Die Ausstellung nimmt die durch Charles Baudelaire eingeführte literarische Figur des Flaneurs – der „in der Masse zuhause ist, im Wogenden, in der Bewegung, im Flüchtigen und Unendlichen“ – als Ausgangspunkt, um zu hinterfragen, wie das flanierende Sehen authentische Bilder der Stadt und ihrer Bewohner kreiert. Der Flaneur ist jedoch mehr als eine abstrakte Gestalt der Literatur des 19. Jahrhunderts. Er ist vielmehr Referenz einer modernen Wahrnehmung: Er bewegt sich stets auf der Schwelle zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen Akteur und passivem Beobachter, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Als Ethnologe des urbanen Raums ist der Flaneur eine gegenwärtige Figur, die etwas darüber mitteilt, wie Stadtbilder entstehen und wie Wahrnehmung Wirklichkeit definiert. Die Bonner Schau widmet sich dem künstlerisch bearbeiteten Bild des urbanen Raums durch den Blick des modernen Flaneurs. Fotografie als bevorzugtes Medium ermöglicht einen distanzierten Blick auf die Metropolen. Performance hingegen nutzt körperlich aktive Momente als Aktionen, um städtische Strukturen zu erfahren und zu bestimmen. Dabei akzentuiert die Ausstellung verschiedene Etappen der künstlerischen Auseinandersetzung bis in die Gegenwart hinein. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm und ein Katalog ergänzen die Ausstellung.

Künstlerische Leitung: Volker Adolphs
Künstler/innen: Franz Ackermann, Max Beckmann, Otto Dix, August Macke, Peter Piller, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Beat Streuli (CH), Thomas Struth, Corinne Wasmuht

 

  • Termine

    20.09.2018 –
    13.01.2019

    Ausstellung

    Kunstmuseum Bonn | Bonn

Kon­takt

Kunstmuseum Bonn

Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn

www.kunstmuseum-bonn.de