Mit seiner Ausstellung wendete sich das Focke-Museum der besonderen Beziehung zwischen Politik und Archäologie zu. Beide Bereiche haben sich während des Nationalsozialismus gegenseitig vielfältig beeinflusst: Bereits seit Kriegsbeginn arbeiteten deutsche Archäologen in allen von der Wehrmacht eroberten Gebieten dem NS-Regime zu. Auf Grundlage ihrer Ausgrabungsfunde wollten sie unter anderem Belege für eine jungsteinzeitliche germanische Hochkultur liefern und damit deutsche Besitzansprüche auf benachbarte Territorien legitimieren. Die Schau sollte zeigen, wie die Idee einer kulturellen Blüte Germaniens, stilisiert zum Ursprung der gesamten abendländischen Kultur, bis heute nachwirkt. Sie beleuchtete die mangelhafte Aufarbeitung des Themas nach dem Krieg und zeigte die heutige Rezeption der damals erzeugten Bilder durch rechtsextreme wie esoterisch orientierte Gruppen auf. Die umfangreiche Gesamtdarstellung, zu der eine Begleitpublikation erschien, präsentierte Ausgrabungsfunde der NS-Zeit, belegte, wie in Unterricht und Alltag ideologisch geprägte Vorstellungen über Germanien vermittelt wurden und führte ihre mediale Propagandainszenierung vor Augen.

Künstlerische Leitung: Frauke von der Haar, Kuratorin und Leiterin des Ausstellungsprojekts: Karin Walter, Wissenschaftliche Leitung: Uta Halle, Dirk Mahsarski

Pu­bli­ka­ti­on zur Aus­stel­lung

Begleitend zur Ausstellung erschließt das Buch „Graben für Germanien – Archäologie unterm Hakenkreuz“ den Zusammenhang zwischen Archäologie und der ideologischen Debatte um Germanien während der NS-Zeit.

Herausgeber: Focke-Museum
Verlag: Theiss
broschiert, 192 Seiten, Deutsch
ISBN-10: 3806226733
ISBN-13: 978-3806226737
Preis: 29,95 €

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Kon­takt

Focke Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Schwachhauser Heerstraße 240

28213 Bremen

www.focke-museum.de