Männliche Kriegsfotografen wie Robert Capa oder James Nachtwey prägen das öffentliche Bild militärischer Konflikte. Die lange Geschichte der in Konfliktgebieten tätigen Fotografinnen wurde demgegenüber noch nicht nachgezeichnet, obwohl die Schicksale, von denen ihre Bilder erzählen, unsere Wahrnehmung vom Krieg ebenso stark beeinflusst haben. Denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen erhielten die Fotografinnen häufig uneingeschränkten Zugang zu Familien und Betroffenen. Viele ihrer Bildwerke spiegeln daher die menschliche Dimension des Krieges in besonderer Unmittelbarkeit wider. Das Museum Kunstpalast Düsseldorf präsentiert im Rahmen seiner Ausstellung „At War“ rund 120 Bilder von Fotografinnen aus 80 Jahren Konfliktgeschichte. Darunter finden sich sowohl intime Einblicke in den Alltag von Kriegsteilnehmer/innen wie auch Zeugnisse von Gräueltaten und der allgegenwärtigen Absurdität bewaffneter Konflikte wie des Zweiten Weltkriegs oder des Vietnam-Kriegs. Die Erzählweisen der acht gezeigten Fotografinnen von Lee Miller bis Anja Niedringhaus changieren zwischen der Wahrung sachlicher Distanz, unmittelbarer Direktheit und persönlicher Anteilnahme. Die Ausstellung präsentiert Aufnahmen von den Schauplätzen der europäischen Konflikte der 1930er und 40er Jahre bis hin zu zeitgenössischen Auseinandersetzungen in aller Welt. Im Zusammenhang mit der Ausstellung erscheint ein ausführlicher Katalog.

Kurator/innen: Anne-Marie Beckmann, Felicity Korn
Fotograf/innen: Carolyn Cole (US), Françoise Demulder (FR), Catherine Leroy (FR), Susan Meiselas (US), Lee Miller (US), Anja Niedringhaus, Christine Spengler (FR), Gerda Taro

Kon­takt

Stiftung Museum Kunstpalast

Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf

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