Im Jahr 1922 fand in den Räumen der Society of Oriental Art in Kalkutta eine Schau internationaler Avantgarde statt. Geladen waren sowohl zahlreiche Bauhaus-Künstler, darunter Paul Klee, Lyonel Feininger, Johannes Itten oder Wassily Kandinsky, als auch Vertreter der indischen Avantgarde wie Uma Prosad Mookerjee, Shanta Devi, Sunanyani Devi und Gaganendranath Tagore. Ihnen gemeinsam war eine künstlerische Sprache der Moderne, die sich an Kubismus, Primitivismus und Abstraktion orientierte.
Das Ausstellungsprojekt versuchte nicht nur eine Rekonstruktion dieser historisch einmaligen Schau. Auf Grundlage umfangreicher Recherchen und mittels originaler Dokumente, Zeitungen, Fotos und Filme sollte der politische und zeithistorische Kontext zur Entstehung der Ausstellung im spätkolonialen Kalkutta herausgearbeitet werden. Ziel war die Darstellung eines transnationalen künstlerischen Zusammenwirkens zu Beginn des 20. Jahrhundert, das sich in Zeitschriften, Reiserouten, dem Kunstmarkt und Konferenzen einer global agierenden Kunstgemeinschaft manifestierte.
Die Ausstellung wurde von der Stiftung Bauhaus Dessau gemeinsam mit indischen Partnern und dem Goethe-Institut Kalkutta realisiert. Die Eröffnung in Dessau fand im März 2013 kurz nach dem 90-jährigen Jubiläum der historischen Ausstellung statt; 2013 wurde die Ausstellung auch in Kalkutta gezeigt. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen und einem Schulprojekt begleitete die Schau.

Kuratorisches Team: Regina Bittner, Ranjit Hoskote (IN), Kathrin Rhomberg, Partha Mitter
Wissenschaftliche Mitarbeit: Sria Chatterjee, Boris Friedewald
Ausstellungsarchitektur: Nicole Six, Paul Petritsch

Kon­takt

Stiftung Bauhaus Dessau

Gropiusallee 38

06846 Dessau

www.bauhaus-dessau.de