Mit seinem Projekt Former West ging das Haus der Kulturen der Welt der Frage nach, wie die zeitgenössischen Künste auf das Scharnierjahr 1989 und die daran anschließenden Veränderungen der politischen und kulturellen Landkarte reagiert haben. Ausgangspunkt war folgende Diagnose: Nachdem die bipolare Weltordnung zerbrochen ist, verortet sich die Kunst der Gegenwart innerhalb eines zunehmend globalen Systems von Abhängigkeiten und Einflüssen, in dem die politische und ökonomische Vorherrschaft dessen, was zuvor „der Westen“ war, erodiert ist.
Das Projekt Former West sah zweierlei vor: Unter Einbeziehung internationaler Künstler, Kuratoren und Wissenschaftler unternahm es zum einen den Versuch einer aktuellen Ortsbestimmung zeitgenössischer Kunstproduktion und fragte danach, welches Bild der Zukunft sich in den zeitgenössischen Künsten von heute Geltung verschafft. Zum anderen führte es historische Positionen der vergangenen 20 Jahre zusammen, in denen die geopolitische Zäsur von 1989 selbst zum Tragen gekommen ist. In der Gestaltung dieser retrospektiven Übersicht ging das Projekt neue Wege: Die Grenzen traditioneller Formate wie Ausstellung oder Kongress versuchte Former West aufzulösen. Das Projekt präsentierte sich als „experimentelles Arrangement“, in dem Performances, Filme und Gespräche in die Präsentation von Dokumenten und Kunstwerken übergingen.

Konzeption: Maria Hlavajova, Kathrin Rhomberg in Zusammenarbeit mit Boris Buden, Boris Groys, Ranjit Hoskote, Katrin Klingan, Irit Rogoff
Künstler/innen: Tania Bruguera, Július Koller, Aernout Mik, Nástio Mosquito, Christoph Schlingensief (†), Künstlerkollektiv Chto Delat?/What is to be done? 

Kon­takt

Haus der Kulturen der Welt

John-Foster-Dulles-Allee 10

10557 Berlin

www.hkw.de