Der Film „L’Age d’Or“ (1930) des Surrealisten Luis Buñuel gilt als wegweisend für den Einzug des Mediums Film in die Bildende Kunst. In verschiedenen Szenen werden die bürgerliche Gesellschaft und ihre Doppelmoral kritisiert. Das Projekt „Der Stachel des Skorpions“ sah vor, das Werk durch sechs zeitgenössische internationale Künstler/innen neu zu interpretieren – sie reagierten mit ihren eigenen künstlerischen Ausdrucksformen auf eines der filmischen Motive. Tobias Zielony beschäftigte sich mit der Anfangsszene des Films – in der auf fast dokumentarische Weise die Lebensbedingungen von Skorpionen dargestellt werden – und zog eine Analogie mit der Selbstzerstörung von Heroinabhängigen. Die australisch-amerikanische Künstlerinnengruppe „Chicks on Speed“ entwickelte ihre Version heutiger Gruppenselbstdarstellungen als Antwort auf die Banditenszene im Film. Das deutsch-luxemburgische Duo M+M tauchte in die Mysterien des alten Rom ein. Die Videokünstlerin Keren Cytter aus Israel knüpfte an die Liebesszenen des Films an, die der Berliner Julian Rosefeldt aus seiner Perspektive weiterführte. Den Abschluss bildete John Bock, der die verschiedenen Sequenzen zu einem begehbaren Film in sechs Räumen miteinander verband. Die Künstler/innen schufen für die Ausstellung ein Gesamtkunstwerk, das skulpturale, performative, filmische und musikalische Ansätze miteinander vereinte. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen entstandt ein künstlerisches Manifest, das den Begriff des „goldenen Zeitalters“ mit zeitgenössischen Arbeiten auf die Probe stellte.

Künstlerische Leitung: Marc Weis, Martin De Mattia (M+M)
Künstler/innen: Tobias Zielony, Chicks on Speed (ES), M+M, Keren Cytter (IL), Julian Rosefeldt, John Bock

Kon­takt

Museum Villa Stuck

Prinzregentenstr. 60

81675 München

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