Die soziale, politische und wirtschaftliche Realität in Europa ist heute von Umstrukturierungen geprägt, die einerseits den Verlust von Heimat, die Verflüchtigung von stabilen sozialen Beziehungen und eine zunehmende Individualisierung, andererseits wachsende Arbeitslosigkeit, Passivität und Politikverdrossenheit zur Folge haben. Diese Umbrüche werden in den nordischen Staaten als Krise des Wohlfahrtsstaates erlebt, während sie in den osteuropäischen Ländern als Folge der Ablösung des Sozialismus durch den Kapitalismus gelten. In Fotografien, Videos und Installationen setzten sich Künstler/innen aus jeweils fünf ost- und nordeuropäischen Ländern mit den gemeinsamen Problemen und unterschiedlichen Ängsten der Bürger in ihren Ländern unter einer komplexen Leitfrage auseinander: Mit welchen Handlungsformen lassen sich soziale Probleme kritisch hinterfragen und wie kann man kollektiven Ängsten aktiv begegnen? Die Ausstellung, die von Konferenzen und einem Artist-in-Residence-Programm begleitet wurde, ist in Kiel im Rahmen der 4. Ars Baltica Triennale der Fotokunst und danach in Tallinn (Estland) und Pori (Finnland) gezeigt worden.

Kuratoren: Dorothee Bienert, Kati Kivinen (FIN), Enrico Lunghi (L)
Künstler/innen: Petra Bauer (S), Anna Baumgart (PL), Olga Chernysheva (RUS), Bodil Furu (N), Kaspars Goba (LV), Kristina Inèûraitë (LT), J&K (Janne Schäfer Kristin Agergaard (D/DK)), Tellervo Kalleinen & Oliver Kochta-Kalleinen (FIN/D), Anu Pennanen (FIN), Tanja N. Poulsen (DK), Khaled Ramadan & Colonel (DK), Katrin Tees (EST), Arturas Valiauga (LT), Julita Wójcik (PL) u.a.

Veranstaltungsorte und -zeitraum:
Stadtgalerie Kiel, 30.3. - 28.5. 2007
KUMU, Estonian Art Museum, Tallinn (EST), 10.8. - 23.9.2007
Pori Art Museum (FIN), 12.10.2007 - 20.1.2008

Kon­takt

Stadtgalerie Kiel

Andreas-Gayk-Straße 31

24103 Kiel

www.kiel.de