Bilder sind sowohl in der Kunst als auch in den Wissenschaften ein Kommunikationsmedium, wobei Wesen und Wirkung des Bildes sich abhängig von seinen ästhetischen oder epistemischen Kontexten und Funktionen verändern. Die Kunsthalle zu Kiel griff den Diskurs um die Rolle des Bildes in Kunst und Wissenschaft auf und zeigte in einer Ausstellung, wie Bilder Dinge sichtbar werden lassen, die anders nicht der Anschauung zugänglich wären, als Idee oder Dokument, als komplexer ästhetischer Ausdruck oder als Visualisierung einer wissenschaftlichen Theorie. Der Ausstellungstitel Dopplereffekt bezieht sich auf das physikalische Phänomen des wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnisses zwischen dem wahrgenommenen Objekt (Bild) und dem wahrnehmenden Subjekt (Betrachter).
Die Ausstellung spannte einen Bogen über sechs Jahrhunderte Bildgeschichte von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Präsentiert wurden international renommierte Künstler/innen, in deren Arbeiten sich Vorstellungswelten und Denkräume von Kunst und Wissenschaft verbinden, darunter zum Teil eigens für die Ausstellung geschaffene Werke von u.a. Christine Borland, Mark Dion, Tue Greenfort und Olaf Nicolai.
Der Dopplereffekt des Bildes, der sich kulturhistorisch in den Spannungsverhältnissen zwischen Logik und Inspiration, zwischen Forschung und Imagination bemerkbar macht, wurde in einer Vortragsreihe mit namhaften Bild-, Kultur- und Naturwissenschaftlern und in einem umfangreichen Katalog erörtert.

Künstlerische Leitung: Petra Gördüren, Dirk Luckow
Künstler/innen: Christine Borland (GB), Mark Dion (USA), Tue Greenfort (DK), Damian Hirst (GB), Marta de Menezes (PT), Olaf Nicolai, Thomas Ruff u.a.

Kon­takt

Kunsthalle zu Kiel

Düsternbrooker Weg 1

24105 Kiel

www.kunsthalle-kiel.de