Die Familie steht immer wieder im Fokus gesellschaftlicher Debatten und diente vielfach als Projektionsfläche für Werte- und Generationenkonflikte. Seit den 1968ern haben ganze Generationen gegen überkommene Traditionen und festgefahrene Rollenmuster gekämpft und versucht, neue Modelle des Zusammenlebens zu etablieren. Die Ausstellung im Kunstpalais Erlangen beschäftigte sich mit den vielfältigen Formen des Zusammenlebens als Familie und versuchte einen Blick in deren Zukunft zu werfen: Welche Bedeutung hat Familie angesichts globalisierter Arbeitsbedingungen und pluralisierter Lebensformen heute noch? Wie verändern medizinische und technische Möglichkeiten wie Leihmutterschaft oder Reproduktionsmedizin unser traditionelles Familienverständnis?
Die eingeladenen Künstler/innen und Wissenschaftler/innen verschiedenster Disziplinen wie Kunstgeschichte, Philosophie, Soziologie oder Gender Studies untersuchten Familie und Familienentwürfe mit Schwerpunkt auf dem Konzept des „Doing Family“. Nina Katchadourians Videoarbeit „Accent Elimination“ setzte sich beispielsweise mit der Sprachgeschichte ihrer eigenen Familie auseinander und Johannes Paul Raether beschäftigte sich in seinen Performances mit der Zukunft der menschlichen Fortpflanzung. Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm, zahlreiche Kooperationen mit Erlanger Schulen und weiteren Einrichtungen der Stadt sowie eine wissenschaftliche Tagung zum Thema.

Künstlerische Leitung: Amely Deiss, Ina Neddermeyer
Künstler/innen: Simon Fujiwara (GB), Badr el Hammami (MA), Verena Jaekel, Haejun Jo (KR), Fadma Kaddouri (MA), Nina Katchadourian (US), Ragnar Kjartansson (IS), Johannes Paul Raether u.a.

Kon­takt

Kunstpalais Erlangen

Palais Stutterheim

Marktplatz 1

91054 Erlangen

www.kunstpalais.de