aktuellen Themen und Akteuren zu treten.

Med Hondos Filme sind von so großer Bedeutung, weil sie nicht in einfache Kategorien passen, seine Filmpraxis ist die der räumlichen Durchquerung und Herstellung von Bezügen statt einer territorialen Besetzung. Sein Werk als Referenz für Schwarze Diaspora- und Migrationskultur transzendiert Nationalzugehörigkeiten und Kulturbesitzverhältnisse und erweist sich als zukunftsweisend für die Auseinandersetzung mit Fragen der Globalisierung, Migration und Integration.

Künstlerische Leitung: Enoka Ayemba (DE), Brigitta Kuster (DE)
Mit: Martin Ambarra (CM), Max Annas (DE), Ahmed Bedjaoui (DZ), Jean-Pierre Bekolo (CM), Madeleine Bernstorff (DE), Sebastian Bodirsky (DE), Kudzanai Chiurai (ZW), Darryl Els (ZA), Theo Eshetu (ET), Ute Fendler (DE), Suhaib Gasmelbari Mustafa (SD), June Givanni (GB), Veronique Joo'Aisenberg (FR), Med Hondo (MR/F), Astrid Kusser (D), Olivier Marboeuf (FR), Shaheen Merali (GB), Viktoria Ruth Luisa Metschl (AT), Bonaventure Soh Bejeng Ndikung (CM/D), Pedro Pimenta (MZ), Pascale Obolo (CM/F), Akin Omotoso (ZA), Philipp Scheffner (DE), Lyes Semiane (DZ), Abdoulaye Sounaye (NE/D), Guy Wouete (CM/BE)

 

Termine in Berlin

Filmvorführungen im Kino Arsenal und silent green Kulturquartier: 23. – 31.8.2017

Ausstellung im Archive Kabinett: 20.8. – 10.92017

Ausstellung im SAVVY Contemporary: 26.8. – 3.9.2017
 

Weitere Termine

01.11.2017 – 08.11.2017, Französische Filmtage Tübingen – Filmvorführungen

01.12.2017 - 20.12.2017, OTHNI-Laboratoire de Théâtre de Yaoundé / Goethe-Institut Jaunde, Jaunde – Filmvorführungen, Think Tank, Künstlerpräsentationen

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

Mehr zum Fonds TURN

Das Film­pro­gramm

  • Termine

    23.08. –
    10.09.2017

    Filme, Workshop, Ausstellung

    Kino Arsenal & silent green kulturquartier | Archive Kabinett |

Kon­takt

Arsenal - Institut für Film- und Videokunst e.V.

Potsdamer Str. 2
10785 Berlin
www.arsenal-berlin.de