Diese monografische Schau wird mit über siebzig Werken sowie biografischen Zeugnissen erstmals in Europa einen derart umfangreichen Einblick in das Leben und Werk des US-amerikanischen Malers Forrest Bess (1911-1977) geben. Damit stellt das Fridericianum einen im Kunstkanon bisher nicht vertretenen Künstler der amerikanischen Nachkriegskunst einer breiten Öffentlichkeit vor. Als Autodidakt entwickelte Bess in relativer Abgeschiedenheit und zeitlich parallel zum Abstrakten Expressionismus eine sehr individuelle künstlerische Bildsprache: Die meist kleinformatigen Malereien mit symbolischen und abstrakten Formen sind Protokolle seiner Visionen, die er im halbwachen Zustand durchlebte und in denen sich für ihn unterbewusste Erfahrungen der Menschheit zeigten. Seine vielschichtigen Überlegungen dazu mündeten in seine Theorie zum Hermaphroditismus, nach der er die Unsterblichkeit zu erlangen glaubte, wenn er das Männliche und Weibliche in sich vereinen würde. Durch eigene medizinische Eingriffe versuchte er schließlich in den 1950er Jahren, zu einem Pseudo-Hermaphrodit zu werden. Heute gilt Forrest Bess als herausragender und zugleich als einer der ungewöhnlichsten Künstler seiner Zeit. Sein Lebensweg, die in seinem Werk anklingenden genderspezifischen Fragen sowie seine unabhängige Bildsprache inspirierten zahlreiche zeitgenössische Künstlerinnen wie Amy Sillman, Richard Hawkins und James Benning.

Künstlerische Leitung: Moritz Wesseler
Künstler: Forrest Bess

  • Termine

    15.02. –
    06.09.2020

    Ausstellung

    Fridericianum | Kassel

Kon­takt

Fridericianum

Friedrichsplatz 18
34117 Kassel

https://fridericianum.org