Mit ihrer deutschlandweit ersten Überblicksschau zu Gillian Wearing hat die Kunstsammlung NRW das breit angelegte Spektrum ihres Œuvres ausgestellt. Wearing, Mitglied der Young British Artists und 1997 mit dem Turner Prize ausgezeichnet, richtet in ihren medienkritischen Arbeiten den Blick auf menschliche Abgründe, kollektive Traumata und die Problematik sozialer Konventionen.
Für ihre häufig investigativen Arbeiten bedient sie sich zumeist filmischer und fotografischer Formen. Mit ihren Videoporträts, in denen sich ausgewählte Personen vor laufender Kamera über ihre intimen Gefühle äußern, stellte Wearing soziale Beobachtungen an – lange noch, bevor im Fernsehen vergleichbare Formate aufkamen. Als bildende Künstlerin arbeitet sie insbesondere mit textlichem Material, wobei sie unter anderem statistische und psychotherapeutische Verfahren in eine bildkünstlerische Sprache überführt.
Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Londoner Whitechapel Gallery entwickelt. Ein installativer Parcours sollte die Arbeiten in ihrer künstlerischen Kongruenz erlebbar machen. Ein weiteres Anliegen war es, die Arbeiten in ihrer je eigenen, vor allem sprachlichen Form zu bewahren, wozu unterschiedliche Formen der Übersetzung erarbeitet und mittels Kopfhörern, Handouts oder Übertiteln präsentiert wurden. Die Begleitpublikation hat als erste deutschsprachige Monografie zu Wearing ihre Arbeiten umfassend dokumentiert und sie in einen Werkzusammenhang gestellt.

Künstlerische Leitung: Doris Krystof, Künstler: Gillian Wearing (GB)

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