Die Farbfotografie erlebte bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine erste Blütezeit. Zu den Pionieren der Fotografie in Deutschland gehörte neben Alfred Stieglitz und Edward Steichen der Fotokünstler Heinrich Kühn. Zusammen erprobten sie 1907 das Autochrom-Verfahren, bei dem Farbfotos mit einer einzigen Aufnahme erstellt werden. Die Magie dieser frühen Fotografien wurde durch das Ausstellungs- und Filmprojekt „Das bedrohte Paradies“ erschlossen. Die Autochrom-Fotos von Heinrich Kühn, die sein Hauptwerk darstellen, lagerten bisher in Archiven und wurden nun erstmals als originalgetreue Glasprints ausgestellt. Parallel zur Schau informierte ein Dokumentarfilm, der in einer Videoinstallation gezeigt wurde, über Leben und Werk Heinrich Kühns und die frühe Kunstfotografie. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Kultur in Deutschland eine innovative Phase, vielfältige neue gesellschaftliche und kulturelle Bewegungen entwickelten sich parallel und beeinflussten sich gegenseitig. Kühns Bilder spiegeln die Aufbruchstimmung dieser Zeit und sind auch Ikonen der Sehnsucht des Bürgertums nach Harmonie und Natürlichkeit. In dem Dokumentarfilm berichten die Enkel Kühns von ihren Kindheitserinnerungen an den Fotografen. Weiterhin kommen u.a. Ulrich Pohlmann vom Stadtmuseum München, Peter Weibel vom ZKM Karlsruhe und der Filmemacher Alexander Kluge zu Wort, die Kühns Werk kulturhistorisch einordnen.
Ausstellung und Videoinstallation gingen nach der ersten Station im Schloss Tirol in Meran/Südtirol auf Tour, der Dokumentarfilm soll außerdem auf Festivals und in Programmkinos in Deutschland und Österreich gezeigt werden.

Künstlerische Leitung, Regie: Markus Heltschl
Künstler: Heinrich Kühn
Fotograf: Clemens Cichocki (Intercultural Social Project) (AT)
Architektin: Betina Hanel (AT)

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Im Kino: Ab Januar 2015

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