Gertrud Goldschmidt (1912 – 1994), genannt „Gego“, zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen Südamerikas. In Hamburg aufgewachsen, studierte sie in Stuttgart Architektur bei Paul Bonatz, um dann wegen ihrer jüdischen Abstammung schließlich nach Venezuela emigrieren zu müssen, wo sie zunächst als Architektin, dann als freie Künstlerin lehrte und arbeitete. Mit ihren großen, rhizomartig angelegten Objekten aus Draht und Seilen stellte Gego das traditionelle Verständnis von Skulptur in Frage, ebenso mit reduzierten Zeichnungen, bei der sie die Linie als Objekt einsetzte. Ihre revolutionäre und zugleich experimentelle Auffassung von Skulptur und Zeichnung im Raum wurde in Südamerika wegweisend für eine junge Generation von Künstlern und hat die zeitgenössische Kunst weit über Venezuela hinaus geprägt. In Europa hingegen fand Gegos Werk bislang wenig Beachtung, weshalb die internationale Ausstellungstournee darauf abzielte seine Bedeutung für die europäische und nordamerikanische Kunst hervorzuheben. Die drei Häuser zeichneten in Hamburg, Stuttgart und Leeds mit jeweils spezifisch ausgerichteten Ausstellungen wichtige Stationen in Gegos Lebenslauf nach. Viele bislang selten gezeigte Arbeiten – darunter Skulpturen, Rauminstallationen und Grafiken – und ein umfangreiches Begleitprogramm vermittelten einen umfassenden Überblick über Gegos Œuvre.

Künstlerische Leitung: Brigitte Kölle, Petra Roettig
Künstler/innen: Gertrud Goldschmidt, gen. Gego

Kon­takt

Hamburger Kunsthalle 

Glockengießerwall 

20095 Hamburg

www.hamburger-kunsthalle.de