DOMiDLabs

Labore für partizipative Museumsgestaltung

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Projektbeschreibung

In den kommenden Jahren wird in Köln-Kalk das Haus der Einwanderungsgesellschaft (Arbeitstitel) eröffnet, welches die Geschichte der Einwanderung nach Deutschland seit der Nachkriegszeit präsentiert. Mit der von Stadt, Land und Bund getragenen Museumsgründung wird das langjährige Engagement der Kölner Zivilgesellschaft gewürdigt, vor allem der Einsatz der einstmals so genannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter. Migrantinnen und Migranten aus der Türkei hatten in Köln den kleinen Verein DOMiT gegründet, der sich im Laufe der Zeit mit einer Sammlung von mehr als 150.000 alltagsgeschichtlichen Objekten und Zeugnissen zum Dokumentationszentrum über die Migration in ganz Deutschland entwickelte. Im Haus der Einwanderergesellschaft soll gezeigt werden, wie Migration sich in die deutsche Geschichte eingeschrieben hat und unsere heutige Gesellschaft prägt. Als Kultur- und Begegnungsstätte bietet das Haus zudem Raum, um zentrale Themen wie Identität, Zusammenleben und Teilhabe zu diskutieren.

Um die Vielfalt gesellschaftlicher Stimmen, Wertevorstellungen, Erfahrungen und Lebensgeschichten von Migrantinnen und Migranten (auch der „Vertragsarbeiter“ in der DDR) im neuen Museum aufnehmen zu können, ist das Prinzip Partizipation ein Leitgedanke der Museumskonzeption. Bürgerinnen und Bürger sollen in die konzeptionelle Entwicklung des Museums sowie in Strategien des Sammelns einbezogen und nicht erst beteiligt werden, wenn das Haus bereits eröffnet ist.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert bis 2024 die experimentelle Entwicklungsphase: In vier Laboren, den DOMiDLabs (externer Link, öffnet neues Fenster), soll erprobt werden, wie eine solche Beteiligung der Zivilgesellschaft aussehen könnte und wie sie sich in der zukünftigen Gestaltung des Hauses widerspiegeln kann. Wichtige Leitfragen der Labore sind beispielsweise: Wie kann eine (Dauer-)Ausstellung konzipiert werden, die dem Museum ermöglicht, flexibel auf aktuelle Debatten zu reagieren? Wie können marginalisierte Themen und Geschichten respektvoll und sensibel ausgestellt werden? Wie lassen sich diverse Perspektiven gestalterisch umsetzen?

Gemeinsam mit internationalen Kuratorinnen, Gestaltungsexperten und einer Vielzahl von Beteiligten aus der Stadtgesellschaft geht das Projektteam diesen Fragen nach. Am Ende einer jeden Laborphase wird eine Ausstellung entwickelt, in der die Ideen und Ergebnisse öffentlich präsentiert und vom Publikum erprobt werden können. Die in den Laboren gewonnenen Erkenntnisse sollen wesentlich in die Gestaltung des zukünftigen "Haus der Einwanderungsgesellschaft" einfließen.

Projektleitung: Sandra Vacca

Faktenbox zum Projekt

Projekt
DOMiDLabs
Förderzeitraum
2021–2024
Projektträger
DOMiD e.V.
Fördersumme
800.000 Euro

Die Kooperation zwischen DOMiD und der Kulturstiftung des Bundes blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits kurz nach ihrer Gründung förderte die Stiftung die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung Projekt Migration im Kölner Kunstverein (2005/2006), an der DOMiD (zuvor: DOMiT e.V.) maßgeblich mitwirkte. Das damalige Projekt widmete sich Fragen der Darstellbarkeit und künstlerischen Vermittlung der Arbeitsmigration in die Bundesrepublik.

Illustration mit Menschen im Museum, die sich auf vielfältige Weise beschäftigen, z.B. miteinander reden, lesen und schreiben

DOMiDLabs

Aktuelles rund um die DOMiDLabs erfahren Sie auch auf der Website zum Projekt und im Newsletter von DOMiD (externer Link, öffnet neues Fenster).

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Kontakt

Uta Schnell


Programmentwicklung
Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 2
06110 Halle an der Saale

Tel: 49 (0)345 2997 118
Fax: 49 (0)345 2997 333
E-Mail (externer Link, öffnet neues Fenster)

Sandra Vacca

Projektleitung
labs​(at)​domid.org
www.domidlabs.de