Ein Mann verlässt das Theater, tritt auf die Straße, setzt sich in ein Auto und fährt nach Hause. In der Klang- und Video-Installation „Die Provinz des Menschen“ hören und beobachten wir diesen Mann über einen Zeitraum von 10 Jahren bei diesem immer gleichen Ritual in etwa 50 Städten in 25 Ländern. Bei seinen Fahrten durch die Städte schildert er seinen Blick auf die Gesellschaft anhand von Passagen aus Elias Canettis Buch „Die Provinz des Menschen“. Die Hauptfigur in der gleichnamigen Klang- und Video-Installation des Komponisten und Regisseurs Heiner Goebbels spielt der französische Schauspieler André Wilms. Das Langzeitprojekt wurde nun in Dresden erstmals als multimediale Skulptur in der Kunsthalle im Lipsiusbau ausgestellt. In 54 aufeinanderfolgenden Filmsequenzen entwickelte sich eine vielstimmige Klangkomposition aus den Soundscapes der Städte. Wichtige Motive der Installation waren das Hören, das Sehen, die Wiederholung, aber auch das Altern und das Verhältnis des Einzelnen zum öffentlichen Raum.
Die Stadt Dresden besitzt mit der Gemäldegalerie Alter Meister oder dem Albertinum eine bedeutende kunsthistorische Tradition, es gibt jedoch wenige Ausstellungsorte für zeitgenössische Kunst. Die Ausstellung „Die Provinz des Menschen“ trug dazu bei, den Lipsiusbau im Zentrum der Stadt als einen solchen Ort noch stärker in der Öffentlichkeit zu verankern. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden knüpften damit an ihre William-Forsythe-Ausstellung am gleichen Ort an und öffnen sich weiter dem interdisziplinären Diskurs der Gegenwartskunst.

Künstler: Heiner Goebbels
Kurator: Hartwig Fischer
Projektteam: Hilke Wagner, Gwendolin Kremer, Mathias Wagner

Kon­takt

Kunsthalle im Lipsiusbau

Brühlsche Terasse

01067 Dresden

www.skd.museum.de