Eating the Universe - Vom Essen in der Kunst

Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf

Eat Art - Kunst mit und aus essbaren Materialien - hat als Stilrichtung der Bildenden Kunst ihren Ursprung in Düsseldorf. Dort eröffnete im Jahr 1970 der schweizerische Objektkünstler rumänischer Herkunft Daniel Spoerri die Eat Art Galerie. Mit dem Konzept einer essbaren Kunst beabsichtigte Spoerri eine radikale Rückbesinnung der Kunst auf die Lebenspraxis: Das Essen, die Nahrungsaufnahme, gehöre ganz wesentlich zu ihr. Im Gegenzug erweiterte Spoerri durch die Verwendung von Lebensmitteln den Kunstbegriff auf spektakuläre Weise. Der Künstler verband mit vielen seiner Werke sozialkritische Aussagen, die Überfluss und Abfallproduktion als Kehrseiten des Wohlstands der Konsumgesellschaft anprangerten. "Vergänglichkeit" wurde zu einem zentralen Thema und auch zum Charakteristikum seiner Arbeiten.
Die Ausstellung widmete sich den Anfängen und der Weiterentwicklung der Eat Art. Mit einer breit angelegten Bestandsaufnahme suchte sie Antworten auf die Frage, wie sich die Themen der Eat Art in Werken einer internationalen jüngeren Generation zeigen, die sich seit den 1990er Jahren wieder verstärkt der künstlerischen Arbeit mit Essbarem zuwendet - in Bildern, Skulpturen und Installationen ebenso wie in Performances und Aktionen. Dieser Dialog zwischen älteren und neuen Arbeiten sollte die Themen der Eat Art erneut aufgreifen und diskutieren. Die Kuratorin Magdalena Holzhey bezog sich in der Ausstellung auf die gesellschaftliche Aktualität des Themas Essen - von der Identitätsstiftung durch (veränderte) Essgewohnheiten über moderne diätische Ernährungslehren und Koch-Shows bis hin zu Konsum- und Globalisierungskritik im Zusammenhang mit der modernen Nahrungsmittelproduktion.

Kuratorin: Magdalena Holzhey
Kuratorische Betreuung des historischen Teils der Ausstellung: Renate Buschmann
Künstler/innen: Sonja Alhäuser, Arman, BBB Johannes Deimling, Joseph Beuys, Christine Bernhard, Michel Blazy (F), John Bock, Paul McCarthy (USA), César, Arpad Dobriban (H), Dustin Ericksen/Mike Rogers, Lili Fischer, Thomas Feuerstein, Anya Gallacio (GB), Carsten Höller, Christian Jankowski, Bernd Jansen, Elke Krystufek (A), Peter Kubelka (A), Roy Lichtenstein, Richard Lindner, Bernhard Luginbühl, Gordon Matta-Clark (USA), Antoni Miralda und Dorothee Selz, Tony Morgan (GB), L.A. Raeven (NL), Thomas Rentmeister, Zeger Reyers (NL), Philip Ross, Dieter Roth, Mika Rottenberg (USA), Judith Samen, Shimabuku (JP), Daniel Spoerri (CH), Jana Sterbak (CN/CZ), André Thomkins, Günther Uecker, Ben Vautier, Andreas Wegner, Günther Weseler u.a.

Kontakt

Kunsthalle Düsseldorf

Grabbeplatz 4

40213 Düsseldorf

www.kunsthalle-duesseldorf.de (externer Link, öffnet neues Fenster)